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(2010)

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Motive für Blockbildung






Motive für Blockbildung







Seminararbeit



am Institut für Geographie
der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster






Themensteller: Prof. Dr. Gerald Wood
Veranstaltung: Wirtschafts-und Verkehrsgeographie

vorgelegt von: Steffan Voß
Rudolf-Harbig-Weg 55
48149 Münster



Abgabetermin: 24. Juni 2010
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II
II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis I I I  
Abkürzungsverzeichnis I V  
1   Motivation 1  
2   G rundlagen 2  
2.1   Supranational 2  
2.2   Wirtschaftsblock 3  
2.3   Nationalstaat 4  
2.4   Zusammenstellung der bedeutendsten supranationalen
Integrationsräume 5  
3   Motive für Blockbildung 6  
3.1   Wirtschaftliche Motive 6  
3.1.1  Schaffung einer Währungsunion 6  
3.1.2  1XW]XQJYRQJOREDOHQ|IIHQWOLFKHQ*WHUQ 7  
3.1.3  Eigendynamik des Weltwirtschaftsraumes 8  
3.1.4  Verhinderung des wirtschaftlichen Rückstands 9  
3.1.5  Ordnung von Handelsbeziehungen 9  
3.1.6  Vermeidung von Länderrisiken 10  
3.1.7  Weitere Motive 11  
3.2   Außerökonomische Motive 12  
3.2.1  Vermeidung von Umweltbelastungen 12  
4   Umsetzung der Motive an einem ausgewählten Beispiel 13  
4.1   Boeing gegen Airbus vor der WTO 13  
5   Fazit 14  
L iteraturverzeichnis 16  

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III
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Grad der Entwicklungsmöglichkeiten von Wirtschaftsblöcken. 3  
Abbildung 2: Einflüsse auf den Nationalstaat. 4  
Abbildung 3: Ausgewählte bedeutende Integrationsräume. 5  

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IV
IV
Abkürzungsverzeichnis
NIC Newly Industrialised Country
GPG Global Public Good
ISAF International Security Assistance Force
NGO Non-Governmental Organisation
WTO World Trade Organization
USA United States of America


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1
1 Motivation
Wissentlich oder unwissentlich ist ein Großteil der Weltbevölkerung in supranati-
onale Blöcke eingebunden.1 Eine Gemeinsamkeit ist in allen Blöcken vorzufin-
den, es gibt eine Motivation aus dem Bereich, Wirtschaft, Kultur, Ideologie,
Sicherheitsbedürfnis, Hegemonie, oder einer Kombination aus diesen. Die daraus
erwachsenden Verflechtungen sind schwer zu durchschauen. Beständig werden
nur die Offensichtlichsten in der medialen Welt verbreiteten Konflikte wahrge-
nommen. Die öffentliche Empörung über die mutmaßliche Bevorzugung von
Boeing2 wird von den europäischen Subventionen für den Agrarsektor kontras-
tiert.3
Die Gründe sind vielfältig, wollte Europa nicht Boeing und damit den USA den
Flugzeugbau überlassen4 ist noch immer eine Angst vor möglichen Nahrungsmit-
tel Engpässen in Europa vorhanden5. Konflikte ergeben sich aber auch innerhalb
der Blöcke. Der Versuch nach außen geschlossen zu wirken eröffnet die Frage
nach der Führungsrolle in einem Block. Am Beispiel der Europäischen Union
muss die Frage erörtert werden, welcher Standpunkt, z.B. in der Terrorismusbe-
kämpfung, nach außen vertreten werden soll. Darüber hinaus ist die Verteilung
von Geldern ein Streitthema6 und selbst die Wahl der Sprache kann zu Konflikten
führen.7
Eine klare Darlegung der Motive und Ziele kann zu mehr Akzeptanz der beteilig-
ten Bürger und Staaten führen.8 Zu diesem Zweck müssen die Motive deutlich
genannt und die möglichen Vor ± und Nachteile aufgezeigt werden. Im Rahmen
dieser Seminararbeit werden die wesentlichen wirtschaftlich Motive erarbeitet und
aufgezeigt.
Nach einer Definition der Kernbegriffe Supranational, Block und Nationalstaat
wird eine Übersicht über Blockstrukturen aufgezeigt. In Kapitel 3 folgt die Identi-
fizierung von leitenden Motiven mit dem Schwerpunkt auf die wirtschaftlichen

