Neue Möglichkeiten zur technischen Unterstützung bei der Ausbildung an ERP-Systemen
Available from
Dirk Peters's profile on Mendeley.
Page 1
Neue Möglichkeiten zur technischen Unterstützung bei der Ausbildung an ERP-Systemen
MKWI 2010 – Lern-Service-Engineering
409
Neue Möglichkeiten zur technischen Unterstützung
bei der Ausbildung an ERP-Systemen
Adaptive Lernkonzepte durch AUM und Enterprise Tomo-
graphie
Liane Haak, Dirk Peters, Jan Aalmink
Department für Informatik, Abteilung Wirtschaftsinformatik I,
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Ammerländer Heerstr. 114-118, 26129 Oldenburg
{haak|peters|ent.tomo}@wi-ol.de
1 Herausforderungen in der Lehre
Konfrontiert mit einem internationalen Bildungsmarkt, mit neuen konkurrierenden
und einer wachsenden Anzahl von Angeboten, verbunden mit der fast unbe-
schränkten Mobilität der Lernenden und der Bereitschaft sich ständig weiterzubil-
den, steht unser Bildungswesen vor einer großen Herausforderung. Davon sind
auch Bildungseinrichtungen wie Hochschulen und Universitäten betroffen. Studi-
enabschlüsse sind kein „Selbstzweck“, sondern unterliegen steigenden Anforde-
rungen, wie z. B. denen der Industrie nach kürzeren Studienzeiten bei gleichzeitiger
Orientierung an den Problemen der Praxis. Besonders in stark anwendungsorien-
tierten Studiengängen wie der Wirtschaftsinformatik ist das der Fall (Rautenstrauch
2008; Freyburger und Lehmann 2008). Der Bachelor, als erster berufsbefähigender
Abschluss, ist dafür ein gutes Beispiel.
In diesem Markt müssen Hochschulen und Universitäten sich praktischlaufend
neu erfinden sowie Schwerpunkte in der Ausbildung setzen, um sich auf dem Bil-
dungsmarkt abzuheben, auf europäischer und nationaler Ebene zu kooperieren
und um wettbewerbsfähige Curricula anbieten zu können. Darüber hinaus gilt es
den Bedürfnissen der Lernenden zur Unterstützung des lebenslangen Lernprozes-
ses in verschiedenen Phasen (z. B. auch in der Weiterbildung, nicht nur in der
409
Neue Möglichkeiten zur technischen Unterstützung
bei der Ausbildung an ERP-Systemen
Adaptive Lernkonzepte durch AUM und Enterprise Tomo-
graphie
Liane Haak, Dirk Peters, Jan Aalmink
Department für Informatik, Abteilung Wirtschaftsinformatik I,
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Ammerländer Heerstr. 114-118, 26129 Oldenburg
{haak|peters|ent.tomo}@wi-ol.de
1 Herausforderungen in der Lehre
Konfrontiert mit einem internationalen Bildungsmarkt, mit neuen konkurrierenden
und einer wachsenden Anzahl von Angeboten, verbunden mit der fast unbe-
schränkten Mobilität der Lernenden und der Bereitschaft sich ständig weiterzubil-
den, steht unser Bildungswesen vor einer großen Herausforderung. Davon sind
auch Bildungseinrichtungen wie Hochschulen und Universitäten betroffen. Studi-
enabschlüsse sind kein „Selbstzweck“, sondern unterliegen steigenden Anforde-
rungen, wie z. B. denen der Industrie nach kürzeren Studienzeiten bei gleichzeitiger
Orientierung an den Problemen der Praxis. Besonders in stark anwendungsorien-
tierten Studiengängen wie der Wirtschaftsinformatik ist das der Fall (Rautenstrauch
2008; Freyburger und Lehmann 2008). Der Bachelor, als erster berufsbefähigender
Abschluss, ist dafür ein gutes Beispiel.
In diesem Markt müssen Hochschulen und Universitäten sich praktischlaufend
neu erfinden sowie Schwerpunkte in der Ausbildung setzen, um sich auf dem Bil-
dungsmarkt abzuheben, auf europäischer und nationaler Ebene zu kooperieren
und um wettbewerbsfähige Curricula anbieten zu können. Darüber hinaus gilt es
den Bedürfnissen der Lernenden zur Unterstützung des lebenslangen Lernprozes-
ses in verschiedenen Phasen (z. B. auch in der Weiterbildung, nicht nur in der
Page 2
Liane Haak, Dirk Peters, Jan Aalmink
410
Erstausbildung) zu entsprechen und Konzepte mit flexiblem Zugang unter Nut-
zung modernster Technologien anzubieten.
Aktuelle Informations- und Kommunikationstechnologien bieten hierzu einige
Hilfestellungen, um den Lernprozess zu unterstützen und reichen vom Lernmana-
gement bis hin zum ortsunabhängigen E-Learning. Forschungen im Bereich Tech-
nology Enhanced Learning sind daher seit Jahren Schwerpunkt in der Förderland-
schaft sowohl auf nationaler Ebene1 als auch in der Europäischen Union2. Sie fo-
kussieren dabei im Gegensatz zum E-Learning auch auf die technologische Unter-
stützung von pädagogischen Ansätzen. Beispiele hierfür finden sich in dem vom 6.
Europäischen Rahmenprogramm geförderten Networks of Excellence
„PROLEARN”3 und „Kaleidoscope”4, welche u. a. die Aufgabe haben, Forschun-
gen und Zielsetzungen in diesem Umfeld zu konkretisieren und zu steuern.
