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Aspekte der physikalischen Begriffsbildung. Theoretische Begriffe und operationale Definitionen

by Wolfgang Balzer, Andreas Kamlah
Wissenschaftstheorie, Wissenschaft und Philosophie 16 ()

Abstract

Balzer, Wolfgang; Andreas Kamlah (Hrsg): Aspekte der physikalischen Begriffsbildung. Theoretische Begriffe und operationale Definitionen. Braunschweig/ Wiesbaden 1979. Reihe: Wissenschaftstheorie, Wissenschaft und Philosophie 16. [Sammelband] Begriffsbildung wird im Rahmen der bundesdeutschen wissenschaftstheoretischen Diskussion Anfang der 1980er Jahre verhandelt. (spezifische Probleme zu Begriffen: Definierbarkeit, Operationalisierung, Zurückführung auf lebensweltliche Erfahrung) Als die drei Hauptströmungen zur Begriffsbildung werden angegeben: - Konstruktivismus: Ziel ist normative Begründung der Wissenschaft aus lebensweltlicher Erfahrung und Praxis. Regeln und Normen maßgeblich für Begriffsbildung. Versuch, physikalische Begriffe durch Herstellungsnormen operational zu definieren. - Strukturalismus: Analytische Wissenschaftstheorie. Versuch, formale Strukturen in gebräuchlicher Wissenschaft aufzufinden und Charakteristika von Wissenschaft mit formalen Mitteln zu beschreiben. Zentrales Interesse: Zusammenhang von neu eingeführten und bereits vorhandenen Begriffen. - Schule um G. Ludwig: Eigene Konzeption physikalischer Begriffsbildung im Zuge der Grundlagendebatte in der Quantenphysik. Verknüpfungspunkte mit Konstruktivismus und Strukturalismus. Beiträge des Sammelbandes gegliedert nach inhaltlichen Gesichtspunkten: - 1. Zusammenhang zwischen neu eingeführten Termen und solchen, die unabhängig von der Theorie verstanden werden wird untersucht. (Begriffsbildung unter logischem Aspekt): Das Problem der Definierbarkeit physikalischer Begriffe steht im Hintergrund. These von Nichtdefinierbarkeit in vortheoretischer Sprache wird revidiert. Problemhintergrund ist logischer Definitionsbegriff! --> Majer (S. 49): Mit Prädikatenlogik zweiter Stufe theoretischer Term (Bsp. Temperaturbegriff) definierbar. Fragen epistemischer und semantischer Zurückführbarkeit müssen gesondert untersucht werden. Balzer (S. 13): Vorschlag zur Explikation der (alten) operationalen Definition. Heidelberger (S. 37): Untersucht Meßbarkeit zweier theoretischer Funktionen am Modell einer einfachen Theorie. Die theoretischen Funktionen werden als definierbar, wenn auch nicht im herkömmlichen Sinn, gezeigt. - 2. Begriffsbildung unter methodischem Aspekt. --> Janich (S. 81): Er formuliert wichtigen Grundgedanken der konstruktivistischen Wissenschaftstheorie neu. Wenn mit Meßergebnissen für oder gegen Theorien argumentiert werden soll, müssen physikalische Meßgrößen in explizit angebbarer Weise an Handlungen im Labor gebunden sein. Ludwig (S. 99): These der unbeschränkten Meßbarkeit der physikalisch wichtigen Funktionen. Verwandte Züge zum logischen Positivismus – axiomatische Basis einer Theorie bei Ludwig, wenn alle Terme der Theorie unabhängig von dieser Theorie interpretiert oder gemessen werden können. - 3. Einführung spezieller Begriffe: Raum und Zeit. --> Düsberg (S. 111): Untersucht historische Bemühungen um immer bessere Zeitskala. Gewissen Phänomene können mit neuer Skala geklärt werden, die mit alter Skala unerklärt bleiben. Historische Beispiele. Pfarr (S. 147): Er geht der Frage nach, wie der Protophysiker mit der relativistischen Uhrenverzögerung zurecht kommt. Mainzer (S. 127): Mathematische Grundlagenforschung wird hervorgehoben: Für Raummessungen müssen Koordinatensysteme und dafür reelle Zahlen benutzt werden. Schmidt (S. 167): Baut gesamte Geometrie auf, gestützt auf den Begriff des möglichen starren Körpers, der durch Zusammensetzung einfacher Körper gebildet werden kann, und auf eine Enthaltenseinsrelation solcher möglicher Körper in anderen. - 4. Begriffe der Mechanik: Axiomatisierungsvorschläge von Mayr (S. 219), Kamlah (S. 191) und Tetens (S. 239).

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