1 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 54.
2 Vgl. Heyman (2006), S. 1.
3 Vgl. Hiller (2009), S. 19.
4 Vgl. Heyman (2006), S. 4.
5 Vgl. Hiller (2009), S. 18.
6 Vgl. Rottgardt (2006), S. 28.
7 Vgl. Hertel (1999), S. 206 f.
8 Vgl. Backhaus (2009), S. 107.
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2
Leitmotive. Im Anschluss wird in Kapitel 4 die Durchsetzung der Motive und
damit verbundenen Problematiken an ausgewählten Beispielen aufgezeigt. Ab-
schließend erfolgt eine Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse.
2 G rundlagen
2.1 Supranational
Der Begriff Supranational leitet sich vom lateinischen supra āEHU³XQGnatio für
Ä9RON³ DE 'LH %HGHXWXQJ OLHJW LQ GHU 9HUODJHUXQJ XQG hEHUWUDJXQJ YRQ Ee-
stimmter charakteristischer rechtlicher Autorität und entscheidungsbefugter Orga-
ne der Mitgliedsstaaten auf Institutionen oder internationale Körperschaften.9
Die Weitergabe von Souveränität sowie die Zusammenfassung muss unterschie-
den werden. Die Weitergabe tritt genau dann ein, wenn es supranationalen Akteu-
ren erlaubt ist, Entscheidungen über einst autonome Autoritätsbereiche zu treffen.
Dabei wird jegliches Vetorecht ausgeschlossen. Dem gegenüber steht die gemein-
schaftliche Souveränität. Jede Entscheidung wird durch eine Wahl getroffen, die
nicht notwendigerweise einstimmig sein muss.10
Oft wird eine Menge von überstaatlich agierenden Institutionen bereits als supra-
national bezeichnet. Streng genommen bezieht sich der Begriff allerdings auf
kennzeichnende internationale Institutionen und internationale Justizbehörden.11 12
Der Begriff der supranationalen Zusammenschlüsse - bezogen auf die Integration
von Staaten zu Wirtschaftsblöcken - beschreibt die vorherrschende Blockbildung
unter Beachtung der supranationalen Charakteristiken. HAAS und NEUMAIR defi-
nieren Wirtschaftsblöcke bzw. supranationale Zusammenschlüsse durch die Über-
nahme von Entscheidungsgewalt und Gestaltungsgewalt durch gemeinsame Orga-
ne.13
Neben dem Begriff des supranationalen Zusammenschlusses existiert der Begriff
der supranationalen Union. Die Wortbedeutung der supranationale Union hinge-
gen lässt nur die Europäische Union als bisher einzige supranationale Union zu.

9 Vgl. McLean, McMillan (2009), S. 520.
10 Vgl. Little, Smith (2006), S. 142 f.
11 Vgl. Little, Smith (2006), S. 142 f.
12 Z.B. die Europäische Kommission für die Exekutive, dass Europäische Parlament für die
Legislative so wie der Europäische Gerichtshof für die Judikative.
13 Vgl. Haas, Neumair (2006), S. 382.
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3
Es wird die Weitergabe von Souveränität umgesetzt. Damit verbleibt die Kompe-
tenz-Kompetenz14 bei den Mitgliedsstaaten.15
Die der Seminararbeit zugrunde gelegte Definition von Supranationalität soll sich
dem supranationalitäts- Begriff von HAAS und NEUMAIR zu eigen machen. Dabei
wird bewusst auf die komplette Schärfe des Begriffs verzichtet, um mit bereits
bestehenden Arbeiten bzgl. der Definitionen zu harmonieren.
2.2 Wirtschaftsblock
Der Weltwirtschaftsraum ist der Container aller weltweiten wirtschaftlichen Akti-
vitäten unter Einbeziehung internationaler Wirtschaftsbeziehungen. Von besonde-
rem Interesse ist das Geflecht über Kontinente, Landesteile und Volkswirtschaften
hinweg.16
Wirtschaftsblöcke sind konkrete geographische Ausprägungen im Weltwirt-
schaftsraum. HAAS, NEUMAIR und SCHLESINGER beschreiben sie als Ergebnis der
Äökonomischen und politischen Integration einzelner Staaten³17 Neben der resul-
tierenden Liberalisierung und Deregulierung kommt es häufig zur Errichtung re-
gionaler Integrationsräume.18
Die Kooperation von mindestens zwei Staaten bzgl. ihrer wirtschaftlichen Bezie-
hungen in unterschiedlich starker Ausprägung bis zu einem Zusammenschluss zu
einer Wirtschaftsunion bezeichnet man als regionale Integration.19




Regionale Wirtschaftsblöcke lassen sich nach dem Grad ihrer Kooperation kate-
gorisieren (siehe Abbildung 1). Präferenzzonen stellen mit Handelsvergünstigun-

