Abstract
Die DFG und andere Wissenschaftsorganisationen haben 2010 Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten vorgelegt, die eine gezielte Archivierung und verstärkte Nachnutzung sol-cher Daten fordern. Der Wissenschaftsrat regte mit seinen im August 2012 vorgelegten " Empfehlungen zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen in Deutschland bis 2020 " 1 insbesondere auch in den Sozialwissenschaften einen Auf-und Ausbau geeigneter Infrastrukturen an. Verschiedene Initiativen greifen diese Thematik auf. So hat etwa die DFG 2013 in ihrer Infrastrukturförderung ein Programm eingerichtet, in dem Konzepte für die (Weiter-) Entwicklung fachspezifischer und bedarfsorientierter Infra-strukturen für einen verbesserten Umgang mit Forschungsdaten gefördert werden. 2 Gerade auch in der Empirischen Bildungsforschung werden in großem Umfang (quantitative) Forschungsdaten erhoben. Dabei ist das Forschungsfeld der Bildung zum einen durch seine Komplexität charakterisiert, die es in der Regel erforderlich macht, einen breiten Kranz an Merkmalen zu erheben, um Forschungsfragen angemessen bearbeiten zu können. Zum anderen ist die Empirische Bildungsforschung aber auch durch einen zunehmend schwieriger werdenden Zugang zum Feld (z.B. aufgrund von Problemen bei der Genehmigung von Schuluntersuchungen durch die Kultusministerien und die eingeschränkte Teilnahme-bereitschaft von Schulen aufgrund von wahrgenommener Überlastung durch zahlreiche Datenerhebungen) gekennzeichnet. Datenerhebungen im Bereich der Empirischen Bildungs-forschung sind ohne Zweifel nicht nur oft mit erheblichem Aufwand verbunden, sondern sie liefern auch ein Analysepotenzial, das sich nur durch die Eröffnung der Möglichkeit für Nachnutzungen der Datensätze umfassend ausschöpfen lässt. Inzwischen besteht in der Scientific Community und unter den Forschungsförderern weitgehende Einigkeit darüber, dass das Potenzial von Daten der Empirischen Bildungs-forschung bislang nicht umfassend genutzt wird und die Datensätze daher auch für Re-und Sekundäranalysen durch andere als die Primärforscherinnen und -forscher nutzerfreundlich zur Verfügung gestellt werden sollten. Dies würde auch weiterführende Kooperationen zwischen verschiedenen Forschungsdisziplinen unterstützen, die sich mit Bildung beschäftigen. Die Umsetzung des Ziels einer wissenschaftlichen Nachnutzung der erhobenen Daten ist jedoch weiterhin mit einer Reihe von Herausforderungen verbunden. Diese wurden in einem Rundgespräch der DFG am 13. März 2014 in Berlin erörtert. 3 Das Ziel des
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Stanat, P. (2015). Bereitstellung und Nutzung quantitativer Forschungsdaten in der Bildungsforschung: Memorandum des Fachkollegiums „Erziehungswissenschaft“ der DFG. Erziehungswissenschaft, 26(1), 75–90. https://doi.org/10.3224/ezw.v26i1.19514
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