Abstract
Hass im Netz ist zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden: Fast jeder Heranwachsende in Deutschland hat schon Erfahrungen mit Hate Speech im Internet gemacht, jedoch gehen die Nutzenden damit unterschiedlich um. Das zeigt eine Forsa-Umfrage, die von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in Auftrag gegeben wurde. Laut der Online-Befragung von 2.044 Internetnutzenden ab 14 Jahren sind zwei Drittel schon einmal Zeugin bzw. Zeuge von Hasskommentaren im Netz geworden. Die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen hat bereits zu 91 Prozent Kontakt mit Hate Speech gehabt – in sozialen Netzwerken, auf Internetseiten oder Blogs. Während nur ein Prozent der Befragten angibt, auch selbst schon einen Hasskommentar verfasst zu haben, sind sich die Befragten einig (95 %), dass solche Kommentare über das Internet feige sind. Außerdem gaben drei Viertel an, dass sie solche Äußerungen wütend machen; 34 Prozent zeigen sich darüber sogar verängstigt.Doch die gesellschaftlichen Gruppen zeigen unterschiedliche Reaktionen: Empörung und Angst sind bei Frauen stärker ausgeprägt, Männer befassen sich ab und an genauer mit Hasskommentaren, weil sie diese unterhaltsam finden (26 %). Diesen Aspekt teilt auch die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen, die manche Hasskommentare zudem interessant findet (52 %). Der Gesamtanteil derer, die sich näher mit einem Kommentar befassen – also beispielsweise dem Gesprächsverlauf folgen oder das Profil der Verfasserin bzw. des Verfassers aufrufen –, ist eher gering. Die Hälfte der Hate Speech-Zeuginnen und -Zeugen ignoriert Hasskommentare eher, jede fünfte Person hat die Verantwortlichen schon einmal auf irgendeine Art gemeldet. Doch auch hier zeigen sich Unterschiede: Die Hälfte der 14- bis 24-Jährigen befasst sich näher mit einem Hasskommentar und dessen Entstehung, im Alter schwindet dieses Interesse; 68 Prozent der Über-60-Jährigeninteressieren sich nicht für solche Kommentare. www.lfm-nrw.de
Cite
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Schröpfer, J. (2016). Hass im Netz. Merz | Medien + Erziehung, 60(4), 2. https://doi.org/10.21240/merz/2016.4.1
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