Abstract
Fernsehnutzung ist vielfach nur noch Nebenbeinutzung: Menschen essen, telefonieren, unterhalten sich mit anderen oder erledigen Hausarbeit, während gleichzeitig der Fernseher läuft. Der Beitrag forscht nach den Ursachen dieses Handelns, wobei die Autoren ein komplexes Erklärungsmodell entwickeln, in das Sozialisationsfaktoren, externe und interne Handlungsrestriktionen, die Bindung an das Fernsehen, Stimmungslagen, Qualitätswahrnehmungen sowie Motive und Leistungswahrnehmungen aus dem Uses and Gratifications-Ansatz eingehen. Durch multiple Regressionen wird nicht nur der Umfang der Nebenbeinutzung erklärt, sondern auch deren Mod~ Inhalte und Situationen. Den stärksten Einfluss auf die Nebenbeinutzung baben drei Faktoren: Zum einen die positive Beurteilung spezifischer Leistungen des Nebenbeisehens - die insbesondere atmosphärischer Natur sind -, zum anderen die Fähigkeit, mit den kognitiven Anforderungen durch die Paralleltätigkeit umzugehen, sowie drittens die Beurteilung der Qualität des Fernsehens. Die Varianz der übrigen erklärungskräftigen Variablen verdeutlicht die Vielfalt des Phänomens Nebenbeinutzung: Je nachdem, ob der Fokus der Analyse auf der Fernsehnutzung bei bestimmten Tätigkeiten oder auf der Nebenbeinutzung von spezifiseben Angeboten liegt, erweisen sich unterschiedliche Gründe als bedeutsam.
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Wolling, J., & Kuhlmann, C. (2006). Zerstreute Aufmerksamkeit. Empirischer Test eines Erklärungsmodells für die Nebenbeinutzung des Fernsehens. Medien & Kommunikationswissenschaft, 54(3), 386–411. https://doi.org/10.5771/1615-634x-2006-3-386
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