Weiterbildung im Elfenbeinturm!?
- ISBN: 9783830920595
Abstract
Michaela Knust, Anke Hanft (Hrsg.): Weiterbildung im Elfenbeinturm!?. Waxmann Verlag (Münster/New York/Berlin/München) 2009. 223 Seiten. ISBN 978-3-8309-2059-5. 29,90 EUR.Weiterbildung an Hochschulen Es gibt spannende Initiativen und Projekte an deutschen Hochschulen um neben den regulären Studienprogrammen auch zu schaffen. Insgesamt geschieht das im internationalen Vergleich jedoch eher zurückhaltend: So zählt die Universität Harvard heute mehr Weiterbildungsteilnehmer als traditionelle Studierende, d. h. Schulabgänger in ihrem Erststudium - eine Situation, die an einer typischen deutschen Hochschulen kaum vorstellbar erscheint.Hintergrund Die Professorin Anke Hanft und ihre Mitarbeiterin Michaela Knust (Universität Oldenburg) forschen und arbeiten im Bereich von Weiterbildung und Wissensmanagement, u. a. in einer internationalen Vergleichsstudie zur Struktur und Organisation der Weiterbildung an Hochschulen. Aus diesem Kontext entstand im Jahr 2008 die Tagung glqqWeiterbildung im Elfenbeinturm?!grqq, die mit dem vorliegenden Buch dokumentiert wird.Aufbau und Inhalt Das Band umfasst 30 Beiträge: Dies sind Redemanuskripte und überarbeite Artikel, Präsentationsunterlagen (Folien), Workshopzusammenfassungen sowie ein Bericht der abschließenden Podiumsdiskussion. Einige Beiträge sind englischsprachig, die Mehrzahl ist eher kurz. Das Buch beginnt mit einem Grußwort eines Staatsekretärs, sowie den folgenden Referaten: im internationalen Wettbewerb - Wie positionieren sich deutsche Hochschulen?grqq (Anke Hanft); glqqDie Öffnung der Hochschule für Berufstätige - Nationale und internationale Perspektivengrqq (Andrä Wolter); glqqWidening Participation to Higher Education in the UKgrqq (Michael Osborne) und glqqAccess and Relevance in American Higher Educationgrqq (Ronald M. Cervevo). Anke Hanft nennt in ihrem Beitrag als Gründe gegen ein Engagement deutscher Universitäten in der Weiterbildung, dass die Universitäten mit der Umstellung der Studienstrukturen ausgelastet sind, sich als Forschungsuniversitäten verstehen und nicht erwarten, mit Weiterbildung Geld verdienen zu können (S. 20). Idee der Tagung war auch, hier Möglichkeiten und Chancen für und von Weiterbildung aufzuzeigen und auszutauschen. Dazu wurden acht Workshops durchgeführt: 1. Der erste beschäftigt sich mit der glqqAusrichtung der Hochschule auf Strukturen lebenslanges Lernengrqq. Bernd Wagner fasst hier Chancen und Probleme der Umsetzung von Weiterbildung zusammen und sieht als größte Herausforderung, dass sich Hochschulen glqqden Sprachmustern und Problemsichten der Praxis annähern müsstengrqq (S. 68); zumindest gelte dies dann, wenn man auch Einnahmen generieren möchte. Kauko Hämäläinen zeigt überblicksartig, mit welchen Maßnahmen die Universität Helsinki lebenslanges Lernen unterstützt. 2. Ein weiterer Workshop beschäftigt sich mit der Zielgruppenorientierung in der Programmentwicklung und im didaktischen Design. Dabei zeigt Volker Hasewinkel, wie Fachkräfteschulungen aus Sicht der Unternehmen gestaltet sein müssen. 3. Zum Workshop glqqNeue Angebotsformen des Wissenschafts- und Forschungstransfersgrqq beschreiben Vertreter des Fraunhofer-Instituts sowie der Max-Planck-Gesellschaft wie ihre Einrichtungen vorgehen. 4. Wie man die Öffentlichkeit and Forschung und Wissenschaft heranführen kann war Thema eines weiteren Workshops; hier werden das glqqUniversum Bremengrqq sowie das Museum für Naturkunde in Berlin vorgestellt. 5. Im Workshop glqqKooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaftgrqq zeigt Roland Deiser wie die unterschiedlichen notwendigen Lerninterventionen komplexer Unternehmen das universitäre Bildungsverständnis herausfordern; Oliver Maaßen thematisiert die Freiheit der Lehre bei der Kooperation mit Unternehmen. 6. im Bologna-Kontextgrqq umfasst Beiträge von Peter Faulstich und Gernot Graeßner (glqqAus dem Elfenbeinturm in die Exzellenz-Leuchttürme?grqq) und Hans G. Schuetze zur nordamerikanischen Perspektive auf Hochschulweiterbildung. 7. Der Workshop zur Qualitätssicherung in der Hochschulweiterbildung zeigt überblicksartig Möglichkeiten der Qualitätssicherung und Evaluation. 8. Schließlich beschäftigt sich der achte Workshop mit der Anrechnung von Kompetenzen als Anforderung im Bologna-Prozess: Michel Feutrie beschreibt die Anerkennungsformen in französischen Universitäten; Ernst A. Hartmann stellt die BMBF-Initiative glqqAnrechnung beruflicher Kompetenzen auf vor. Das Buch schließt mit einer Zusammenfassung einer Podiumsdiskussion, die sich dem Anschein nach allgemein mit dem Tagungsthema beschäftigt.Diskussion Dass der Bedarf an einer Weiterbildung an deutschen Hochschulen eines intensiven Austauschs bedarf, zeigen die Beiträge des Buches deutlich und es ist gut, dass die Ergebnisse des Projekts und der Tagung auf diese Weise dokumentiert und recherchierbar sind. Deutlich wird auch das Spektrum möglicher und notwendiger Handlungsfelder. Weil die einzelnen Beiträge jedoch teils sehr kurz sind, sind von diesem Buch vielleicht einzelne Hinweise zu erwarten, jedoch fehlt eine gelungene, ausführliche Beschreibung der Situation bzw. möglicher Perspektiven und Handlungsoptionen. Für Leser/innen, die nicht an der Tagung teilgenommen haben, wäre es schöner, wenn sich der Band nicht ganz der Tagungslogik unterwerfen würde, d. h. wenn die Workshops nicht durchnummeriert, sondern auch aussagekräftige Titel erhalten hätten und Redemanuskripte (glqqMeine sehr verehrten Damen und Herrengrqq) sowie Foliensätze in Textbeiträge umgewandelt wären. Vielleicht ist dies aber auch symptomatisch dafür, dass Weiterbildung an Hochschulen selbst bei den Aktiven derzeit nur ergänzend zum Tagesgeschäft und eher als Marginalie betrachtet werden kann.Fazit Das Buch behandelt ein Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdienen würde - leider handelt es sich nur um eine Dokumentation einer Tagung. RezensentinDr. Sandra SchaffertPädagogin. Tätigkeit in Wissenschaft und WeiterbildungHomepage sandra.schaffert.wsE-Mail Mailformular
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