14 Die Befugnis eines staatlichen Organs Zuständigkeiten festzulegen.
15 Vgl. Kiljunen (2004), S. 21-25.
16 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 2.
17 Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 54.
18 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 54.
19 Vgl. Dieckheuer (2001), S. 193.
Präferenzzone Freihandels-­‐zone Zollunion
Gemeinsamer  
Markt
Wirtschafts-­‐
union
Abbildung 1: Grad der Entwicklungsmöglichkeiten von Wirtschaftsblöcken.
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4
gen die geringfügigste Art der Zusammenarbeit da. Durch den vollständigen oder
teilweisen Abbau von Handelshemmnissen definiert sich die Freihandelszone.
Die Mitglieder einer Zollunion besitzen darüber hinaus ein gemeinsames Zollge-
biet. Freier Waren-, Dienstleistungs-, Personen- so wie Kapitalverkehr kennzeich-
nen den Gemeinsamen Markt. Kommt es zur Annäherung der wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen spricht man von einer Wirtschaftsunion.20 21
Mit fortschreitender Integration kann innerhalb einer Wirtschaftsunion, u.a. zum
Zwecke der Vermeidung von Wettbewerbsverzerrung, aufgrund von Wechsel-
kursmanipulation, eine Währungsunion etabliert werden.22
Der Weitergabe von Kompetenz und dem damit verbundenen Gestaltungsverlust
stehen konkrete wirtschaftliche Vergünstigungen gegenüber.
2.3 Nationalstaat
Der Nationalstaat ist ein Staatenmodel bestehend aus einem Staat und einer Nati-
on.23 Der Nationalstaat integriert eine Bevölkerung mit gleicher Kultur, Wertvor-
stellungen und Brauchtum. Neben extremen Ausprägungen des Nationalstaates im
historischen Kontext und dem prognostizierten Ende ist er neben dem Vielvölker-
staat das vorherrschende Staatenmodel.24

20 Vgl. MacKinnon, Cumbers (2007), S. 132 f.
21 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 55-57.
22 Vgl. Vgl. Kaelble (1995), S. 9 f.
23 Vgl. Voigt (2005), S. 177 f.
24 Vgl. Kaelble (1995), S. 9 f.
Abbildung 2: Einflüsse auf den Nationalstaat.
Nationalstaat
Migration
Terrorismus
Umwelt-­‐
katastrophen
Bewaffnete  
Konflikte
Globalisierung
Finanzkrisen
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5
Die in Abbildung 2 aufgeführten neuen Einflüsse auf den Nationalstaat sind nicht
mehr im Alleingang zu lösen. Diese Gefahren haben überregionale Auswirkungen
und sind ausschlaggebend für strukturelle Veränderungen der Beziehungen zwi-
schen Nationalstaaten.25
2.4 Zusammenstellung der bedeutendsten supranationalen
Integrationsräume
Durch die Verknüpfung der Begriffe supranational so wie Integrationsraum wer-
den Zusammenschlüsse von Nationalstaaten beschrieben, die Gestaltungs- so wie
Entscheidungsgewalt zu Gunsten einer verstärkten Liberalisierung durch den Ab-
bau bestehender Beschränkungen, verlagern und sich einem gemeinsamen Ver-
tragssystem unterwerfen.26 Dabei ist die Form des Integrationsraum von der An-
zahl der Mitgliedsstaaten und ihrer Einwohnerzahl oder dem Zeitpunkt der Grün-
dung unabhängig.

Integrationsraum Gründung Form
Europäische Union (EU) 1992 Wirtschafts- und
Währungsunion
World Trade Organization (WTO) 1995 Freihandelszone
North American Free Trade Ag-
reement (NAFTA)
1994 Freihandelszone
Southern Cone Common Market
(MERCOSUR)
1969 Gemeinsamer Markt
ASEAN Free Trade Agreement
(AFTA)
1967 (ASEAN), 1992
(AFTA)
Freihandelszone
Abbildung 3: Ausgewählte bedeutende Integrationsräume.27
Die in Abbildung 3 genannten Integrationsräume werden u.a. von MACKINNON,
CUMBERS hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistung und Einflusskraft als bedeu-
tendste Integrationsräume genannt.28

