Abstract
Der Beitrag skizziert die Anforderungsbesonderheiten von dialogisch-interaktiver Erwerbsarbeit, d. h. von klientenverändernden, klientenbeeinflussenden und klientenbezogenen Arbeitstätigkeiten. Möglichkeiten zum verhältnis- und verhaltenspräventiven Gestalten von Interaktionsarbeit im Dienstleistungsbereich werden skizziert. Hierzu werden Beispiele aus der Kranken- und Seniorenpflege, der Bildung sowie dem Einzel- und Großhandel referiert. Die dargestellten Beispiele zeigen Möglichkeiten der Verhältnisprävention (Primat der Verhältnisgestaltung) bei dialogisch-interaktiver Dienstleistungsarbeit. Die Bedeutung der Integration der Befähigung zu präventiver Arbeitsgestaltung in die berufliche Aus- und Weiterbildung wird betont. Praktische Relevanz Arbeitsgestaltung mit dem Ziel der Verhütung von Gefährdungen ist auch in Humandienstleistungstätigkeiten unerlässlich. Für die hohe Zahl der Beschäftigten, die betreuende, ausbildende, pflegerische, therapeutische oder beratende/verkaufende Tätigkeiten ausüben, ist eine präventive Gestaltung der Arbeit erforderlich, um Fehlbeanspruchungen zu vermeiden. Die Arbeit kann sowohl verhältnis-(bedingungs-) als auch verhaltensbezogen präventiv gestaltet werden, wobei der Verhältnisprävention der Vorrang zu geben ist. Der Beitrag führt Beispiele aus der verhältnis- und verhaltensbezogenen Prävention an und benennt dafür nutzbare Verfahren und Vorgehensweisen. The contribution outlines the specific demands of interactive work with clients. It highlights the possibilities of condition- and behavior-centered design of interactive work in the human services sector. Solutions in health care, geriatric nursing, education as well as in retail and wholesale jobs are reported, which illustrate examples of behavior-centered prevention in interactive service jobs. The inevitable combination of condition- and behavior-centered prevention especially in interactive work is stressed; consequences for vocational and further training are mentioned. Practical Relevance Work design aiming at the prevention of health risks of service workers as well as impairments of clients is inevitable in human service work. The priority of condition-centered preventive design of work systems (German Law on Safety of Work, § 4) is valid and practicable for human service work as well. This contribution describes transferable examples of condition- and behavior-centered prevention for work in the human services and in the sales sector. Practicable methods and procedures are mentioned as well.
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Hacker, W., Steputat-Rätze, A., & Pietrzyk, U. (2020). Verhältnis- und verhaltenspräventives Gestalten dialogisch-interaktiver Erwerbsarbeit. Zeitschrift Für Arbeitswissenschaft, 74(1), 23–33. https://doi.org/10.1007/s41449-020-00187-x
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