Abstract
Seit den frühen sechziger Jahren bildet die Koalitionsforschung einen eigenständigen Zweig der Vergleichenden Regierungslehre, der mittlerweile eine beachtliche Anzahl an politikwissenschaftlichen Veröffentlichungen hervorgebracht hat1. Dabei richtete die Koalitionsanalyse ihren Blick anfangs fast ausschließlich auf Fragen der Koalitionsbildung und blendete damit das breite Feld der Koalitionspolitik aus. Seit den siebziger Jahren traten Studien zur Koalitionsstabilität hinzu, ebenso Versuche, die Ursachen der Auflösung von Regierungsbündnissen zu systematisieren. Das Regierungshandeln von Koalitionen, die schwierigen Fragen der Konfliktschlichtung und Konsensbildung und damit einhergehende Aushandlungsprozesse in unterschiedlichen Politikbereichen (policies),wurden hingegen so gut wie nicht untersucht2. Außerdem fällt auf, dass die Koalitionsforschung bis heute regional weitgehend auf den Raum westeuropäischer Demokratien bezogen blieb, obwohl sich seit den demokratischen Umbrüchen in Osteuropa3 aber gerade durch die Einbeziehung dieser politischen Systeme neue Forschungsperspektiven eröffnen.
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Kropp, S., Schüttemeyer, S. S., & Sturm, R. (2002). Koalitionen in West- und Osteuropa. Theoretische Überlegungen und Systematisierung des Vergleichs. In Koalitionen in West- und Osteuropa (pp. 7–41). VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-663-10487-2_1
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