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Modellierung von Anwenderverhalten im Social Semantic Web

by Armin Ulbrich, Patrick Höfler, Stefanie Lindstaedt
Media (2009)

Abstract

Ziel dieses Kapitels ist es, gemeinsame Verwendungsszenarien des Semantic Web und des Social Web zu identifizieren und zu benennen. Dabei wird ein Teilaspekt des Themengebiets im Detail betrachtet: die Nutzung von Services, die Beobachtungen des Verhaltens von Anwendern analysieren, um daraus maschinell interpretierbare Informationen zu erhalten und diese als Modelle zu organisieren. Es werden zunächst einige Eigenschaften und Unterscheidungsmerkmale von Anwenderverhalten und organisierten Modellen dargestellt. Anschließend wird der mögliche wechselseitige Nutzen von Anwenderverhalten und Modellen diskutiert. Den Abschluss bildet eine Betrachtung einiger exemplarischer Software-Services, die heute schon verwendet werden, um Anwenderverhalten in Modelle überzuführen.

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Modellierung von Anwenderverhalten im Social Semantic Web

9. Modellierung von Anwenderverhalten
im Social Semantic Web
Armin Ulbrich, Patrick Höfler und Stefanie Lindstaedt
Know-Center, Graz, Austria
{aulbrich; phoefler; slind}@know-center.at
Zusammenfassung: Ziel dieses Kapitels ist es, gemeinsame Verwendungsszena-
rien des Semantic Web und des Social Web zu identifizieren und zu benennen.
Dabei wird ein Teilaspekt des Themengebiets im Detail betrachtet: die Nutzung
von Services, die Beobachtungen des Verhaltens von Anwendern analysieren, um
daraus maschinell interpretierbare Informationen zu erhalten und diese als Model-
le zu organisieren. Es werden zunächst einige Eigenschaften und Unterschei-
dungsmerkmale von Anwenderverhalten und organisierten Modellen dargestellt.
Anschließend wird der mögliche wechselseitige Nutzen von Anwenderverhalten
und Modellen diskutiert. Den Abschluss bildet eine Betrachtung einiger exempla-
rischer Software-Services, die heute schon verwendet werden, um Anwenderver-
halten in Modelle überzuführen.
Einleitung
Das World Wide Web hat eine außerordentliche Größe und Wichtigkeit in
Wissenschaft, Wirtschaft und Unterhaltung erreicht. Laut Internet Usage
Statistics
1
sind zurzeit mehr als 1,2 Milliarden Menschen Nutzer des Inter-
net und damit zum großen Teil auch des World Wide Web. Diese gewal-
tige Menge an Menschen liest Inhalte, tauscht sich aus, bildet soziale Netz-
werke oder kauft Produkte über Services, die von den mehr als 60
Millionen aktiven Websites
2
des Internet angeboten werden. Ein bemer-
kenswerter Aspekt an der Internetnutzung ist, dass sich Anwender mehr
und mehr aktiv einbringen und Inhalte unterschiedlichster Art selbst pro-
duzieren anstatt lediglich vorab erstellte Inhalte passiv zu konsumieren.
Die absolute Zahl der Webnutzer, die aktiv an der Erstellung von Inhalten

1
http://www.internetworldstats.com/stats.htm
2
http://www.netcraft.com/Survey/
Page 2
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160 9. Modellierung von Anwenderverhalten im Social Semantic Web
mitarbeiten, hat sich in den vergangenen Jahren verhundertfacht [8]. Ein
Ergebnis dieser Entwicklung ist die Transformation des Word Wide Web
hin zu einem neuen Web, dem so genannten „Web 2.0“, „Social Web“ oder
„Read-Write Web“. Dieses neue Web ist durch Eigenschaften charakteri-
siert, die Tim O’Reilly und andere in [18] und [21] als Entwurfsmuster
(auf Englisch „Design Patterns“) zusammengefasst haben: „The Long Tail,
Data is the Next ‚Intel Inside‘, Users Add Values, Network Effects by
Default, Some Rights Reserved, The Perpetual Beta, Cooperate, Don’t
Control, Software above the Level of the Single Device“. Anwendungen,
die diese Muster des Web 2.0 aufweisen, haben zumindest zwei Eigen-
schaften gemeinsam:
ξ Die wichtigen Teile der Datenbestände und Analysemöglichkeiten, die
den Mehrwert einer Anwendung ausmachen, ergeben sich aufgrund der
Verwendung durch eine möglichst große Zahl von Personen.
ξ Anwendungen, die mit weiteren Angeboten des Web 2.0 kooperieren,
erweitern ihre Datenbestände und Analysemöglichkeiten und können
potentiell erfolgreicher sein als andere.
Die zahlenmäßig massive und aktive Nutzung von Web 2.0 Angeboten
und die Kooperationen auf Ebene von Daten und Anwendungen zeichnen
das Neue des Web 2.0 aus.
Technologische und andere Bedingungen
Die Bedingungen, unter denen dies möglich geworden ist, besitzen natur-
gemäß eine starke technologische Dimension: Seit den Anfängen des
World Wide Web 1989 werden Web-Technologien ständig weiter ent-
wickelt. Die Technologien ermöglichen es – zunächst unabhängig vonein-
ander – das Layout der Webseiten zu verbessern (das Center-Tag, einge-
führt mit dem Mosaic Netscape Browser 1994, sei hier beispielhaft erwähnt
oder CSS, das 1996 vom World Wide Web Consortium empfohlen wird),
vormals statische Webseiten mit Interaktivität auszustatten (etwa durch
eine 1995 von Netscape und Sun als LiveScript, später JavaScript, einge-
führte Programmiersprache) und die Kommunikation zwischen Browser
und Webserver dynamisch zu machen (durch die Einführung des asynchro-
nen Austausches von XML-basierten Daten mit dem Internet Explorer 5 im
Jahr 1999). Im Jahr 2005 werden diese und einige weitere Technologien
unter dem griffigen Namen AJAX zusammengefasst [4]. Daraufhin begin-
nen Entwickler in großer Zahl neue Webanwendungen zu erstellen und die
Einsatzmöglichkeiten dieser Technologien auszureizen. Bislang unbekann-
te Interaktionsmöglichkeiten werden im Web durch schnelle, interaktive

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