Abstract
Jede Gesellschaft hat wirtschaftliche Probleme zu lösen. In der modernen Gesellschaft geschieht dies mit Hilfe eines ausdifferenzierten Wirtschaftssystems. Trotz aller Interdependenzen und kausalen Verknüpfungen, die bei funktionaler Differenzierung der Gesellschaft noch zunehmen, operiert dies Wirtschaftssystem als ein „autopoietisches“ Subsystem unter funktionaler Autonomie. Es ist geschlossen durch rekursive Zirkularität. Es besteht aus Zahlungen, die auf Grund von Zahlungen möglich sind und weitere Zahlungen ermöglichen. In diesem Sinne werden die Elemente des Systems durch die Elemente des Systems produziert, und die Umwelt des Systems enthält keinerlei Elemente dieser Art. Zugleich ist das Wirtschaftssystem aber auch ein offenes System, da seine Operationen auf Bedürfnisse seiner gesellschaftlichen und seiner menschlichen Umwelt abgestimmt sind und da seine Funktion in der Sicherstellung der Aussicht auf Bedarfsdeckung in der näheren Zukunft besteht. In diesem Sinne ist Geschlossenheit des Systems Bedingung seiner Offenheit und umgekehrt. Der Aufsatz verfolgt einige Konsequenzen dieses theoretischen Ansatzes.
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Luhmann, N. (1984). Die Wirtschaft der Gesellschaft als autopoietisches System. Zeitschrift Für Soziologie, 13(4), 308–327. https://doi.org/10.1515/zfsoz-1984-0403
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