Abstract
Eine Bewegung, über die nicht berichtet wird, findet nicht statt. (Raschke 1985: 343) Diese Aussage veranschaulicht, wie essenziell die öffentliche Resonanz und die massenmediale Aufmerksamkeit für soziale Bewegungen sind. Nur mit-hilfe der öffentlichen Berichterstattung können soziale Bewegungen Sicht-barkeit erlangen, ihr Mobilisierungspotenzial steigern und somit Druck auf politische Entscheidungsträger_innen bei der Durchsetzung ihrer Forde-rungen ausüben. Dazu ist besonders die Zustimmung von, zumindest Teilen, der massenmedialen Öffentlichkeit erforderlich, die wiederum maßgeblich Diskurs und Meinung der Öffentlichkeit prägt (Rucht 1994: 348). Auch für die Protestbewegung Fridays for Future spielt die öffentliche Wahrnehmung eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung ihrer Anliegen. Für ihr Ziel einer generationengerechten und konsequenten Klimaschutzpolitik bedarf es des Rückhalts und der breiten Unterstützung in der Gesellschaft. Um erfolgreich zu sein, setzt FFF auf bestimmte Medien-und Mobilisie-rungsstrategien wie beispielsweise regelmäßige Schulstreiks, den ›Perso-nenhype‹ um Greta Thunberg, die Darstellung der eigenen Betroffenheit (»Unsere Zukunft«) und die direkte Kooperation mit Wissenschaftler_innen. Bewegungen wie Fridays for Future stehen in einem ambivalenten Verhältnis zu den Medien: Während Sichtbarkeit auf der einen Seite unabdingbar für den Erfolg der Bewegung ist, können Medien, indem sie bestimmte Aspekte der Proteste marginalisieren und andere Aspekte verstärken, Gestaltungs-macht über das Bild der Bewegung in der Öffentlichkeit erhalten, welches letztlich wieder Einf luss auf die Politik nehmen könnte (Rucht/Sommer
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Goldenbaum, M., & Thompson, C. S. (2021). 9. Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit. In Fridays for Future - Die Jugend gegen den Klimawandel (pp. 181–204). transcript Verlag. https://doi.org/10.1515/9783839453476-009
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