Abstract
Der extreme Preisanstieg von Wohnimmobilien in intensiv touristisch geprägten ländlichen Orten verschärft sozioökonomische Disparitäten und stellt politische Entscheidungsträger*innen vor raumplanerische Herausforderungen. Anhand des Fallbeispiels der Alpendestination Garmisch-Partenkirchen zielt der Artikel zunächst darauf ab, ein besseres Verständnis über die Zusammenhänge zwischen Tourismus- und Wohnimmobilienmarktentwicklungen in touristischen Klein- und Mittelstädten zu schaffen. In einem zweiten Schritt gehen wir der Frage nach, welche Folgen diese Dynamiken für eine (sozial) nachhaltige Regionalentwicklung mit sich bringen. Die Fallstudie zeigt, dass der Zuwachs von Ferienwohnungsangeboten von privaten und institutionellen Investoren angetrieben wird. Sie nutzen die erzielbare Rendite aus einer kurzfristigen Vermietung von Ferienwohnungen, um ihre Immobilien in Zeiten von stark steigenden Bau- und Grundstückspreisen finanzieren zu können, was sich wiederum preissteigernd auf den Wohnungsmarkt auswirkt. Der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum für Personen mit geringem Kapital erschwert sich und verschärft die Gefahr der Verdrängung von (touristischen) Arbeitskräften, deren Lohnniveau nicht mit den Preissteigerungen im Immobilienmarkt mithält.The massive rise in residential real-estate prices in rural areas characterized by intensive tourism reinforces socio-economic disparities and challenges policy makers in terms of spatial planning. Based on qualitative empirical research in the German Alpine destination Garmisch-Partenkirchen, the article is first aimed at improving understanding of the relationships between tourism and the residential real-estate market developments in small and medium-sized tourist towns. In a second step, we explore what effects these dynamics entail for (socially) sustainable regional development. The case study shows that the growth of short-term rentals is driven by private and institutional investors. They use the achievable return from a short-term rental of holiday homes to be able to finance their properties at a time when construction and land prices are rising sharply, which in turn has a price-increasing effect on the residential market. Access to affordable housing for people with limited capital is hampered and exacerbates the risk of displacement of (tourism) workers whose wage levels do not keep pace with price increases in real-estate markets.
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Kors, T., Steiner, C., Rainer, G., & Zirkl, F. (2022). Tourismus, freizeitorientierte Migration und Wohnimmobilienmarktentwicklung. Standort, 46(3), 157–163. https://doi.org/10.1007/s00548-022-00790-6
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