25 Vgl. Backhaus (2009), S. 269 f.
26 Vgl. Kulke (2008), S. 261.
27 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 56; MacKinnon, Cumbers (2007), S. 132.
28 Vgl. MacKinnon, Cumbers (2007), S. 132 f.
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3 Motive für Blockbildung
3.1 Wirtschaftliche Motive
3.1.1 Schaffung einer Währungsunion
MACKINNON und CUMBERS weisen anhand der aggressive Exportpolitik der Asia-
tischen NICs (Newly Industrialised Countries) Hong Kong, Singapur, Südkorea
und Taiwan beginnend mit der künstlichen Abwertung der eigenen Währung, um
eigene Exporte günstiger auf dem Weltmarkt anzubieten, auf die Chance hin, sich
auf diesem Weg Vorteile auf dem Weltmarkt zu verschaffen.29 Nach dem schei-
tern des Bretton Wood Systems,30 u.a. zur Vermeidung wechselkursbedingter
Wettbewerbsverzerrung existiert keine derart übergreifende Regelung mehr.
Das Ziel der Angleichung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zur Schaffung
einer Wirtschaftsunion beinhaltet ebenso die Chance auf Einrichtung einer Wäh-
rungsunion. Neben den identischen Zielen des Bretton Wood Systems, wie Stimu-
lierung der Wirtschaft, Vereinfachung von Zahlungsvorgängen und dem unterbin-
den künstliche Wettbewerbsverzerrungen, besteht die Möglichkeit, ein inflations-
freies Wachstum zu gewährleisten.31
Bestandteil der Erwartungen an die Europäische Währungsunion war im Jahr
1999 u.a. der Abbau der Staatsverschuldung. Dabei wurde Spanien und Irland
mittelfristig eingeräumt ihre Verschuldung komfortabel abzubauen. Zur Errei-
chung sollten alle Länder vom verbesserten makroökonomischen Umfeld und den
resultierenden niedrigen Zinsen in einem von höheren Wachstumsraten geprägten
Umfeld profitieren. Insgesamt sollte die Politik in die Lage versetzt werden, die
Schulden sozialverträglich abzubauen um den eigenen Handlungsspielraum zu
erweitern. Das Vertrauen der Finanzmärkte in die Stabilität der Länder sollte ge-
stärkt und durch den Wegfall von z.B. Wechselkursrisiken und insbesondere
künstlichen Verzerrungen an Liquidität gewinnen.32
Darüber hinaus führt eine Währungsunion zur Beendigung von Preisverzerrungen,
wie sie in mit unterschiedlichen Währungen gegenwärtig sind und damit zu mehr
Transparenz für alle Marktteilnehmer. Auf Basis dieser Transparenz soll sich das

29 Vgl. MacKinnon, Cumbers (2007), S. 124 f.
30 Beschreibt das internationale System von festen Wechselkursen, welches in den frühen 70er
des 20 Jhds. aufgegeben wurde.
31 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 57.
32 Vgl. Mundschenk, Schwarzer, Collignon (1999a)
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7
Preisniveau insgesamt angleichen. Durch die Anpassung des Preisniveaus glei-
chen sich ebenfalls die Beschaffungskosten für Kapital an, welches für Investition
eingesetzt werden kann.33 34
3.1.2 Nutzung von globalen|IIHQtlichen*WHUn
GPGs (Global Public Goods) lassen sich keinen Besitzrechten zuordnen und un-
terliegen einer weltweiten differenzierten Nutzung. Für einige Nationalstaaten
spielen ausgewählte GPGs eine essentielle Rolle in ihrer wirtschaftlichen Ent-
wicklung.35
Die GPGs lassen sich als eine Ausprägung der von HARDIN abstrahierten und aus-
formulierten Problematik der Nutzung von frei verfügbaren Gütern betrachten.
Seine Feststellung, dass die Freiheit der Güter sich für alle beteiligten negativ
auswirkt, unterstreicht die Motivation der Verbraucher und Bereitsteller, eine ge-
meinsame Lösung anzustrebenq36
Das eröffnet die Frage, zu welchen Anteilen die Bereitstellung übernommen wird
und welche Kosten damit verbunden sind. So wie diese Kosten aufgeteilt werden.
Akteure auf allen Ebenen bedienen sich an den GPGs bei gleichzeitiger Minimie-
rung des eigenen Beitrags bzgl. der Erhaltung und Bereitstellung. Der Versuch der
kostenlosen Nutzung, sofern nicht gewünscht, bedarf einer Regulierung über der
nationalstaatlichen Ebene. Die von nationalen Interessen und privaten Akteuren
geleiteten Entscheidungen bzgl. des eigenen Beitrags lassen sich somit besser auf-
zeigen und unterbinden.37
KAUL sieht die konfliktlose Bereitstellung von GPGs als zwingend notwendig für
ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum an. Zur Erreichung des Ziels wird vorge-
schlagen, die Vormachstellungen der Industrienationen und ihren Zusammen-
schlüssen abzuschwächen. Zum Einen um Entwicklungsländer den gleichen Ver-
einbarungen zu unterwerfen und damit Risiken wie z.B. künstlichen Währungs-
entwertung zu unterbinden. Zum anderen erscheint eine effizientere Entschei-
dungsfindung und faire Lastenverteilung erstrebenswert. Ziel ist es nicht, partiell
Entscheidungsgewalt zu verlagern, sondern die Schaffung supranationaler Blöcke.

