Abstract
Die empirische Analyse subjektiver Interpretationen legt auf der einen Seite einen Forschungszugang nahe, der sich an Anforderungen des individuellen Sinnverstehens orientiert; sie ist auf der anderen Seite im Rahmen der Soziologie an Fragestellungen gebunden, die sich auf subjektive Interpretationen als Kollektivphänomene beziehen. Die hieraus resultierenden methodischen und theoretischen Fragen sind Gegenstand der vorliegenden Arbeit, die danach fragt, wie Sozialforscher in qualitativen Untersuchungen Vorgehen, wenn sie versuchen zu belegen, daß die von ihnen analysierten Interpretationen kollektive Bedeutung haben. Analysiert werden vor allem zwei, in der Art des empirischen Zugangs und in der Art der vorherrschenden Argumentation unterschiedliche Verfahren: 1. Der Nachweis des kollektiven Charakters orientiert sich primär an der Frage nach sozialen Regelmäßigkeiten in den Inhalten von Interpretationen; 2. Der Nachweis des kollektiven Charakters orientiert sich primär an der Frage nach den Regeln oder Normen, die den Inhalt einer Interpretation mit einiger Verbindlichkeit regeln. Auf der Grundlage dieser Analyse wird versucht, die Beziehungen zwischen Regeln oder Normen und Interpretationen genauer zu bestimmen und hieraus Schlußfolgerungen für das methodische Vorgehen in qualitativen Untersuchungen abzuleiten.
Cite
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Hopf, C. (1982). Norm und Interpretation. Einige methodische und theoretische Probleme der Erhebung und Analyse subjektiver Interpretationen in qualitativen Untersuchungen. Zeitschrift Für Soziologie, 11(3), 307–329. https://doi.org/10.1515/zfsoz-1982-0306
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