Innovationsarbeit im Enterprise 2.0 - Organisationaler Wandel durch Adaption von Microblogging
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Innovationsarbeit im Enterprise 2.0 - Organisationaler Wandel durch Adaption von Microblogging
TA-PROJEKTE
Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis 18. Jg., Heft 3, Dezember 2009 Seite 65
TA-PROJEKTE
Innovationsarbeit im
Enterprise 2.0
Organisationaler Wandel durch
Adaption von Microblogging
von Emanuel Beerheide, TU Dortmund,
Lutz Gerlach und Stefan Hauptmann,
cm|d – corporate mind development
Der Trend zum Enterprise 2.0 steht für die
Adaption von Kommunikationstechnologien
und -formen des Web 2.0 in Unternehmen.
Zielvorstellung dabei ist, die Zusammenar-
beit von Mitarbeitern bei der Koordination
von Projekten zu unterstützen, das Wissens-
und Innovationsmanagement zu verbessern
sowie die Innen- und Außenkommunikation
stärker zu verschränken. Das laufende Pro-
jekt integro befasst sich daher u. a. mit fol-
genden Fragen: Was sind die Voraussetzun-
gen für erfolgreiche betriebliche Adaptions-
prozesse von Web 2.0-Instrumenten? Wie
wirkt Web 2.0, einmal erfolgreich adaptiert,
auf das Unternehmen zurück? Welche Aus-
wirkungen hat es auf das interne und exter-
ne Handeln, auf Strukturen und Kulturen des
Unternehmens und sein Innovationsmana-
gement? Bereits heute absehbare Folgen
stellen die Autoren am Beispiel von „Enter-
prise Microblogging“ vor.
1 Einleitung
Web 2.0-Instrumente wie Microblogging, sozi-
ale Netzwerke, Wikis und Blogs haben dem
Internet eine neue Dynamik verliehen. Im Ge-
gensatz zum Internet der vergangenen fünf
Jahre steht nun jedem Nutzer eine Vielzahl von
Schnittstellen zur Verfügung, eigene Inhalte ins
Web zu stellen und mit anderen Nutzern zu
teilen (user generated content). Die kollektive
Wissensbasis „Internet“ ist dadurch stark ge-
wachsen, wie beispielsweise die Online Enzy-
klopädie Wikipedia verdeutlicht.
Diese kollektive Kreativität kann auch die
Innovationsfähigkeit von Unternehmen stärken.
Viele Unternehmen führen gegenwärtig Wikis
und Blogs im eigenen Intranet und zur Kom-
munikation mit externen Akteuren ein. Dies
geschieht in der Hoffnung, dass das implizite
Wissen der Belegschaft zum Wissen des Un-
ternehmens wird und externes Wissen im eige-
nen Hause nutzbar gemacht werden kann. Dies
ist von besonderer Bedeutung, da wissensinten-
sive Dienstleistungen und Produkte zu verän-
derten Bedingungen der Formierung und Integ-
ration geeigneter Expertise führen und die gän-
gigen Innovationsstrategien und -konzepte
selbst unter Veränderungsdruck setzen. Das
Modell wissenschaftsgetriebener Innovation
wird durch ein Modell relativiert, in dem Ak-
teure unterschiedlicher gesellschaftlicher Sub-
systeme relevante Innovationsbeiträge leisten.
Bullinger (2006) spricht von einem „Paradig-
menwechsel des Innovationssystems“, in des-
sen Folge sich auch das Verhältnis von techno-
logischen und sozialen Innovationen verändere.