1.1 Defizitäre Ausbildung an ERP-Systemen
Wenn in der heutigen Zeit über den Einsatz und die Funktionalität betrieblicher
Anwendungssysteme gesprochen wird, ist der Fokus der Betrachtung meist auf die
Integration möglichst vieler Unternehmensbereiche gerichtet. Das Bestreben heu-
tiger betrieblicher Anwendungssysteme – insbesondere ERP-Systeme – ist daher
die Ausrichtung auf ein Allround-Produkt, das im besten Fall die gesamte Funkti-
onalität einer Unternehmung abdeckt. Vordergründig geht es also um die Integra-
tion von Daten, Funktionen und Prozessen aus allen Bereichen innerhalb einer
Unternehmung.
Ein kritischer Punkt dieser Entwicklung ist die Konfrontation des Anwenders
mit einer immer größer werdenden Komplexität der Systeme. Folglich steigt auch
die Anzahl an möglichen Navigationsmöglichkeiten in einem System kontinuierlich
an, so dass es für den Anwender immer schwieriger wird, den Umgang mit diesen
Systemen zu erlernen und diese Systeme später effizient im täglichen Betrieb ein-
zusetzen. Aber Unternehmen fordern genau diese Ausbildung an großen betriebli-
chen Anwendungen, wie z. B. ERP-Systemen, von den heutigen Absolventen,
denn sie haben ein großes Potential für die Illustration, Visualisierung und Simula-
tion von Geschäfts- und Entscheidungsunterstützungsprozessen (Ask et al. 2008).
Ein weiteres Problem besteht in dem Mangel an weitreichenden, didaktisch
aufbereiteten Schulungsmaterialen in Form von Fallstudien u. a.. Häufig existieren
zwar ausgiebige theoretische Einführungen in die Benutzung einer Software, diese
enthalten jedoch insgesamt zu wenig praktische Anteile. Materialien zur Schulung
an den Systemen selbst, basieren wiederum häufig auf Trainingsmaterialien der
1 z. B. http://www.bmbf.de/de/equalification.php
2 z. B. http://cordis.europa.eu/fp7/ict/telearn-digicult/telearn_en.html
3 http://www.prolearn-project.org/
4 http://www.noe-kaleidoscope.org/pub/
410
Erstausbildung) zu entsprechen und Konzepte mit flexiblem Zugang unter Nut-
zung modernster Technologien anzubieten.
Aktuelle Informations- und Kommunikationstechnologien bieten hierzu einige
Hilfestellungen, um den Lernprozess zu unterstützen und reichen vom Lernmana-
gement bis hin zum ortsunabhängigen E-Learning. Forschungen im Bereich Tech-
nology Enhanced Learning sind daher seit Jahren Schwerpunkt in der Förderland-
schaft sowohl auf nationaler Ebene1 als auch in der Europäischen Union2. Sie fo-
kussieren dabei im Gegensatz zum E-Learning auch auf die technologische Unter-
stützung von pädagogischen Ansätzen. Beispiele hierfür finden sich in dem vom 6.
Europäischen Rahmenprogramm geförderten Networks of Excellence
„PROLEARN”3 und „Kaleidoscope”4, welche u. a. die Aufgabe haben, Forschun-
gen und Zielsetzungen in diesem Umfeld zu konkretisieren und zu steuern.
1.1 Defizitäre Ausbildung an ERP-Systemen
Wenn in der heutigen Zeit über den Einsatz und die Funktionalität betrieblicher
Anwendungssysteme gesprochen wird, ist der Fokus der Betrachtung meist auf die
Integration möglichst vieler Unternehmensbereiche gerichtet. Das Bestreben heu-
tiger betrieblicher Anwendungssysteme – insbesondere ERP-Systeme – ist daher
die Ausrichtung auf ein Allround-Produkt, das im besten Fall die gesamte Funkti-
onalität einer Unternehmung abdeckt. Vordergründig geht es also um die Integra-
tion von Daten, Funktionen und Prozessen aus allen Bereichen innerhalb einer
Unternehmung.
Ein kritischer Punkt dieser Entwicklung ist die Konfrontation des Anwenders
mit einer immer größer werdenden Komplexität der Systeme. Folglich steigt auch
die Anzahl an möglichen Navigationsmöglichkeiten in einem System kontinuierlich
an, so dass es für den Anwender immer schwieriger wird, den Umgang mit diesen
Systemen zu erlernen und diese Systeme später effizient im täglichen Betrieb ein-
zusetzen. Aber Unternehmen fordern genau diese Ausbildung an großen betriebli-
chen Anwendungen, wie z. B. ERP-Systemen, von den heutigen Absolventen,
denn sie haben ein großes Potential für die Illustration, Visualisierung und Simula-
tion von Geschäfts- und Entscheidungsunterstützungsprozessen (Ask et al. 2008).
Ein weiteres Problem besteht in dem Mangel an weitreichenden, didaktisch
aufbereiteten Schulungsmaterialen in Form von Fallstudien u. a.. Häufig existieren
zwar ausgiebige theoretische Einführungen in die Benutzung einer Software, diese
enthalten jedoch insgesamt zu wenig praktische Anteile. Materialien zur Schulung
an den Systemen selbst, basieren wiederum häufig auf Trainingsmaterialien der
1 z. B. http://www.bmbf.de/de/equalification.php
2 z. B. http://cordis.europa.eu/fp7/ict/telearn-digicult/telearn_en.html
3 http://www.prolearn-project.org/
4 http://www.noe-kaleidoscope.org/pub/
Sign up today - FREE
Mendeley saves you time finding and organizing research. Learn more
- All your research in one place
- Add and import papers easily
- Access it anywhere, anytime
Start using Mendeley in seconds!
Readership Statistics
8 Readers on Mendeley
by Discipline
by Academic Status
50% Student (Master)
25% Ph.D. Student
13% Researcher (at an Academic Institution)
by Country
100% Germany


