Abstract
Das Activation‐Strain‐ oder Distortion/Interaction‐Modell ist ein Instrument zur Analyse von Aktivierungsbarrieren und damit von Reaktionsgeschwindigkeiten. Für eine bimolekulare Reaktion ergibt sich die Aktivierungsenergie aus der Summe der Energien, die für die Deformation der Grundzustandsgeometrie der Reaktanten benötigt wird, um die Geometrie des Übergangszustands anzunehmen, plus der Wechselwirkungsenergie zwischen diesen deformierten Reaktanten. Die mit der Deformation assoziierte Energie wird “activation strain” (Aktivierungsspannung) oder “distortion energy” (Deformationsenergie) genannt. Diese Energie bildet den Hauptbeitrag zur Aktivierungsbarriere. Der Übergangszustand wird erreicht, wenn die stabilisierende Wechselwirkung die Aktivierungsspannung überwindet. Die Verlaufsanalyse dieser Energien gibt Einblicke in die reaktivitätsbestimmenden physikalischen Faktoren. Anwendungsbeispiele für das Modell sind die Analyse von Substitutions‐ und Eliminierungsreaktionen sowie Cycloadditionen.
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Bickelhaupt, F. M., & Houk, K. N. (2017). Das Distortion/Interaction‐Activation‐Strain‐Modell zur Analyse von Reaktionsgeschwindigkeiten. Angewandte Chemie, 129(34), 10204–10221. https://doi.org/10.1002/ange.201701486
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