Zielte Innovation bisher primär auf die natur-
und ingenieurwissenschaftlich geprägte und
getriebene Hervorbringung neuer Produkte und
Verfahren, werden soziale Innovationen zu-
künftig stärker in den Fokus rücken (Howaldt
et al. 2008). Dabei wird die Bedeutung flexib-
ler Innovationsnetzwerke zunehmen, und die
klar strukturierte und abgegrenzte Organisation
der Vergangenheit wird Teil eines ökonomi-
schen Netzes, welches den unidirektionalen
Charakter traditioneller Kooperationsbeziehun-
gen (Zulieferer – Abnehmer) aufhebt. Lieferan-
ten werden zu gleichwertigen Wertschöpfungs-
partnern und Kunden verwandeln sich in Inno-
vationspartner: „Ein großer Teil industrieller
Innovation wird nicht von den Herstellern ge-
schaffen, sondern durch die Nutzer der Produk-
te initiiert.“ (Bullinger 2006, S. 14)
In diesem Kontext steht daher die Frage
nach neuen Entwicklungen im Innovationsma-
nagement im Mittelpunkt des Projekts integro
(„Integriertes Innovations-, Wissens- und HR-
Management in Unternehmen und Innovati-
onsnetzwerken der High-Tech-Branche am
Beispiel der Informationstechnik und Me-
chatronik“), das durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung und den Europäi-
schen Sozialfonds der Europäischem Union mit
dem DLR als Projektträger gefördert wird und
eine Laufzeit von April 2008 bis April 2011
hat. Im Projekt werden Funktionsmechanismen
elaborierter Innovationskonzepte untersucht
und Maßnahmen zur breiten Unterstützung der
Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis 18. Jg., Heft 3, Dezember 2009 Seite 65
TA-PROJEKTE
Innovationsarbeit im
Enterprise 2.0
Organisationaler Wandel durch
Adaption von Microblogging
von Emanuel Beerheide, TU Dortmund,
Lutz Gerlach und Stefan Hauptmann,
cm|d – corporate mind development
Der Trend zum Enterprise 2.0 steht für die
Adaption von Kommunikationstechnologien
und -formen des Web 2.0 in Unternehmen.
Zielvorstellung dabei ist, die Zusammenar-
beit von Mitarbeitern bei der Koordination
von Projekten zu unterstützen, das Wissens-
und Innovationsmanagement zu verbessern
sowie die Innen- und Außenkommunikation
stärker zu verschränken. Das laufende Pro-
jekt integro befasst sich daher u. a. mit fol-
genden Fragen: Was sind die Voraussetzun-
gen für erfolgreiche betriebliche Adaptions-
prozesse von Web 2.0-Instrumenten? Wie
wirkt Web 2.0, einmal erfolgreich adaptiert,
auf das Unternehmen zurück? Welche Aus-
wirkungen hat es auf das interne und exter-
ne Handeln, auf Strukturen und Kulturen des
Unternehmens und sein Innovationsmana-
gement? Bereits heute absehbare Folgen
stellen die Autoren am Beispiel von „Enter-
prise Microblogging“ vor.
1 Einleitung
Web 2.0-Instrumente wie Microblogging, sozi-
ale Netzwerke, Wikis und Blogs haben dem
Internet eine neue Dynamik verliehen. Im Ge-
gensatz zum Internet der vergangenen fünf
Jahre steht nun jedem Nutzer eine Vielzahl von
Schnittstellen zur Verfügung, eigene Inhalte ins
Web zu stellen und mit anderen Nutzern zu
teilen (user generated content). Die kollektive
Wissensbasis „Internet“ ist dadurch stark ge-
wachsen, wie beispielsweise die Online Enzy-
klopädie Wikipedia verdeutlicht.
Diese kollektive Kreativität kann auch die
Innovationsfähigkeit von Unternehmen stärken.
Viele Unternehmen führen gegenwärtig Wikis
und Blogs im eigenen Intranet und zur Kom-
munikation mit externen Akteuren ein. Dies
geschieht in der Hoffnung, dass das implizite
Wissen der Belegschaft zum Wissen des Un-
ternehmens wird und externes Wissen im eige-
nen Hause nutzbar gemacht werden kann. Dies
ist von besonderer Bedeutung, da wissensinten-
sive Dienstleistungen und Produkte zu verän-
derten Bedingungen der Formierung und Integ-
ration geeigneter Expertise führen und die gän-
gigen Innovationsstrategien und -konzepte
selbst unter Veränderungsdruck setzen. Das
Modell wissenschaftsgetriebener Innovation
wird durch ein Modell relativiert, in dem Ak-
teure unterschiedlicher gesellschaftlicher Sub-
systeme relevante Innovationsbeiträge leisten.
