Abstract
Wenn man einen Blick in die aktuellen politischen Schlagzeilen wirft, scheint es, als ob sich die Welt gerade in viele unter-schiedliche Lager aufteilt. Was uns jedoch alle vereint, ist die Fähigkeit, Schmerzen zu empfinden. Schmerz ist also etwas sehr Demokratisches, Schmerz betrifft Menschen in allen Gesellschaftsschich-ten, Weltregionen und Religionen. Dennoch wird Schmerz in den ver-schiedenen Gesellschaften unterschied-lich beachtet, verarbeitet und behandelt. Die wechselseitigen Kräfte, die zwischen Gesellschaft und Schmerz herrschen, sind komplex. Viel beschrieben und er-forscht, unter anderem auch durch die Deutsche Schmerzgesellschaft, sind die Auswirkungen chronischer Schmerzen auf die Gesellschaft. Aktuell sind cir-ca 23 Mio. Menschen in Deutschland von chronischen Schmerzen betroffen. Ungefähr 70 % dieser Patienten sind in ärztlicher Behandlung. Fast ein Vier-tel, nämlich 24 % der Patienten, sind der Ansicht, dass ihre Schmerzen nicht adäquat behandelt werden [4]. Wäh-rend 61 % der Patienten angeben, dass sich die Schmerzen auf ihre profes-sionelle Beschäftigung auswirken, sind sogar 19 % aufgrund ihrer chronischen Schmerzen nicht in der Lage ihrem Beruf nachzugehen. In ökonomischer Hinsicht verursachen allein chronische Rückenschmerzen in Deutschland da-her Kosten von ungefähr 12,2 Mrd. €, ein Großteil davon wird für Kranken-geld und Frühberentungen benötigt [9].
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Aster, H.-C., & Sommer, C. (2019). Chronischer Schmerz und Gesellschaft. Der Schmerz, 33(3), 183–184. https://doi.org/10.1007/s00482-019-0375-1
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