BSI - Brief Symptom-Inventory von L.R. Derogatis. Deutsche Version. Manual.

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Abstract

Diagnostische Zielsetzung: Mit dem Verfahren lässt sich die Belastung durch körperliche und psychische Symptome von Patienten, Klienten und Probanden erfassen. Im Sinne eines Screenings kann es besonders belastete Personen identifizieren, um für sie weitere Hilfsangebote zu machen. Aufbau: Der BSI-Fragebogen umfasst 53 Items, mit denen nach psychischen Beschwerden während der letzten 7 Tage gefragt wird. Die Beantwortung erfolgt durch Ankreuzen auf einer fünfstufigen Likert-Skala (0 = überhaupt nicht bis 4 = sehr stark). 49 der Items sind folgenden (der SCL-90-R entsprechenden) neun Skalen zugeordnet: (1) Somatisierung, (2) Zwanghaftigkeit, (3) Unsicherheit im Sozialkontakt, (4) Depressivität, (5) Ängstlichkeit, (6) Aggressivität/Feindseligkeit, (7) Phobische Angst, (8) Paranoides Denken, (9) Psychotizismus. Außerdem werden (unter Einbezug der 4 Zusatzitems) drei globale Kennwerte errechnet, um eine Übersicht über die psychische Belastung auf einem generellen Niveau zu bieten: Global Severity Index (GSI; die grundsätzliche psychische Belastung), Positive Symptom Distress Index (PSDI; Intensität der Antworten) und Positiver Symptom Total (PST; Anzahl der Symptome, bei denen eine Belastung vorliegt). Grundlagen und Konstruktion: Das BSI ist die Kurzform der aus 90 Items bestehenden Symptom-Checkliste von Derogatis (SCL-90-R). Die Konstruktion der dem BSI zugrunde liegenden neun SCL-90-R-Skalen erfolgte im Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis. Ausgangspunkt der Entwicklung waren psychologisch-psychiatrische Konstrukte, die aufgrund klinischer Erfahrung (Expertenmeinung) und anhand der klinischen Literatur relevant erschienen. An einer Stichprobe von 1002 amerikanischen ambulanten Psychotherapiepatienten erfolgte die Festlegung der Skalen per Faktorenanalyse. Zur Konstruktion des BSI wurden pro SCL-90-R-Skala die 5-6 ladungsstärksten Items pro Skala ausgewählt. Eine Äquivalenzprüfung zwischen SCL-90-R und BSI an 565 amerikanischen ambulanten Psychiatriepatienten durch Derogatis ergab sehr hohe Korrelationen zwischen den einzelnen Skalen, die eine weitgehende Äquivalenz von Lang- und Kurzform belegen. Empirische Prüfung und Gütekriterien: Reliabilität: Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) der Skalen liegt in der Normstichprobe von 600 Erwachsenen (N1) zwischen .39 und .72, in der Normstichprobe von 589 Studierenden (N2) zwischen .64 und .75 und in der klinischen Stichprobe von 529 chronisch niereninsuffizienten Patienten zwischen .63 und .85. Die interne Konsistenz des globalen Kennwertes GSI lag für alle drei Stichproben mit Werten von .92 (Erwachsene), .95 (Studierende) und .96 (chronisch Niereninsuffiziente) sehr hoch. Bei 91 Medizinstudenten lag Cronbachs Alpha zwischen .64 und .85 und bei 93 netzhauterkrankten Patienten zwischen .49 und .76. Geringfügig höhere interne Konsistenzen werden aus US-amerikanischen Studien berichtet. Von zwei Teilstichproben werden Retestreliabilitäten nach einer Woche zwischen .73 und .93 angegeben. Validität: Die Items zeigen aufgrund des Konstruktionsprozesses Augenscheinvalidität. Zum FPI-R zeigten sich in der Normstichprobe von 589 Studierenden nur mäßige korrelative Zusammenhänge, die Belege für die diskriminante Validität liefern. Die Zusammenhänge zum Essener Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung (EFK), zu Sozialer Unterstützung (gemessen mit dem F-Sozu-K-22) und zur Lebensqualität (gemessen mit der Münchner Lebensqualitäts Dimensionen Liste MLDL) erbrachten hypothesenkonforme Ergebnisse. Ein Vergleich der BSI-Werte vor und nach einer Nierentransplantation zeigte erwartungsgemäß statistisch signifikant weniger auffällig Belastete nach der Nierentransplantation. Die Struktur des BSI wurde anhand von Faktorenanalysen überprüft: In einer Faktorenanalyse an 1002 amerikanischen ambulanten Psychiatriepatienten konnten sieben der neun postulierten Faktoren bestätigt werden, an der deutschen Normstichprobe von 600 Erwachsenen traf dies lediglich für fünf der neun Skalen zu. Normen: Normen (T-Werte) liegen von 600 Erwachsenen (15-80 Jahre) aus den Jahren zwischen 1995 und 1997 sowie von 589 Studierenden (18-54 Jahre) aus den Jahren 1994 bis 1998 vor. Außerdem werden die Mittelwerte und Standardabweichungen der Normstichproben sowie der 1977 von Derogatis der Normierung zugrundegelegten US-amerikanischen Stichprobe (1002 ambulante Psychiatriepatienten), von 529 chronisch niereninsuffizienter Patienten, von 98 HIV-infizierten Patienten sowie von 93 sehbeeinträchtigten Patienten berichtet.

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  • GH Franke

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