Bullinger (2006) spricht von einem „Paradig-
menwechsel des Innovationssystems“, in des-
sen Folge sich auch das Verhältnis von techno-
logischen und sozialen Innovationen verändere.
Zielte Innovation bisher primär auf die natur-
und ingenieurwissenschaftlich geprägte und
getriebene Hervorbringung neuer Produkte und
Verfahren, werden soziale Innovationen zu-
künftig stärker in den Fokus rücken (Howaldt
et al. 2008). Dabei wird die Bedeutung flexib-
ler Innovationsnetzwerke zunehmen, und die
klar strukturierte und abgegrenzte Organisation
der Vergangenheit wird Teil eines ökonomi-
schen Netzes, welches den unidirektionalen
Charakter traditioneller Kooperationsbeziehun-
gen (Zulieferer – Abnehmer) aufhebt. Lieferan-
ten werden zu gleichwertigen Wertschöpfungs-
partnern und Kunden verwandeln sich in Inno-
vationspartner: „Ein großer Teil industrieller
Innovation wird nicht von den Herstellern ge-
schaffen, sondern durch die Nutzer der Produk-
te initiiert.“ (Bullinger 2006, S. 14)
In diesem Kontext steht daher die Frage
nach neuen Entwicklungen im Innovationsma-
nagement im Mittelpunkt des Projekts integro
(„Integriertes Innovations-, Wissens- und HR-
Management in Unternehmen und Innovati-
onsnetzwerken der High-Tech-Branche am
Beispiel der Informationstechnik und Me-
chatronik“), das durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung und den Europäi-
schen Sozialfonds der Europäischem Union mit
dem DLR als Projektträger gefördert wird und
eine Laufzeit von April 2008 bis April 2011
hat. Im Projekt werden Funktionsmechanismen
elaborierter Innovationskonzepte untersucht
und Maßnahmen zur breiten Unterstützung der
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TA-PROJEKTE
Seite 66 Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis 18. Jg., Heft 3, Dezember 2009
Innovationstätigkeit sowie zur Kompetenzent-
wicklung zentraler Beschäftigtengruppen erar-
beitet. Wie moderne Kommunikationsmöglich-
keiten des Web 2.0 für Innovationen adaptiert
werden können, wird im Folgenden am Bei-
spiel von Enterprise Microblogging gezeigt.
2 Enterprise Microblogging
Als im Frühjahr 2006 mit dem Microblogging-
Dienst „Twitter“ ein neuartiges, pop-kulturell
anmutendes Kommunikationstool im Internet
verfügbar wurde, galt es zunächst vor allem als
Instrument zur Selbstdarstellung. Schnell wur-
de dann deutlich, dass das Twitter-Prinzip auch
in professionellen Kontexten nützliche Kom-
munikationsmöglichkeiten schafft (Böhringer,
Koch, Richter 2009; Barnes et al. 2010; Ger-
lach, Hauptmann 2009). Denn Microblogging
verbindet viele Funktionen bisher erfolgreicher
Kommunikationstools, ohne dabei deren un-
vorteilhafte Eigenschaften zu kopieren. Wie bei
Blogs kann jeder Nutzer etwas publizieren und
hat Chancen, eine vergleichsweise große Le-
serschaft damit zu erreichen. Wie bei E-Mails
können Netzwerkmitglieder auch direkt adres-
siert werden – sowohl öffentlich für die ande-
ren Abonnenten einsehbar als auch nicht-
öffentlich, d. h. nur für Sender und Empfänger
sichtbar. Wie bei SMS geschieht das Verfassen
und Absenden sehr schnell und direkt. Wie bei
Diskussionsgruppen bildet sich eine Form der
many-to-many-Kommunikation. Und wie bei
RSS-Feeds und Mashups stehen vielfältige
Filtermöglichkeiten und damit flexible Darstel-
lungsformen der Inhalte zur Verfügung.
