Abstract
Zahlen und Statistiken helfen, Sachverhalte auf den Prüfstand zu stellen. Zahlen und Statistiken sind allerdings ihrerseits Prüfungen, Skepsis und Zweifeln ausgesetzt. Das zeigen in dieser Zeit wirtschaftlicher und sozialer Umbrüche vielfache öffentliche Einwendungen gegen zahlenbelegte Feststellungen. Unter den zahlreichen Erstellern von Statistiken nimmt die amtliche Statistik des Bundes, der Länder und der Gemeinden eine Sonderstellung ein, da für sie die gesetzliche Vorschrift gilt, neutral, objektiv und in wissenschaftlicher Unabhängigkeit zu arbeiten und entsprechende Veröffentlichungen vorzulegen. Das bewahrt die amtliche Statistik in der Regel vor ungerechtfertigter Kritik. Aber trotzdem gerät auch die amtliche Statistik immer wieder mit in den Sog der allgemeinen Skepsis gegenüber Statistiken, die sich vor allem in dem �Zitat� ausdrückt: �Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.� Angeblich stammt das �Zitat� von dem ehemaligen britischen Premierminister Sir Winston Churchill. Muss aber nicht eher von einem �Gerücht� statt von einem �Zitat� gesprochen werden? Im Interesse des Ansehens auch der Datengeber, deren Angaben erst Statistiken ermöglichen, begann vor einigen Jahren das Statistische Landesamt dieser Frage nachzugehen. Nach recht umfangreichen Recherchen, die auf freundliches Interesse von Wissenschaftlern und jüngst auch angesehenen Verlagen stie�en, lässt sich heute mehr denn je sagen: Nichts spricht für die Richtigkeit des �Zitats� und alles spricht dagegen.
Cite
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Leistner, R. (2019). Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe. Krankenhaushygiene Up2date, 14(04), 343–345. https://doi.org/10.1055/a-0975-1110
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