Capgemini: Microblogging als Konv...
Enterprise 2.0 Fallstudien-Netzwerk Schriftenreihe zu Enterprise 2.0-Fallstudien Nr. 10 Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium Alexander Richter, Sebastian Sch��fer, Kai Riemer, Stephan Diederich Februar 2011 Die Fallstudie ist auch erschienen als Richter, A. Sch��fer, S. Riemer, K. Diederich, S.: Fallstudie Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium. In: Schubert, P. Koch, M. (Hrsg.): Wettbewerbsfaktor Business Software, M��nchen: Hanser, 2011, S. 133-151. Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert Schriftenreihe zu Enterprise 2.0-Fallstudien ISSN 1869-0297 Herausgeber: Andrea Back (Universit��t St. Gallen), Michael Koch (Universit��t der Bundeswehr M��nchen), Petra Schubert (Universit��t Koblenz), Stefan Smolnik (European Business School) www.e20cases.org
Zitieren als: Richter, Alexander Sch��fer, Sebastian Riemer, Kai Diederich, Stephan (2011): Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium, Schriftenreihe zu Enterprise 2.0- Fallstudien Nr. 10, Andrea Back, Michael Koch, Petra Schubert, Stefan Smolnik (Hrsg.) M��nchen/St. Gallen/Koblenz/Frankfurt: Enterprise 2.0 Fallstudien-Netzwerk, 02/2011, ISSN 1869-0297 Eine digitale Version der Fallstudie finden Sie unter: http://www.e20cases.org Schriftenreihe zu Enterprise 2.0-Fallstudien ISSN 1869-0297 Hauptherausgeber der Schriftenreihe: Michael Koch (Universit��t der Bundeswehr M��nchen), Neubiberg Kontakt: michael.koch@unibw.de, http://www.unibw.de/michael.koch Weitere Herausgeber: Andrea Back (Universit��t St. Gallen), Petra Schubert (Universit��t Koblenz), Stefan Smolnik (European Business School) Assoziierte Herausgeber: Alexander Richter (Universit��t der Bundeswehr M��nchen), Alexander Stocker (Joanneum Research Graz) Der Text steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (share alike) Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ Das Enterprise 2.0 Fallstudien-Netzwerk ist eine Initiative der Universit��t St. Gallen (Andrea Back), der Universit��t der Bundeswehr M��nchen (Michael Koch), der Universit��t Koblenz (Petra Schubert) und der European Business School (Stefan Smolnik).
Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium Alexander Richter, Sebastian Sch��fer, Kai Riemer und Stephan Diederich Mit der steigenden Bekanntheit von Twitter weckt das Ph��nomen Microblogging zunehmend auch die Aufmerksamkeit von Unternehmen, die sich fragen, wie sie vergleichbare Plattformen f��r interne Kommunikation und Gruppenprozesse ein- setzen k��nnen. In dieser Fallstudie wird die Nutzung des Produkts Yammer bei der internationalen Management- und IT-Beratung Capgemini illustriert. Yammer ist eine im Web verf��gbare Plattform zum Enterprise Microblogging, die von ��ber 95.000 Unternehmen unterschiedlichster Gr����e genutzt wird. Anfang Januar 2011 waren bei Capgemini ��ber 18.000 Mitarbeiter auf Yammer registriert, die die Platt- form in einem geschlossenen Bereich ��berwiegend als Konversationsmedium zur Interaktion und Diskussion nutzen. Folgende Personen waren an der Bearbeitung dieser Fallstudie beteiligt: Tab. 1: Mitarbeiter der Fallstudie Ansprechpartner Funktion Unternehmen Rolle Sebastian Sch��fer Consultant Capgemini Autor, Nutzer Rick Mans Social Media Evangelist Capgemini Plattformadmin, Evangelist Alexander Richter Wiss. Mitarbeiter Universit��t der Bun- deswehr M��nchen Autor Kai Riemer Senior Lecturer Universit��t Sydney Autor Stephan Diederich Student Universit��t M��nster Datenanalyse Neben den aufgef��hrten Personen wurden noch weitere Mitarbeiter von Capgemini (Nutzer) ��ber Interviews mit einbezogen.
