Procalcitonin und seine Bedeutung für die Diagnose bakterieller Infektionen / Procalcitonin: Importance for the diagnosis of bacterial infections

  • Christ-Crain M
  • Schuetz P
  • Huber A
  • et al.
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Abstract

Procalcitonin ist das Pro-Hormon von Calcitonin. Im Gegensatz zu Calcitonin, welches primär in der Schilddrüse gebildet wird, wird Procalcitonin bei einer bakteriellen Infektion im Körper von allen infizierten parenchymatösen Organen produziert.Insbesondere bei der Diagnosestellung milder, lokalisierter oder beginnender Infektionen muss ein empfindliches Verfahren verwendet werden mit einer funktionellen Sensitivität, die idealerweise in dem Bereich gesunder Individuen messen kann (ca. 0,02 μg/L).Procalcitonin konnte aufgrund seiner überlegenen diagnostischen Eigenschaften bei Atemwegsinfektionen die initiale Antibiotikaverschreibung sowie die Dauer der Antibiotikatherapie sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich in der Hausarztpraxis deutlich reduzieren (um 40–75%).Obwohl prognostisch Procalcitonin anderen Infektionsmarkern überlegen ist, liegt jedoch eine eingeschränkte Aussagekraft bei der initialen Untersuchung bei Eintritt vor. Insbesondere der Verlauf von Procalcitonin kann aber über die Prognose Auskunft geben: sehr hohe und im Verlauf ansteigende Werte zeigen ein hohes Risiko für einen ungünstigen Verlauf an.Trotz dieser Vorteile gegenüber anderen Infektionsmarkern ist Procalcitonin kein perfekter Marker für Infektionen. So kann es falsch hoch sein bei nicht-bakteriellen Erkrankungen (z.B. posttraumatisch, Malaria, schwerste Entzündungen, medulläres Schilddrüsenkarzinom) und bleibt bei streng lokalisierten Infektionen in einem relativ tiefen Bereich.Wie jeder andere Biomarker sollte Procalcitonin deshalb immer im Kontext von Anamnese und klinischer Untersuchung interpretiert werden. Unter dieser Verantwortung kann mittels Procalcitonin die Diagnose einer bakteriellen Infektion deutlich verbessert werden.In contrast to calcitonin, which is primarily synthesized in the thyroid, procalcitonin is a prohormone which is synthesized in many different tissues of infected organs. To diagnose mild, localized, or early infections an assay needs to have a functional assay sensitivity of approximately 0.02 μg/L. We demonstrated that procalcitonin modifies the outcome of respiratory infections with regard to minimizing the use of antibiotics and duration of antibiotic treatment. High concentrations, especially over time, indicate high risk of a severe outcome. In this respect, procalcitonin is superior to other infection markers, such as C-reactive protein. High procalcitonin levels can also be found in non-bacterial diseases, such as malaria, severe trauma, burns, and medullar carcinoma of the thyroid. Procalcitonin, as a marker, has improved the diagnosis of bacterial infections. However, procalcitonin needs to be used in conjunction with other laboratory markers, clinical examination, and medical history.

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Christ-Crain, M., Schuetz, P., Huber, A. R., & Müller, B. (2008). Procalcitonin und seine Bedeutung für die Diagnose bakterieller Infektionen / Procalcitonin: Importance for the diagnosis of bacterial infections. LaboratoriumsMedizin, 32(6), 425–433. https://doi.org/10.1515/jlm.2008.063

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