Abstract
Hintergrund: Die Untersuchung des Bewegungsumfangs ist fester Bestandteil des Assessments bei Patienten mit Nackenschmerz. Bewegungseinschränkungen gelten als sicheres Zeichen für akute Schmerzzustände. Bei chronischem Nackenschmerz ist das Vorhandensein von Bewegungseinschränkungen jedoch fraglich.Ziel: Die vorliegende Erhebung untersuchte, ob Patienten mit chronischem Nackenschmerz Bewegungseinschränkungen aufweisen.Methode: 60 gesunde Probanden und 60 Patienten mit chronischem Nackenschmerz wurden mittels Ultraschalltopometrie während zyklischer Bewegungen der HWS bezüglich des Bewegungsumfangs untersucht und die Mittelwerte beider Gruppen auf signifikante Unterschiede überprüft. Ferner erfolgte die Klassifikation der gemessenen Bewegungsumfänge anhand geschlechts- und altersspezifischer Normwerte als normal, hypermobil oder hypomobil. Für die Validität des Befundes „hypomobil“ in Bezug auf die Erkennung des chronischen Nackenschmerzes wurden die Sensitivität, die Spezifität sowie die positive (LR+) und die negative Likelihood Ratio (LR–) ermittelt.Ergebnisse: Die durchschnittlichen Bewegungsumfänge beider Gruppen unterschieden sich in alle Richtungen signifikant. Im Vergleich zu den Normwerten wiesen mehr als drei Viertel der Teilnehmer beider Gruppen eine normale Beweglichkeit auf. Die Sensitivität des Kriteriums „Hypomobilität“ lag bei maximal 0,23, die Spezifität bei über 0,9, die LR+ bei maximal 0,93 und der niedrigste Wert der LR– bei 0,65.Schlussfolgerung: Beim chronischen Nackenschmerz ist das Bewegungsausmaß der HWS nicht vermindert. Für das Assessment fehlt ein objektiver Parameter, der mit psychosozialen Variablen korreliert und von Physiotherapeuten gemessen werden kann.
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Wolf, U., Mendoza, S., Kiselev, J., Unverzagt, S., Behrens, J., & Franke, R. (2017). Ist die Beweglichkeit der HWS bei Patienten mit chronischem Nackenschmerz eingeschränkt? Physioscience, 13(03), 102–108. https://doi.org/10.1055/s-0035-1567213
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