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Microblogging als Baustein für ein Innovationsmanagement in Netzwerken

by Lutz Gerlach, Stefan Hauptmann
Wissenschaftliche Schriftenreihe Des Instituts Für Betriebswissenschaften Und Fabriksysteme Sonderheft 15 Vernetzt Planen Und Produzieren VPP2009 Tagungsband Chemnitz (2009)

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Microblogging als Baustein für ein Innovationsmanagement in Netzwerken

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Microblogging als Baustein für ein Innovationsmanagement in
Netzwerken
Lutz Gerlach und Stefan Hauptmann, cm|d - corporate mind development
1 Anforderungen an ein Innovationsmanagement in Netzwerken:
Prozesstransparenz und Ideendiffusion
Insbesondere mittelständische Unternehmen sichern ihre (internationalen) Wettbewerbsvorteile
und damit ihr dauerhaftes Überleben durch besonders hohe Innovationsfreudigkeit und
Flexibilität ab (CHEN/HAMBRICK 1995; RAABE/SCHULZ 2005; HAMER 2006). Dabei beziehen sich
Innovationen nicht aussschließlich auf Produkte, sondern auch auf neue Abläufe und
Arbeitsformen, die Technologie, Logistik und Organisation integrieren (ORLIKOWSKI 2008;
GERLACH 2008).
In Sachsen wird zur zur Stärkung von Innovationen erfolgreich Netzwerkarbeit betrieben. Als
Beispiele gelten verschiedene Verbundinitiativen, wie die Verbundinitiativen Automobilzulieferer
Sachsen AMZ, VEMAS, das Textilindustrienetzwerk Inntex sowie der Interessensverband
Chemnitzer Maschinenbau e.V. Die Effekte dieser Netzwerkaktivitäten wurden und werden
intensiv theoretisch und empirisch erforscht. Zu erwähnen sind hier der an der TU Chemnitz
angesiedelte Sonderforschungsbereich (SFB) 457 "Hierarchielose regionale
Produktionsnetzwerke" und die jährlich stattfindenden Konferenzen "Vernetzt Planen und
Produzieren".
Die in diesen Projekten nachgewiesenen Innovationseffekte von Netzwerken führen letztlich
auch zu konkreten Fragen an ein Innvationsmanagement auf einer prakatischen
Instrumentenebene:
Wie kann konkret bewerkstelligt werden, dass Problemstellungen, Ideen und
Innovationen aus Netzwerken in die einzelnen Unternehmen diffundieren und vice versa?
Also inbesondere:
Mit welchen Tools lässt sich innerhalb von Netzwerken hohe Transparenz zu laufenden
Prozessen in den beteiligten Unternehmen erzeugen?
Wie können Mitarbeiter in Unternehmensnetzwerken Informationen zu neuen Ideen und
Vorhaben möglichst schnell und unkompliziert austauschen?
Gänzlich neuartige Bausteine für Wissenstransfer innerhalb von Innovationsnetzwerken abseits
von arbeitsorganisatorischen Instrumenten und Qualifizierungsmaßnahmen, von Telefon und E-
Mail finden sich im Bereich der Web 2.0 Technologien. Vielversprechend aus Sicht eines
Innovationsmanagements in Netzwerken erscheint vor allem Microblogging.
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2 Microblogging: ein neuer Baustein für ein Netzwerk-Innovationsmanagement
2.1 Was ist Microblogging?
Microblogging-Dienste wie Twitter, Yammer, Communote, Socialcast und Laconica sind
webbasierte Informations- und Kommunikationstools für praktisch unbegrenzt viele Teilnehmer
(BÖHRINGER/RÖHRBORN 2008; ZHAO/ROSSON 2008; BÖHRINGER/RICHTER 2009). Das Prinzip
von Microblogging auf den Punkt gebracht: Jeder Nutzer kann in einer Microblogging-
Webanwendung kurze bis mittellange Nachrichten schreiben (inkl. Links, File-Anhänge, Bilder,
Video usw.), die von anderen Nutzern je nach Interessenslage abonniert werden
(channelbasierten Publish-Subscribe Technologie).
Diese Micronachrichten-Abonnements können vom Nutzer selbst auf vielfältige Art nach seinen
Bedürfnissen sortiert und dargestellt werden, z.B. nach Gruppen / Teams / Projekten /
Unternehmen / Kunden, aber auch zeitlich nach Stichworten, oder nach frei definierten Themen.
Selbstverständlich sind direkte Antworten auf Postings wie auch geschütze Direktnachrichten
zwischen den Nutzern möglich.

Statusmeldungen über das, was jemand gerade liest, über Probleme, die es in einem Projekt
gibt, über Wasserstandsmeldungen eines Workflows, aber auch Fragen an die Community - all
dies lässt sich wie beispielsweise der Dienst Twitter und die Enterprise-Tools Yammer und
Communote zeigen, mit Microblogging weitaus transparenter und effektiver verwirklichen, als
mit allen bisher bekannten IT-Instrumentarien. Die etablierten Kommunikationsformen E-Mail,
Telefon und Meetings werden dabei teils ersetzt, teils findet mit Microblogging auch
Kommunikation statt, die ansonsten nicht stattgefunden hätte (HAUPTMANN 2009).

Erste Anwendungen von Microblogging in Unternehmen zeigen deutlich, dass sich
Microblogging-Dienste erfolgreich und nutzenstiftend aus dem „freien Internet“ in
Businessanwendung übertragen lassen (BARNES et al. 2009, BÖHRINGER et al. 2009;
BÖHRINGER/RÖHRBORN 2008). Ob dies auch für ein Innovationsmanagement in Netzwerken
gelten kann, wird im folgenden diskutiert.
2.2 Potenziale von Microblogging in Innovationsnetzwerken
Die Pontenziale von Microblogging in Innovationsnetzwerken liegen in der Intensivierung des
Wissensaustauschs. Sie geben den Mitarbeitern vernetzter Unternehmen die Möglichkeit,

a) Problemstellungen und Ideen von Mitarbeitern anderer Unternehmen aus dem Netzwerk
heraus in Form von kurzen Nachrichten zu empfangen und
b) umgekehrt auch eigene Probleme und Ideen in das Netzwerk hinein zu senden.

Möglich wird dieser Informationsaustausch durch eine Reihe von technischen, arbeits-
organisatorischen und psychologischen Besonderheiten der Nutzung von Microblogging.
Insbesondere die folgenden Punkte sind für den Einsatz von Microblogging in
Innovationsnetzwerken relevant:

Hohe technische Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Mobilität. Wie der Dienst Twitter mit
täglich 310 Million Seitenaufrufen und 43 Millionen Seitenbesuchern zeigt, skaliert

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