MR-Artefakte erkennen und vermeiden

  • Heiland S
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Einleitung Artefaktempfindlichkeit. Die Magnetresonanztomo-grafie (MRT) weist im Vergleich zu anderen radiologi-schen Verfahren eine deutlich höhere Sensitivität ge-genüber Bildartefakten auf (Abb. 1). Dies hängt zum einen damit zusammen, dass das Bildsignal in der MRT von einer Vielzahl physiologischer und physikalischer Parameter des Gewebes abhängt, z. B. von der Proto-nendichte, den T1-und T2-Relaxationszeiten, der Stärke der Wasserdiffusion, der Temperatur und der Durchblutung. Ferner beeinflussen Sequenztyp und Sequenzparameter wie auch die MR-Hardware (Feld-stärke, Homogenität von statischem Magnetfeld und Gradientenfeld) das MR-Signal. Komplexe Artefaktmuster. Außerdem ist das Arte-faktmuster in der MRT sehr komplex und nicht auf einfache Weise der zugrunde liegenden Ursache zuzu-ordnen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Orts-codierung in der MRT aufgrund der hohen Wellenlänge nicht direkt über richtungsabhängige Projektionsmes-sungen, sondern indirekt über Magnetfeldgradienten und inverse Fourier-Transformation des gemessenen Signals realisiert wird. Aufgrund der Komplexität des daraus resultierenden Artefaktmusters ist eine detail-lierte physikalisch-technische Kenntnis der Bildent-stehung in der MRT zur Identifizierung und Interpretation der Artefakte nötig. Dennoch ist es bei der Anwendung der MRT in der radiologischen Diagnostik sehr wichtig, die Artefakt-muster zu (er)kennen und zu wissen, wie man sie ver-meidet bzw. minimiert. Denn Artefakte können sowohl pathologische Befunde maskieren als auch krankhafte Veränderungen vortäuschen [1]. Abgrenzung von Bildeffekten. Grundsätzlich ist es nicht einfach, zwischen (positiven) Bildeffekten und (negativen) Bildartefakten systematisch zu unterschei-den: Häufig bildete die systematische Erforschung der Ursache von Artefakten den Kondensationskeim zur Entwicklung innovativer MR-Techniken. So führen beispielsweise Feldverzerrungen, die auf lokalen In-homogenitäten der Suszeptibilität beruhen, einerseits zu Artefakten wie Signalauslöschungen oder Verzeich-nungen, andererseits aber auch zu neuen MR-Kontras-ten, die Grundlage von funktionellen Verfahren wie der BOLD-Bildgebung (BOLD = "blood oxygenation level dependent") oder der Perfusions-MRT und von

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Heiland, S. (2009). MR-Artefakte erkennen und vermeiden. Radiologie Up2date, 9(04), 303–318. https://doi.org/10.1055/s-0029-1215320

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