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Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium

by Alexander Richter, Sebastian Schäfer, Kai Riemer, Stephan Diederich
Wettbewerbsfaktor Business Software ()

Abstract

Mit der steigenden Bekanntheit von Twitter weckt das Phanomen Microblogging zunehmend auch die Aufmerksamkeit von Unternehmen, die sich fragen, wie sie vergleichbare Plattformen fur interne Kommunikation und Gruppenprozesse einsetzen konnen. In dieser Fallstudie wird die Nutzung des Produkts Yammer bei der internationalen Management- und IT-Beratung Capgemini illustriert. Yammer ist eine im Web verfugbare Plattform zum Enterprise Microblogging, die von uber 95.000 Unternehmen unterschiedlichster Große genutzt wird. Anfang Januar 2011 waren bei Capgemini uber 18.000 Mitarbeiter auf Yammer registriert, die die Plattform in einem geschlossenen Bereich uberwiegend als Konversationsmedium zur Interaktion und Diskussion nutzen.

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Capgemini: Microblogging als Konv...

Enterprise 2.0 Fallstudien-Netzwerk Schriftenreihe zu Enterprise 2.0-Fallstudien Nr. 10 Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium Alexander Richter, Sebastian Sch��fer, Kai Riemer, Stephan Diederich Februar 2011 Die Fallstudie ist auch erschienen als Richter, A. Sch��fer, S. Riemer, K. Diederich, S.: Fallstudie Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium. In: Schubert, P. Koch, M. (Hrsg.): Wettbewerbsfaktor Business Software, M��nchen: Hanser, 2011, S. 133-151. Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert Schriftenreihe zu Enterprise 2.0-Fallstudien ISSN 1869-0297 Herausgeber: Andrea Back (Universit��t St. Gallen), Michael Koch (Universit��t der Bundeswehr M��nchen), Petra Schubert (Universit��t Koblenz), Stefan Smolnik (European Business School) www.e20cases.org
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Zitieren als: Richter, Alexander Sch��fer, Sebastian Riemer, Kai Diederich, Stephan (2011): Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium, Schriftenreihe zu Enterprise 2.0- Fallstudien Nr. 10, Andrea Back, Michael Koch, Petra Schubert, Stefan Smolnik (Hrsg.) M��nchen/St. Gallen/Koblenz/Frankfurt: Enterprise 2.0 Fallstudien-Netzwerk, 02/2011, ISSN 1869-0297 Eine digitale Version der Fallstudie finden Sie unter: http://www.e20cases.org Schriftenreihe zu Enterprise 2.0-Fallstudien ISSN 1869-0297 Hauptherausgeber der Schriftenreihe: Michael Koch (Universit��t der Bundeswehr M��nchen), Neubiberg Kontakt: michael.koch@unibw.de, http://www.unibw.de/michael.koch Weitere Herausgeber: Andrea Back (Universit��t St. Gallen), Petra Schubert (Universit��t Koblenz), Stefan Smolnik (European Business School) Assoziierte Herausgeber: Alexander Richter (Universit��t der Bundeswehr M��nchen), Alexander Stocker (Joanneum Research Graz) Der Text steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (share alike) Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ Das Enterprise 2.0 Fallstudien-Netzwerk ist eine Initiative der Universit��t St. Gallen (Andrea Back), der Universit��t der Bundeswehr M��nchen (Michael Koch), der Universit��t Koblenz (Petra Schubert) und der European Business School (Stefan Smolnik).
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Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium Alexander Richter, Sebastian Sch��fer, Kai Riemer und Stephan Diederich Mit der steigenden Bekanntheit von Twitter weckt das Ph��nomen Microblogging zunehmend auch die Aufmerksamkeit von Unternehmen, die sich fragen, wie sie vergleichbare Plattformen f��r interne Kommunikation und Gruppenprozesse ein- setzen k��nnen. In dieser Fallstudie wird die Nutzung des Produkts Yammer bei der internationalen Management- und IT-Beratung Capgemini illustriert. Yammer ist eine im Web verf��gbare Plattform zum Enterprise Microblogging, die von ��ber 95.000 Unternehmen unterschiedlichster Gr����e genutzt wird. Anfang Januar 2011 waren bei Capgemini ��ber 18.000 Mitarbeiter auf Yammer registriert, die die Platt- form in einem geschlossenen Bereich ��berwiegend als Konversationsmedium zur Interaktion und Diskussion nutzen. Folgende Personen waren an der Bearbeitung dieser Fallstudie beteiligt: Tab. 1: Mitarbeiter der Fallstudie Ansprechpartner Funktion Unternehmen Rolle Sebastian Sch��fer Consultant Capgemini Autor, Nutzer Rick Mans Social Media Evangelist Capgemini Plattformadmin, Evangelist Alexander Richter Wiss. Mitarbeiter Universit��t der Bun- deswehr M��nchen Autor Kai Riemer Senior Lecturer Universit��t Sydney Autor Stephan Diederich Student Universit��t M��nster Datenanalyse Neben den aufgef��hrten Personen wurden noch weitere Mitarbeiter von Capgemini (Nutzer) ��ber Interviews mit einbezogen.
