Soziale Ungleichheit im Zusammenhang mit digitalen Gesundheitsanwendungen: Digitale Spaltungen in den Bereichen Zugang, Nutzung, Wirksamkeit und Privatsphäre

  • Brand T
  • Herrera-Espejel P
  • Muellmann S
  • et al.
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Abstract

In Anbetracht der Zunahme an digitalen Gesundheitsangeboten drängt sich die Frage auf, welche Folgen sich daraus für die gesundheitliche Chancengleichheit ergeben. Ziel dieses narrativen Übersichtsbeitrages ist es, das Ausmaß und die zentralen Aspekte der digitalen Spaltungen (Digital Divide) zu diskutieren. Zur Illustration des Ausmaßes der digitalen Spaltungen wird auf Daten der Liter@te-Studie zurückgegriffen, in der Personen mit einer geringen Literalität (geringe Lese- und Schreibkompetenzen) zur Nutzung von digitalen Gesundheitsangeboten und zu ihrer digitalen Gesundheitskompetenz befragt wurden. Die Ergebnisse der Liter@te-Studie werden mit parallel durchgeführten Bevölkerungsumfragen verglichen. In Bezug auf digitale Spaltungen lassen sich 4 Bereiche unterscheiden: Zugang, Nutzung, Wirksamkeit und Schutz der Privatsphäre. In allen 4 Bereichen lassen sich Ungleichheiten beobachten. Während Unterschiede im Zugang bzw. in der materiellen Infrastruktur sowie im Nutzungsverhalten und in der dafür notwendigen Kompetenz bereits in einigen Studien untersucht wurden, fehlt für eine umfassende Bewertung der ungleichen Wirkungen von digitalen Gesundheitsangeboten in verschiedenen Bevölkerungsgruppen noch die Datengrundlage. Digitale Spaltungen im Bereich des Schutzes der Privatsphäre sind bisher noch wenig untersucht. Transparente und verständliche Datenschutzmaßnahmen werden jedoch zweifelsohne eine wichtige Voraussetzung für den flächendeckenden Einsatz von digitalen Gesundheitsangeboten sein. Insgesamt ist neben einer besseren Studienlage auch eine stärkere Einbeziehung von benachteiligten Adressatengruppen in die Entwicklung von digitalen Gesundheitsangeboten notwendig.Given the massive increase in digital health tools, the question about the impact of these tools on health equity has gained importance. The aim of this narrative review is to discuss the extent and central aspects of the digital divide. To illustrate the extent of the digital divide, we draw on data from the Liter@te study, which interviewed low-literacy individuals regarding their use of digital health tools and their digital health literacy. The results of the Liter@te study are compared with population surveys conducted in parallel. Four areas can be distinguished in relation to digital divides: access, use, effectiveness, and privacy. Inequalities can be observed in all four areas. While differences in access or material infrastructure, as well as in usage patterns and the required literacies, have already been investigated in some studies, the data basis for a comprehensive assessment of the unequal effects of digital health tools in different population groups is still lacking. Digital divides in the area of privacy protection is an emerging field. However, transparent and understandable privacy measures will undoubtedly be an important prerequisite for the widespread use of digital health tools. Overall, in addition to a better data base, involvement of disadvantaged population groups in the development of digital health interventions is necessary.

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Brand, T., Herrera-Espejel, P., Muellmann, S., Wiersing, R., & Busse, H. (2024). Soziale Ungleichheit im Zusammenhang mit digitalen Gesundheitsanwendungen: Digitale Spaltungen in den Bereichen Zugang, Nutzung, Wirksamkeit und Privatsphäre. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 67(3), 268–276. https://doi.org/10.1007/s00103-024-03832-6

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