Abstract
In diesem Beitrag in der Zeitschrift Gruppe. Interaktion. Organisation (GIO) werden die Entwicklung eines Modells interdisziplinärer Kompetenzen und zwei darauf aufbauende Messverfahren vorgestellt, nämlich ein Fragebogeninstrument für das Selbstkonzept interdisziplinärer Kompetenzen sowie ein simulationsorientierter Zugang. Interdisziplinäre Zusammenarbeit gilt als zukunftsweisend, um Innovationen an den Schnittstellen zwischen etablierten Disziplinen und Fachbereichen zu erzielen. Zugleich wird sie jedoch von den Beteiligten häufig als belastend empfunden. An dieser Stelle tragen interdisziplinäre Kompetenzen als individuelle Fähigkeiten und instrumentelle Verhaltensweisen zu erfolgreicher interdisziplinärer Zusammenarbeit bei. Das hier vorgestellte Modell interdisziplinärer Kompetenzen umfasst die Kompetenzdimensionen Initiative zum Austausch, Zielgruppenspezifische Kommunikation, Wissensintegration und Reflexion der eigenen Fachdisziplin. Die von uns konzipierte Skala zur Erfassung des Selbstkonzepts interdisziplinärer Kompetenzen kann unabhängig vom fachlichen Hintergrund der Stichprobe eingesetzt werden. Zur Reflexion des eigenen Verhaltens und als Ausgangspunkt für Entwicklungsmaßnahmen wird weiterhin ein Verhaltenssimulationsansatz vorgeschlagen, der im Vergleich jedoch einen deutlich höheren Personaleinsatz erfordert. Modell und diagnostische Zugänge ermöglichen es, im Zuge von Personalauswahl, -entwicklung und zur Evaluation der Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams interdisziplinäre Kompetenzen von Individuen zu messen.This article presents the development of a model of interdisciplinary competencies and two corresponding diagnostic approaches: a scale to measure the self-concept of interdisciplinary competencies and a simulation-based approach. Interdisciplinarity promises create innovation at the borders of traditional disciplines. Interdisciplinary work, however, is often experienced as particularly stressful. Interdisciplinary competencies are defined as individual skills and instrumental behaviors that help make interdisciplinary collaborations successful. The model consists of the competency dimensions initiative for exchange, target group-specific communication, knowledge integration and reflection of the own disciplinary perspective. The proposed scale to measure the self-concept of interdisciplinary competencies is independent of individuals’ disciplinary background. In addition, a behavioral simulation can be used for reflection of one’s own behaviors and as a starting point for personnel development activities. This assessment approach, however, requires higher investments. The model and the corresponding diagnostic approaches allow to measure individual’s interdisciplinary competencies for applications in personnel selection, personnel development, and evaluation of interdisciplinary team work.
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Claus, A. M., & Wiese, B. S. (2021). Interdisziplinäre Kompetenzen: Modellentwicklung und diagnostische Zugänge. Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift Für Angewandte Organisationspsychologie (GIO), 52(2), 279–288. https://doi.org/10.1007/s11612-021-00578-6
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