33 Vgl. Mundschenk, Schwarzer, Collignon (1999b)
34 Tendenziell können damit nur Länder mit hohem Zinsniveau Vorteile aus einer Währungs-
union erlangen.
35 Vgl. Jaschensky (2010), S 1.
36 Vgl. Hardin (1968), S 1244.
37 Vgl. Kaul (2008), S 148.
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8
Dies lässt sich mit der Diversität von GPGs Begründen, die bereits auf national-
staatlicher Ebene die Kompetenzbereiche verschiedenster Institutionen berühren.
Darüber hinaus können ökonomisch Entscheidung auf internationaler Ebene nicht
ohne Beachtung politische-, sozialer- und Umweltinteressen getroffen werden.38
3.1.3 E igendynamik des Weltwirtschaftsraumes
Die kontinuierliche Schwächung von Nationalstaaten und der Bedeutungsgewinn
des Weltwirtschaftsraumes führt zum Verlust von Gestaltungsspielraum für Nati-
onalstaaten hinsichtlich Besteuerung, Tarifverträgen oder Umweltauflagen. Um
gegenüber anderen Nationalstaaten wettbewerbsfähig zu bleiben unterbieten sich
Nationalstaaten hinsichtlich Restriktionen und übertreffen sich bzgl. Subventio-
nen.39
Bestimmend für den Erhalt von z.B. Arbeitsplätzen ist eine Anpassung an die Be-
dürfnisse von multinationalen Unternehmen. Nur so wahrt der Nationalstaat die
Chance Teil, der globalen Wertschöpfungskette zu bleiben. Der zunehmende in-
ternationale Wettbewerb und der Zwang, an der räumlichen Aufteilung der Wert-
schöpfungskette zu partizipieren spielt eine wesentliche Rolle. Nationalstaaten
sehen sich gezwungen den günstigsten Standort hinsichtlich der Produktionsbe-
dingungen zu bieten.40
Die Kernaufgaben des Nationalstaats sind der Erhalt der Solidarität innerhalb der
Gesellschaft, die Beibehaltung der gewählten gesellschaftlichen Ordnung so wie
die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Herausforderung besteht in der
Vermeidung des gegenseitigen auspielens. Dieser Konflikt ist nicht in der vorhan-
denen Konstellation befriedigend aufzulösen., so dass eine weiterführende Strate-
gie nötigt wird.41
Die als Global Governance beschriebene, über nationalstaatliche Grenzen rei-
chende Gestaltung der Politik ist ein Versuch, den Globalisierungsprozess zu
steuern. Gibt man die von BACKHAUS propagierte Komponente der Beibehaltung
der Souveränität einzelner Nationalstaaten auf, -so bleibt als wirkungsvollste
Steuerungsmethode der supranationale Zusammenschluss.42

38 Vgl. Kaul (2008), S 153.
39 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 29.
40 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 25.
41 Vgl. Backhaus (2009), S. 192 f.
42 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 29f.
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9
3.1.4 Verhinderung des wirtschaftlichen Rückstands
KAELBLE weist darauf hin, dass die Gründungsväter43 eines geeinten Europas aus
der Katastrophe der beiden Weltkriege einen Konsens über die wirtschaftliche und
politische Einheit Europas abgeleitet haben.44
Dabei kamen die stärksten Impulse von den Supermächten. Die Vereinigten Staa-
ten waren an einem wirtschaftlich gefestigten Europa interessiert, um sich gegen-
über der sowjetischen Herrschaft abzusichern. Gleichzeitig nutzten die Europäer
die gewährte Unterstützung45, um den erlittenen wirtschaftlichen Rückfall der
Kriegsjahre gegenüber den Vereinigten Staaten aufzuholen.46 Ebenso konnten die
Vereinigten Staaten ihre Produkte exportieren und den europäischen Markt für
sich erschließen.47
Nach der Überwindung des Kalten Krieges hat sich die Gefahr eines Rückfalls
gegenüber anderen Blöcken stark verschoben. Der vorherrschende Konflikt zwi-
schen den Westmächten und dem Ostblock wurde hinfällig. Die Europäische Uni-
on und die Vereinigten Staaten sehen sich nun gegenüber der wirtschaftlichen
Dynamik in Südostasien unter Druck gesetzt. Zur Abwendung und Wahrung der
eigenen wirtschaftlichen Interessen sind weiterführende Integrationsbemühungen
erforderlich. KAELBLE sieht die Lösung in einer erweiterten Form der Zusammen-
arbeit, welche die Europäischen Gemeinschaft erweitert.48
3.1.5 O rdnung von Handelsbeziehungen
Im Hinblick auf die möglichen Erleichterungen von Handelsbeziehungen können
mindestens zwei Standpunkte aus Sicht von Nationalstaaten in Integrationsräumen
aufgezeigt werden.
Aus der intrinsischen Sicht wurden die Handelsbeziehungen im Rahmen der Ver-
einbarungen normalisiert und nach Ausprägung des Integrationsraumes klassifi-
ziert. Dabei mussten eigene Schutzmechanismen, wie Subventionen oder Import-
kontingente aufgegeben werden. Eben dies kann aber auch von anderen National-

