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Städtischer Freiraum

  • Petrow C
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Abstract

Als Prototyp des öffentlichen Raums gilt der Stadtplatz, jener des städtischen Freiraums ist der Park: Mit diesen Assoziationen deuten sich die Überlagerungen, aber auch die Differenzen zwischen beiden Begriffen an. Im Diskurs über den öffentlichen Raum scheinbar aufgehend und wohl auch deshalb soziologisch bislang kaum eigenständig konzeptionalisiert, soll hier ein Zugang entwickelt werden, der den städtischen Freiraum als Gegenstand der Stadtsoziologie erschließt. Eine Diskussion ihm zugeschriebener Bedeutungen und Funktionen sowie unter-schiedlicher Typologisierungsansätze dient zunächst dazu, den städtischen Freiraum begrifflich einzukreisen. Vertreten wird im Folgenden die These, dass sich an der Schwel-le von der Industrie-zur Dienstleistungsgesellschaft ein grundlegender Wandel die-ser Bedeutungen und Funktionen vollzieht. Wenngleich partiell aufgebrochen, bleibt das der Moderne eigene dichotome Denken von Stadt und Landschaft bzw. Natur bis heute konstitutiv für die – auch sozialwissenschaftliche – Wahrnehmung des städtischen Freiraums. Wenig erschlossen ist dieser nicht zuletzt aufgrund disziplinärer Selbstbe-schränkungen. Dennoch zum Suchraum verschiedener Teilsoziologien gehörend, wird er im Hauptteil dieses Beitrags aus dem Blickwinkel der Umweltsoziologie, der Archi-tektursoziologie und der Professionssoziologie betrachtet. Anschließend wird das Feld den Planungswissenschaften überlassen, für die die Herstellungspraxis der gebauten Umwelt im Mittelpunkt steht. Der Bau sowie die Pflege und Unterhaltung von Freiräu-men als planungsrechtlich verankertes, kommunales Aufgabenfeld sicherten der Thema-tik dort traditionell eine höhere Aufmerksamkeit. In der Synthese der unterschiedlichen Zugangsweisen wird schließlich das Spannungspotenzial dieses lebensweltlich scheinbar so konsensfähigen Bereichs städtischer Wirklichkeit deutlich und freiraumsoziologischer Forschungsbedarf formulierbar. 1 Dimensionen einer stadträumlichen Kategorie Stadt, betrachtet als physisch-materieller Ort, ist nicht nur ein Ensemble aus Gebäuden, das eingebettet in eine Topografie an Flüssen, Seen oder am Meer liegt. Städte bestehen auch aus Plätzen, Straßen, Parks und Promenaden, aus Wohnhöfen, Sport-und Spielflä-chen, aus Gemeinschafts-und Schrebergärten ebenso wie aus Brachen und immer mehr zwischengenutzten Orten, etwa den Stadtstränden. Anders als der " öffentliche Raum " F. Eckardt (Hrsg.), Handbuch Stadtsoziologie, DOI 10.1007/978-3-531-94112-7_35, © Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

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Petrow, C. A. (2012). Städtischer Freiraum. In Handbuch Stadtsoziologie (pp. 805–837). VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-531-94112-7_35

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