SOP Endotracheales Absaugen – unter Beteiligung der Hygiene

  • Jakisch J
  • Rettkowski R
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Abstract

Die von den Fachabteilungen geschrieben SOPs beste-chen in der Regel durch ihre praxisnahen Beschreibun-gen der Arbeitsabläufe. Hygieneaspekte werden aber oft nur unzureichend be(tr)achtet. Die von den Hygie-neabteilungen verfassten SOPs lassen den Anwender aufgrund fehlender Kenntnisse der tatsächlichen Ar-beitsabläufe-z. B. in der Intensivmedizin-oft über die Umsetzung in der Praxis im Unklaren. Wir wollen anhand dieser SOP zeigen, dass eine adä-quate Hygiene praxisnah in die Arbeitsabläufe inte-griert werden kann und dass eine enge Zusammenar-beit zwischen den Fachabteilungen und der Hygiene gewinnbringend im Sinne des Patientenwohls für alle Seiten ist. Verfahren/Umfang dieser SOP Die vorliegende SOP behandelt das endotracheale Ab-saugen von beatmeten Intensivpatienten. Das Vorge-hen auf Normalstation erfolgt analog. Erläuterungen Hygienische Basismaßnahmen Hygienische Basismaßnahmen-wie zum Beispiel die hygienische Händedesinfektion vor Manipulationen am Beatmungssystem oder das Vorbereiten auf einer wischdesinfizierten Fläche-werden häufig in SOPs als selbstverständlich vorausgesetzt und deshalb nicht be-schrieben. Wenn diese allerdings in einer detaillierten Tätigkeitsbeschreibung fehlen, kann dies dem Anwen-der suggerieren, dass sie nicht notwendig seien. Hygie-nemaßnahmen sollten in die Beschreibung des Arbeits-ablaufes integriert werden, um die Compliance zur Ein-haltung zu erhöhen. Eine konsequente Hände-und Ar-beitsplatzhygiene mit Trennung von rein/unrein, kor-rekter Sterilgutlagerung und der regelmäßigen Desin-fektion von häufigen Handkontaktstellen reduziert das Risiko einer Keimverschleppung. Wie häufig absaugen? Das routinemäßige Absaugen ist wegen der möglichen Komplikationen-z. B. Verletzungen-und der Belas-tung für den Patienten (Schmerzen, Erstickungsgefühl) obsolet! Unnötige Diskonnektionen müssen aus hygie-nischen und beatmungstechnischen Gesichtspunkten vermieden werden. Jede Diskonnektion birgt die Ge-fahr der Kontamination des Beatmungssystems. Jeder Absaugvorgang reizt zudem die Schleimhäute der Atemwege und regt die Produktion von respiratori-schem Sekret an. SOP Endotracheales Absaugen-unter Beteiligung der Hygiene Jens Jakisch, Renate Rettkowski SOP / Arbeitsablauf ABKÜRZUNGEN FiO2 = fraction of inspired oxygen (Sauerstoffanteil der Einatemluft) HFOV = high frequency oscillation ventilation (Oszilierende Hoch-frequenzbeatmung) KRINKO = Kommission für Krankenhaus-hygiene und Infektionspräven-tion MRE = Multi-Resistente Erreger NO-Beatmung = Beatmung mit Stickstoff-monoxid PEEP = positive endexpiratory pressure (Positiver endexspira-torischer Druck) PSA = Persönliche Schutzausrüstung RKI = Robert Koch Institut SOP = standard operating procedure (Standardarbeitsanweisung) Das endotracheale Absaugen ist eine Routinetätigkeit auf Intensivstationen. Die natürlichen Abwehrmechanismen der Atemwege sind durch den Tubus weitest-gehend ausgeschaltet. Neben der korrekten Technik ist deshalb die Beachtung der hygienischen Vorgaben zur Infektionsvermeidung entscheidend. Daher ist es sinnvoll, neben den Experten von Station auch Fachleute der Hygiene in die SOP-Erstellung einzubeziehen. Jakisch Jens et al. SOP Endotracheales Absaugen … Krankenhaushygiene up2date 2017; 12: 9-13

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Jakisch, J., & Rettkowski, R. (2017). SOP Endotracheales Absaugen – unter Beteiligung der Hygiene. Krankenhaushygiene Up2date, 12(01), 9–13. https://doi.org/10.1055/s-0043-102858

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