2 Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium 1 Unternehmensprofil 1.1 Hintergrund, Branche, Produkt und Zielgruppe Capgemini, S.A. wurde 1967 in Paris gegr��ndet und besch��ftigt aktuell ��ber 100.000 Mitarbeiter in mehr als 35 L��ndern. Das Unternehmen bietet Dienstleis- tungen und L��sungen in den Bereichen Beratung, Technologie und Outsourcing und ist in diesen drei separaten Gesch��ftseinheiten organisiert. Der Umsatz betrug im Jahr 2009 8,4 Mrd. EUR. F��r ein Beratungsunternehmen wie Capgemini korreliert die Qualit��t der angebo- tenen Dienstleistungen an die Kunden direkt mit den F��higkeiten und Kenntnissen der einzelnen Berater. Aus diesem Grund ist neben der individuellen Expertise und der Motivation die projekt��bergreifende Nutzung von Wissen und der gewonnenen Erfahrungen von zentraler Bedeutung. Dies schlie��t auch den l��nder��bergreifenden und interdisziplin��ren Austausch mit ein. Dar��ber hinaus gilt es immer wieder neue Einheiten oder Gesch��ftsbereiche in die Gruppe zu integrieren. Prominentes Beispiel aus Deutschland ist die ehemalige Software Design und Management (sd&m) AG, die seit Juli 2010 unter der Marke Capgemini am Markt auftritt, mit der klaren Zielsetzung, den Kunden das Potenzi- al eines weltweiten Netzwerks zu bieten. F��r die Mitarbeiter bedeutet dies, ��ber die bisherigen Grenzen zu denken und auch themenorientiert eigene Netzwerke im globalen Verbund aufzubauen. 1.2 Stellenwert von Informationstechnologie im Unternehmen Ma��geschneiderte Softwarel��sungen und IT-Beratung geh��ren zum Kerngesch��ft von Capgemini, d.h. die meisten Mitarbeiter haben einen fundierten IT-Hinter- grund oder zumindest eine entsprechende Affinit��t zur Informationstechnologie. Interne Anwendungen zur Unterst��tzung des Informationsaustauschs, der Zusam- menarbeit sowie der Abwicklung interner Prozesse werden in der Regel zentral bereitgestellt bzw. es wird ��ber entsprechende Vorgaben, wenn sinnvoll und m��g- lich, eine entsprechende Einheitlichkeit angestrebt. Angesichts der Gr����e der Or- ganisation sowie regionaler Pr��ferenzen (bzw. auch Vorgeschichten) ist dies je- doch nicht immer m��glich. Hierzu z��hlen oftmals Open Source-L��sungen, wie beispielsweise Drupal (ein Content Management System) oder TWiki, die von Capgemini-Angeh��rigen f��r die interne Nutzung angepasst wurden. Auch Eigenentwicklungen, die ��ber lange Zeit gewachsen sind und spezielle Anforderungen abbilden, sind in der System- landschaft vorhanden. Hieraus ergeben sich langfristig nicht selten Herausforde- rungen der Integration sowie ggf. der technischen Migration.
Ausgangssituation f��r das Projekt (ex-ante Sicht) 3 2 Ausgangssituation f��r das Projekt (ex-ante Sicht) Bei der vorliegenden Fallstudie handelt es sich nicht um die klassische Einf��hrung einer Softwarel��sung f��r die Unterst��tzung eines Gesch��fts- oder Kommunikati- onsprozesses. Vielmehr wurde ein im Internet in der Basisversion frei verf��gbarer Dienst von einer zunehmend gr����eren Anzahl von Capgemini-Mitarbeitern in einem geschlossenen Bereich genutzt. Die Einf��hrung erfolgte Bottom-up, d.h. eigeninitiativ, auf vollkommen freiwilliger Basis und ohne koordinierende oder vorgegebene Rollen. 2.1 Ausgangslage Als Dienstleister arbeiten die Berater w��hrend ihrer Firmenzugeh��rigkeit in der Regel projektorientiert f��r unterschiedliche Kunden und in Teams mit wechselnden Kollegen. Die T��tigkeit ist gepr��gt von einem hohen Ma�� an Selbstmotivation und Selbstst��ndigkeit und der Bereitschaft und dem Willen zur Teamarbeit. Aus Orga- nisationssicht l��sst sich daher von einer hohen Bedeutung einer offenen Unterneh- menskultur und Kollaboration sprechen. Intern kommen eine Reihe von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Anwendung, um den notwendigen Wissenstransfer zwischen den Mitarbeitern bestm��glich zu unterst��tzen. Zu nennen ist hier insbesondere das unternehmens- weit eingesetzte System ���KM 2.0��� (Knowledge Management Version 2.0), das vor allem zum Austausch von Dokumenten genutzt wird, aber auch ein Diskussionsfo- rum beinhaltet. Daneben gibt es ein unternehmensweites Wiki sowie zahlreiche eher lokale Wikiplattformen und Sharepoint-Instanzen zur geschlossenen Teamar- beit. Die direkte Kommunikation erfolgt neben Telefon meist ��ber Instant Mes- saging und nat��rlich E-Mail. Schlie��lich nutzen einzelne Gesch��ftsbereiche zus��tzliche Systeme. Der Ge- sch��ftsbereich ���Capgemini Consulting��� nutzt beispielsweise das System ���Connect���, basierend auf Blue Kiwi als internes Social Network. Die Capgemini- Tochter Sogeti setzt seit ��ber einem Jahr das System ���Teampark��� ein, eine ange- passte L��sung basierend auf IBM Lotus Connections. 2.2 Motive und Ziele Im September 2008 beschlossen einige Capgemini-Berater aus den Niederlanden ein firmeneigenes Yammer-Netzwerk zu gr��nden. Yammer ist eine im World Wi- de Web erreichbare Microblogging Plattform. Diese Benutzer hatten bereits positi- ve Erfahrungen mit Twitter und Chatterous, einer geschlossenen Umgebung f��r unternehmensinternes Microblogging, gesammelt und wollten den m��glichen Nut- zen von Yammer f��r Capgemini erkunden. Dabei vermuteten sie vor allem Poten- zial, Wissen mit anderen Mitarbeitern zu teilen, die Mitarbeiter besser untereinan-