Auf Microblogging-Plattformen wie Twit-
ter, Communote, Yammer oder Status.net kann
man mit einem Webbrowser zugreifen und wird
über eine simple grafische Oberfläche sofort
Teil des Netzwerks. „What are you doing“ –
dies fragt Twitter denjenigen, der sich ein Profil
erstellt hat. Jener kann dann Neuigkeiten über
sich oder über das, was ihn interessiert, „pos-
ten“. Die Verknüpfung von Sender und Emp-
fänger bei Microblogging erfolgt durch ein
Publish-Subscribe-Prinzip. Ein Anwender kann
andere Anwender abonnieren und bekommt
sodann alle Neuigkeiten von ihnen in seiner
Zeitleiste chronologisch aufgelistet. So entsteht
ein sich selbst organisierendes Informations-
netzwerk, in welchem jeder sowohl selbst Nach-
richten schreiben als auch die Nachrichten ande-
rer einsehen kann.
3 Enterprise Microblogging im Innovati-
onsprozess – der Fall communote.de
Im Rahmen der Fallstudien des integro-Projekts
wurde die Entwicklung von „Communote En-
terprise Microblogging“ der Firma Communar-
do in Dresden als Innovationsprozess ausge-
wählt, da zum einen die Art des Tools mit dem
speziellen Fokus auf Unternehmen in Deutsch-
land (und Europa) einzigartig ist. Zum andern,
weil es sich nicht um die inkrementelle Anpas-
sung von Kundenwünschen im Rahmen beste-
hender Technologien und Frameworks handelt,
sondern um eine Neu- bzw. Weiterentwicklung
einer Technologie für Unternehmen in Anleh-
nung an Tools aus dem Web 2.0-Kontext, insbe-
sondere Microblogging-Dienste wie Twitter,
Yammer und Status.net.
Eine Besonderheit des beschriebenen Falls
besteht in der Rekursivität der Toolentwicklung:
Bereits während der Entwicklung von Commu-
note Enterprise Microblogging wurde dieses
Instrument vom Entwicklerteam und im gesam-
ten Unternehmen eingesetzt und durch eine
interne Feedbackschleifenstruktur schrittweise
verbessert und weiterentwickelt. Das Tool dient
somit selbst zum fortwährenden kommunizieren
und diskutieren von Ideen sowie zur Archivie-
rung dieser, und damit zur kontinuierlichen
schrittweisen Verbesserung des Innovationspro-
zesses. Außerdem führte die Einbindung von
externen Akteuren durch Diplomarbeiten und
von externen Usern zur Anpassung des Tools an
die Bedürfnisse der „Endnutzer“. Die Möglich-
keit, sich mit externen Akteuren auszutauschen
und die einfache Bedienung sind herausragende
Merkmale von Communote Enterprise Mic-
roblogging und führten zu einer zwanglosen
unternehmensinternen Verbreitung dieser Form
von Kommunikation.
Wird die Implementierung von Microblog-
ging erfolgreich umgesetzt, kann es – wie im
Fall Communote geschehen – zu vielfältigen
Veränderungen im Unternehmen selbst führen:
Der E-Mailverkehr und das individuelle
„Horten“ von Wissen in privaten Postfächern
konnte bei Communote reduziert werden. E-
Seite 66 Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis 18. Jg., Heft 3, Dezember 2009
Innovationstätigkeit sowie zur Kompetenzent-
wicklung zentraler Beschäftigtengruppen erar-
beitet. Wie moderne Kommunikationsmöglich-
keiten des Web 2.0 für Innovationen adaptiert
werden können, wird im Folgenden am Bei-
spiel von Enterprise Microblogging gezeigt.