43 Monnet, Schuman, Adenauer, De Gasperi, Spaak
44 Vgl. Kaelble (1995), S. 192.
45 European Recovery Program (Marshallplan)
46 European Recovery Program (Marshallplan)
47 Vgl. Kaelble (1995), S. 193.
48 Vgl. Kaelble (1995), S. 194.
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staaten in diesem Integrationsraum erwartet werden. Es kann von einer gewollten
Erleichterung gegenüber ausgewählten Handelspartnern gesprochen werden.49
Zum Anderen kann ein Vorteil erlangt werden, in dem die Mitglieder des Integra-
tionsraumes die, untereinander vereinbarten, Handelsvergünstigungen einhalten,
gegenüber dritten aber geschlossen Auftreten und ihre eigenen wirtschaftlichen
Interessen durch nicht Einräumung von Vergünstigungen wahren.50 Der Vorteil
für den einzelnen Nationalstaat liegt in der Chance, den Protektionismus derart zu
verschärfen, dass z.B. vermeintlich notwendige Importe innerhalb des Integrati-
onsraumes kompensiert werden kann. Somit lässt sich gegenüber Dritten wirt-
schaftlicher Druck aufbauen.
Ausgenommen von derartigem Wettbewerb sind die Entwicklungsländer. Ent-
wicklungsländer profitieren von vergünstigten Handelsbeziehungen gegenüber
Industrieländern, müssen aber selbst keine Vergünstigungen anbieten.51
3.1.6 Vermeidung von Länder r isiken
Die sich am 11. September 2001 ereigneten Terroranschläge auf dem Territorium
der USA haben neben politischen Veränderungen einen massiven Einfluss auf die
wirtschaftliche Entwicklung gehabt. Die Börsen reagierten Weltweit geschockt,
was sich in massiven Kursverlusten widerspiegelte.
Die Reaktionen in Form des Einmarsches von ISAF Truppen in Afghanistan oder
dem Einmarsch in den Irak unter Führung der USA führten zu einer allgemeinen
Verunsicherung, die durch Terrorakte in z.B. Madrid oder London verstärkt wur-
de.52
Derartige Gefahren und schwer kalkulierbare Risiken sind für wirtschaftliches
Handeln durch internationale Verflechtung kein isoliertes Phänomen. Eine ver-
meintlich lokale Krise kann so zu einem Flächenbrand werden.53
BACKHAUS unterstreicht die Bedeutsamkeit von militärischer Stärke und Sicher-
heit durch den Hinweis, dass sich alle großen Konzerne in einem Gebiet mit die-

49 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 75f.
50 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 76f.
51 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 76.
52 Vgl. Backhaus (2009), S. 112.
53 Vgl. Backhaus (2009), S. 113.
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sen Eigenschaften befinden. Ebenso konzentriert sich der Welthandel und das
Kapital überdurchschnittlich in diesen Zonen.54
Neben den aus Krisen folgenden Sicherheitsrisiken für Vermögenswerte und der
Gefährdung von Leben, deren effektive Bekämpfung durch supranationale ausfüh-
renden- und gesetzgebende Gewalten ausgeführt werden kann, existieren noch
weitere Länderrisiken.55
Spezifische Länderrisiken wie das Transferrisiko und dem damit verbundenen
Konvertierungsrisiko hemmen das Zurückführen von erwirtschafteten Gewin-
nen.56 Darüber hinaus kann für die in einer Fremdwährung in Rechnung gestellte
Leistung nicht sichergestellt werden, dass bei frei handelbaren Wechselkursen
eine adäquate Vergütung garantiert wird.57
Neben der Schaffung eines Vertragwerkes zur Vermeidung von Länderrisiken und
Integration der beteiligten Nationalstaaten ist die bereits diskutierte Währungsuni-
on die vollendete Lösung für die beschriebenen Probleme.58
Die beschriebene Lösung lässt sich bereits aus dem Begriff Länderrisiko ableiten.
Dieser impliziert, dass das Risiko für ein bestimmtes einzelnes Land bestimmt
werden kann. Spätestens mit der Etablierung einer Präferenzzone und einer ge-
meinsam gestalteten Politik können die Risiken minimiert werden.
3.1.7 Weitere Motive
SHIELLS und BARTH identifizieren noch eine Reihe weiterer Motive.
Bereits mit Formierung der Präferenzzone kommt es zur faktischen Abschaffung
von Handelshemmnissen.59 Für Unternehmen vergrößert sich somit der Absatz-
markt. Die Risiken und Kosten für Forschung und Entwicklung können somit
besser aufgeteilt werden. Produktionsstrukturen können ebenso effizienter imple-
mentiert werden. Die entstehende wirtschaftliche Dynamik kommt somit dem
Nationalstaat zum Einen und dem Integrationsraum zum Anderen zugute.60