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2 Capgemini: Microblogging als Konversationsmedium 1 Unternehmensprofil 1.1 Hintergrund, Branche, Produkt und Zielgruppe Capgemini, S.A. wurde 1967 in Paris gegr��ndet und besch��ftigt aktuell ��ber 100.000 Mitarbeiter in mehr als 35 L��ndern. Das Unternehmen bietet Dienstleis- tungen und L��sungen in den Bereichen Beratung, Technologie und Outsourcing und ist in diesen drei separaten Gesch��ftseinheiten organisiert. Der Umsatz betrug im Jahr 2009 8,4 Mrd. EUR. F��r ein Beratungsunternehmen wie Capgemini korreliert die Qualit��t der angebo- tenen Dienstleistungen an die Kunden direkt mit den F��higkeiten und Kenntnissen der einzelnen Berater. Aus diesem Grund ist neben der individuellen Expertise und der Motivation die projekt��bergreifende Nutzung von Wissen und der gewonnenen Erfahrungen von zentraler Bedeutung. Dies schlie��t auch den l��nder��bergreifenden und interdisziplin��ren Austausch mit ein. Dar��ber hinaus gilt es immer wieder neue Einheiten oder Gesch��ftsbereiche in die Gruppe zu integrieren. Prominentes Beispiel aus Deutschland ist die ehemalige Software Design und Management (sd&m) AG, die seit Juli 2010 unter der Marke Capgemini am Markt auftritt, mit der klaren Zielsetzung, den Kunden das Potenzi- al eines weltweiten Netzwerks zu bieten. F��r die Mitarbeiter bedeutet dies, ��ber die bisherigen Grenzen zu denken und auch themenorientiert eigene Netzwerke im globalen Verbund aufzubauen. 1.2 Stellenwert von Informationstechnologie im Unternehmen Ma��geschneiderte Softwarel��sungen und IT-Beratung geh��ren zum Kerngesch��ft von Capgemini, d.h. die meisten Mitarbeiter haben einen fundierten IT-Hinter- grund oder zumindest eine entsprechende Affinit��t zur Informationstechnologie. Interne Anwendungen zur Unterst��tzung des Informationsaustauschs, der Zusam- menarbeit sowie der Abwicklung interner Prozesse werden in der Regel zentral bereitgestellt bzw. es wird ��ber entsprechende Vorgaben, wenn sinnvoll und m��g- lich, eine entsprechende Einheitlichkeit angestrebt. Angesichts der Gr����e der Or- ganisation sowie regionaler Pr��ferenzen (bzw. auch Vorgeschichten) ist dies je- doch nicht immer m��glich. Hierzu z��hlen oftmals Open Source-L��sungen, wie beispielsweise Drupal (ein Content Management System) oder TWiki, die von Capgemini-Angeh��rigen f��r die interne Nutzung angepasst wurden. Auch Eigenentwicklungen, die ��ber lange Zeit gewachsen sind und spezielle Anforderungen abbilden, sind in der System- landschaft vorhanden. Hieraus ergeben sich langfristig nicht selten Herausforde- rungen der Integration sowie ggf. der technischen Migration.
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Ausgangssituation f��r das Projekt (ex-ante Sicht) 3 2 Ausgangssituation f��r das Projekt (ex-ante Sicht) Bei der vorliegenden Fallstudie handelt es sich nicht um die klassische Einf��hrung einer Softwarel��sung f��r die Unterst��tzung eines Gesch��fts- oder Kommunikati- onsprozesses. Vielmehr wurde ein im Internet in der Basisversion frei verf��gbarer Dienst von einer zunehmend gr����eren Anzahl von Capgemini-Mitarbeitern in einem geschlossenen Bereich genutzt. Die Einf��hrung erfolgte Bottom-up, d.h. eigeninitiativ, auf vollkommen freiwilliger Basis und ohne koordinierende oder vorgegebene Rollen. 2.1 Ausgangslage Als Dienstleister arbeiten die Berater w��hrend ihrer Firmenzugeh��rigkeit in der Regel projektorientiert f��r unterschiedliche Kunden und in Teams mit wechselnden Kollegen. Die T��tigkeit ist gepr��gt von einem hohen Ma�� an Selbstmotivation und Selbstst��ndigkeit und der Bereitschaft und dem Willen zur Teamarbeit. Aus Orga- nisationssicht l��sst sich daher von einer hohen Bedeutung einer offenen Unterneh- menskultur und Kollaboration sprechen. Intern kommen eine Reihe von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Anwendung, um den notwendigen Wissenstransfer zwischen den Mitarbeitern bestm��glich zu unterst��tzen. Zu nennen ist hier insbesondere das unternehmens- weit eingesetzte System ���KM 2.0��� (Knowledge Management Version 2.0), das vor allem zum Austausch von Dokumenten genutzt wird, aber auch ein Diskussionsfo- rum beinhaltet. Daneben gibt es ein unternehmensweites Wiki sowie zahlreiche eher lokale Wikiplattformen und Sharepoint-Instanzen zur geschlossenen Teamar- beit. Die direkte Kommunikation erfolgt neben Telefon meist ��ber Instant Mes- saging und nat��rlich E-Mail. Schlie��lich nutzen einzelne Gesch��ftsbereiche zus��tzliche Systeme. Der Ge- sch��ftsbereich ���Capgemini Consulting��� nutzt beispielsweise das System ���Connect���, basierend auf Blue Kiwi als internes Social Network. Die Capgemini- Tochter Sogeti setzt seit ��ber einem Jahr das System ���Teampark��� ein, eine ange- passte L��sung basierend auf IBM Lotus Connections. 2.2 Motive und Ziele Im September 2008 beschlossen einige Capgemini-Berater aus den Niederlanden ein firmeneigenes Yammer-Netzwerk zu gr��nden. Yammer ist eine im World Wi- de Web erreichbare Microblogging Plattform. Diese Benutzer hatten bereits positi- ve Erfahrungen mit Twitter und Chatterous, einer geschlossenen Umgebung f��r unternehmensinternes Microblogging, gesammelt und wollten den m��glichen Nut- zen von Yammer f��r Capgemini erkunden. Dabei vermuteten sie vor allem Poten- zial, Wissen mit anderen Mitarbeitern zu teilen, die Mitarbeiter besser untereinan-

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