2 Enterprise Microblogging
Als im Frühjahr 2006 mit dem Microblogging-
Dienst „Twitter“ ein neuartiges, pop-kulturell
anmutendes Kommunikationstool im Internet
verfügbar wurde, galt es zunächst vor allem als
Instrument zur Selbstdarstellung. Schnell wur-
de dann deutlich, dass das Twitter-Prinzip auch
in professionellen Kontexten nützliche Kom-
munikationsmöglichkeiten schafft (Böhringer,
Koch, Richter 2009; Barnes et al. 2010; Ger-
lach, Hauptmann 2009). Denn Microblogging
verbindet viele Funktionen bisher erfolgreicher
Kommunikationstools, ohne dabei deren un-
vorteilhafte Eigenschaften zu kopieren. Wie bei
Blogs kann jeder Nutzer etwas publizieren und
hat Chancen, eine vergleichsweise große Le-
serschaft damit zu erreichen. Wie bei E-Mails
können Netzwerkmitglieder auch direkt adres-
siert werden – sowohl öffentlich für die ande-
ren Abonnenten einsehbar als auch nicht-
öffentlich, d. h. nur für Sender und Empfänger
sichtbar. Wie bei SMS geschieht das Verfassen
und Absenden sehr schnell und direkt. Wie bei
Diskussionsgruppen bildet sich eine Form der
many-to-many-Kommunikation. Und wie bei
RSS-Feeds und Mashups stehen vielfältige
Filtermöglichkeiten und damit flexible Darstel-
lungsformen der Inhalte zur Verfügung.
Auf Microblogging-Plattformen wie Twit-
ter, Communote, Yammer oder Status.net kann
man mit einem Webbrowser zugreifen und wird
über eine simple grafische Oberfläche sofort
Teil des Netzwerks. „What are you doing“ –
dies fragt Twitter denjenigen, der sich ein Profil
erstellt hat. Jener kann dann Neuigkeiten über
sich oder über das, was ihn interessiert, „pos-
ten“. Die Verknüpfung von Sender und Emp-
fänger bei Microblogging erfolgt durch ein
Publish-Subscribe-Prinzip. Ein Anwender kann
andere Anwender abonnieren und bekommt
sodann alle Neuigkeiten von ihnen in seiner
Zeitleiste chronologisch aufgelistet. So entsteht
ein sich selbst organisierendes Informations-
netzwerk, in welchem jeder sowohl selbst Nach-
richten schreiben als auch die Nachrichten ande-
rer einsehen kann.
3 Enterprise Microblogging im Innovati-
onsprozess – der Fall communote.de
Im Rahmen der Fallstudien des integro-Projekts
wurde die Entwicklung von „Communote En-
terprise Microblogging“ der Firma Communar-
do in Dresden als Innovationsprozess ausge-
wählt, da zum einen die Art des Tools mit dem
speziellen Fokus auf Unternehmen in Deutsch-
land (und Europa) einzigartig ist. Zum andern,
weil es sich nicht um die inkrementelle Anpas-
sung von Kundenwünschen im Rahmen beste-
hender Technologien und Frameworks handelt,
sondern um eine Neu- bzw. Weiterentwicklung
einer Technologie für Unternehmen in Anleh-
nung an Tools aus dem Web 2.0-Kontext, insbe-
sondere Microblogging-Dienste wie Twitter,
Yammer und Status.net.
Eine Besonderheit des beschriebenen Falls
besteht in der Rekursivität der Toolentwicklung:
Bereits während der Entwicklung von Commu-
note Enterprise Microblogging wurde dieses
Instrument vom Entwicklerteam und im gesam-
ten Unternehmen eingesetzt und durch eine
interne Feedbackschleifenstruktur schrittweise
verbessert und weiterentwickelt. Das Tool dient
somit selbst zum fortwährenden kommunizieren
und diskutieren von Ideen sowie zur Archivie-
rung dieser, und damit zur kontinuierlichen
schrittweisen Verbesserung des Innovationspro-
zesses. Außerdem führte die Einbindung von
externen Akteuren durch Diplomarbeiten und
von externen Usern zur Anpassung des Tools an
die Bedürfnisse der „Endnutzer“. Die Möglich-
keit, sich mit externen Akteuren auszutauschen
und die einfache Bedienung sind herausragende
Merkmale von Communote Enterprise Mic-
roblogging und führten zu einer zwanglosen
unternehmensinternen Verbreitung dieser Form
von Kommunikation.
Wird die Implementierung von Microblog-
ging erfolgreich umgesetzt, kann es – wie im
Fall Communote geschehen – zu vielfältigen
Veränderungen im Unternehmen selbst führen:
Der E-Mailverkehr und das individuelle
„Horten“ von Wissen in privaten Postfächern
konnte bei Communote reduziert werden. E-
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