54 Vgl. Backhaus (2009), S. 199f.
55 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 106.
56 Vgl. Zentes, Swoboda (1997), S. 188.
57 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 106.
58 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 57.
59 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 55.
60 Vgl. Schiells (1995), S. 28f; Barth (1999), S 3.
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Nationalstaaten, die nicht in die Kategorie Entwicklungsländer fallen und damit
Zugang zu den Märkten der Industrieländer erhalten61 können mit Eintritt in einen
Integrationsraum ihren Zugang zum Markt eines größeren Landes sichern.62 Mul-
tilaterale Verhandlungen können effizienter gestaltet werden. Schleppende Ge-
spräche können mit einer neuen Dynamik ausgeführt- und die eigenen Interessen
durch eine gestärkte Position besser durchgesetzt werden.63
Durch die Weitergabe von gesetzgebender Gestaltungsmöglichkeit zum Einen und
der Festlegung von Sanktionen für die nicht Einhaltung oder dem Hinauszögern
von politischen Reformen kann ein Reformvorhaben abgesichert werden.64
3.2 Außerökonomische Motive
3.2.1 Vermeidung von Umweltbelastungen
Der Versuch nachhaltig zu wirtschaften kennt viele Ausprägungen, gestaltet sich
im internationalen Wettbewerb aber schwierig.
Die Wahl von Unternehmen bzgl. ihres Produktionsstandortes hängt bei umwelt-
intensiven Produkten von zwei Faktoren ab. Produzenten sind bestrebt, Standorte
mit geringen Umweltauflagen zu wählen und gleichzeitig darauf zu achten, dass
das Umweltbewusstsein der Bevölkerung ebenfalls wenig stark ausgeprägt ist. Die
Einsparungen für die Beseitigung entstehender Abfallprodukte sind für Unter-
nehmen ein entscheidender Faktor.65
Um in dem Wettbewerb um Arbeitsplätze bestehen zu können, unterbieten sich
Nationalstaaten hinsichtlich ihrer Umweltauflagen. Das daraus resultierende Um-
weltdumping beinhaltet die Ausbeutung und den fehlerhaften Umgang mit natür-
lichen Ressourcen zum Leidwesen der Umwelt.66
Eine Reaktion auf diese Entwicklung ist die Gründung von NGOs wie Green-
peace. Diese NGOs verfolgen Ziele wie den Schutz der Umwelt oder der Abrüs-
tung im Rahmen von Friedensbewegungen. Diese Stärkung resultiert aus dem

61 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 76.
62 Vgl. Schiells (1995), S. 28f; Barth (1999), S 3.
63 Vgl. Schiells (1995), S. 28f; Barth (1999), S 3.
64 Vgl. Schiells (1995), S. 28f; Barth (1999), S 3.
65 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 81.
66 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 79.
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Erkenntnisgewinn über die Endlichkeit von Ressourcen und der Einmaligkeit der
Natur.67
Für die Nationalstaaten ist der politische Auftrag der Bevölkerung eindeutig.
Trotzdem gestaltet sich die Umsetzung schwierig, da sie stets im internationalen
Wettbewerb bestehen müssen. Um ihre Integrität zu schützen, kann durch einen
Zusammenschluss eine einheitliche Umweltschutzpolitik erarbeitet werden. Als
bindendes Vertragswerk sind Einzelgänge hinsichtlich der Unterbietung von Um-
weltauflagen hinfällig.68
4 Umsetzung der Motive an einem ausgewählten Beispiel
4.1 Boeing gegen A irbus vor der W T O
Der Integrationsraum der Europäischen Union, mit ca. 500 Millionen Einwohner
und einem Bruttoinlandsprodukt von über 12 Billionen Euro, kann den Anspruch
erheben, der am weitesten entwickelt Integrationsraum zu sein.69
In diesem Kontext lässt sich die Entstehung von Airbus einordnen. Die Zusam-
menarbeit von Deutschland und Frankreich im Flugzeugbau in den 70er Jahren
des letzen Jahrhunderts kann als Beginn von Airbus angesehen werden. Die Ko-
operation verfolgte das Ziel, die Abhängigkeit von den USA zu reduzieren und
gleichzeitig die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.70
Dem gegenüber stehen die USA mit ca. 300 Millionen Einwohnern und einem
Bruttoinlandsprodukt von über 14 Billionen US Dollar.71
Boeing wurde 1916, mit Beginn der Zivilen Luftfahrt, gegründet. Wichtige Auf-
träge während der ersten Jahre nach Unternehmensgründung waren militärischer
Art, vor allem während des 2. Weltkriegs. Nach dem Kauf von McDonnell Doug-
las im Jahr 1997 teilen sich Boeing und Airbus den Markt für Großraumflugzeu-
ge.72

