Abstract
Das zunehmende Lebensalter führt oft zu einer Multimorbidität, die eine Polypharmazie (definiert als die regelmässige Einnahme von 5 oder mehr Medikamenten im selben Individuum) begünstigt. Eine inadäquate Polypharmazie erhöht das Risiko für Nebenwirkungen, Verschreibungskaskaden, Krankenhausaufenthalte, erhöhte Gesundheitskosten und potenziell inadäquate Medikation (PIM). Bei Letzterer gelten besonders die anticholinergen Substanzen als problematisch, da sie das Risiko für Demenz, Delirium und Stürze steigern. Paradoxerweise kann die Polypharmazie auch zu einer Unterversorgung bei Betagten führen, z. B. bei Schmerz oder Depression. Wechselwirkungen zwischen Medikamenten sowie altersbedingte Veränderungen der Pharmakokinetik und -dynamik erfordern eine individuelle Dosisanpassung. Zur Vermeidung von PIM und Reduktion der Pillenlast kommen Arzneimittellisten und „deprescribing tools“ zum Einsatz. Der Beitrag bietet eine Übersicht über die Epidemiologie, begünstigende Faktoren, Wechselwirkungen, Risiken und Strategien zum Umgang mit Polypharmazie.
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Gürsoy, T. (2025). Polypharmazie im Alter. Urologie in Der Praxis, 27(3), 112–121. https://doi.org/10.1007/s41973-025-00305-4
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