67 Vgl. Backhaus (2009), S. 107f.
68 Vgl. Backhaus (2009), S. 192f.
69 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 63.
70 Vgl. Heyman (2006), S. 4.
71 Vgl. Haas, Neumair, Schlesinger (2009), S. 58.
72 Vgl. Heyman (2006), S. 4.
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2004 schalteten die USA die WTO im Subventionsstreit ein. Sie werfen der Euro-
päischen Union und den vier beteiligten Staaten vor, Airbus unverhältnismäßig zu
unterstützen. Die Europäische Union reagierte mit der Beantragung eines Verfah-
rens vor der WTO. Sie werfen den USA vor Boeing zu subventionieren.73
Die Europäische Union reagierte geschlossen auf die Anschuldigungen der USA.
Die Verhandlungen werden nicht von den beteiligten Staaten geführt, sondern
unter der Führung des EU-Handelskommissars. Ziel ist es, dieses teure, komplexe
und langwierige Verfahren schneller zum Ziel zu führen.74
Die Luftfahrtindustrie ist integraler Bestandteile für die Verteidigungsfähigkeit
eines Nationalstaates oder Integrationsraumes. Die strategische Bedeutung dieser
Unternehmen ist ein Grund für den hohen staatlichen Einfluss. Die Wahrung mili-
tärische Sicherheit und Stärke ist ein wesentlicher Punkt des Subventionsstreits.75
Gleichzeitig steht der Erhalt von Arbeitsplätzen für beide Konfliktparteien im
Vordergrund. Der zivile Flugzeugmarkt fällt durch ein hohes Investitionsrisiko
auf, zugleich ist der Markt stark zyklisch. Die Unterstützung der USA und der
Europäischen Union sind der wesentlicher Faktor zur Risikominimierung. Selten
sind private Investoren bereit, dieses hohe Risiko einzugehen.76
5 Fazit
Eine akzeptierte gemeinsame Definition aller benutzen Begriffe existiert nicht.
Die daraus resultierenden Ungenauigkeiten wurden durch Festlegung auf eine
Begriffsbildung umgangen.
Wie in Kapitel 2 vorgestellt, sehen sich Nationalstaaten mit völlig neuen Proble-
men konfrontiert. Die Kompression von Zeit und Raum macht sie anfällig für
wirtschaftliche und politische Krisen außerhalb ihres Einflussbereichs.
Gleichzeitig sehen sie sich gezwungen, ihre Umweltauflagen und Arbeitsbedin-
gungen nach den Vorstellungen von multinationalen Unternehmen anzupassen.
Sie befinden sich im verschärften Wettbewerb untereinander mit negativen Aus-
wirkungen auf alle Beteiligten.

73 Vgl. Heyman (2006), S. 6.
74 Vgl. Heyman (2006), S. 8.
75 Vgl. Heyman (2006), S. 3.
76 Vgl. Heyman (2006), S. 2.
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Die in Kapitel 3 identifizierten Motive machen deutlich, dass Teile des Wettbe-
werbs zwischen Nationalstaaten auf die Ebene von Integrationsräumen verlagert
werden. Darüber hinaus sind die Motive geprägt von dem Versuch vorrangig ei-
gene Ziele durchzusetzen oder zum eigenen Vorteil zu wirtschaften. Integrations-
räume sind demnach selten mehr als Zweckgemeinschaften.
Neben den vorrangigen wirtschaftlichen und politischen Beweggründen werden
Integrationsräume auch zur Durchsetzung umweltpolitischer Maßnamen benutzt.
Dabei beschränkt man sich, um gegenüber anderen Integrationsräumen wettbe-
werbsfähig zu sein, auf einen Minimalkonsens.
Das abschließende Beispiel in Kapitel 4 hat deutlich gemacht, dass Integrations-
räume ihre wirtschaftliche und politische Macht einsetzen um ihre eigenen Inte-
ressen zu vertreten. Dabei werden sie u.a. von sicherheitspolitischen, wirtschaftli-
chen und machtpolitischen Motiven getrieben.
Die Schaffung von Wirtschaftsblöcken ist die logische Konsequenz aus dem tech-
nischen, politischen und ökonomischen Fortschritt, der die Globalisierung einge-
leitet hat. Viele Nationalstaaten versprechen sich eine Verbesserung auf allen Ge-
bieten. Gleichzeitig entstehen neue Konflikte und Probleme. Die Europäische
Union spielt in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle.

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Abschließende E rklärung
Ich versichere hiermit, dass ich meine Seminararbeit selbstständig und ohne frem-
de Hilfe angefertigt habe, und dass ich alle von anderen Autoren wörtlich über-
nommenen Stellen sowie die sich an die Gedankengänge anderer Autoren eng
anlehnenden Ausführungen meiner Arbeit besonders gekennzeichnet und die
Quellen zitiert habe.
Münster, den 24. Juni 2010

Steffan Voß

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