Abstract
Die Autokratieforschung bildet gemeinsam mit der Demokratieforschung das Herz der Politikwissenschaft. Erst in jüngster Zeit gerät dies auf internationaler Ebene zunehmend (wieder) ins Bewusstsein. Der Beitrag will ein Fundament für eine kumulative Forschung zu Autokratien legen. Daher werden wesentliche Forschungsergebnisse der Autokratieforschung der letzten Jahrzehnte vorgestellt. Auf dieser Grundlage werden die Fortschritte und verbleibenden Probleme der zeitgenössischen Autokratieforschung auf den Feldern der Klassifizierung von Autokratien, der Grenzziehung zwischen Demokratien und Autokratien, der Erforschung von politischen Institutionen in Autokratien sowie den Gründen für das Überdauern, aber auch das Entstehen und Zusammenbrechen von Autokratien präsentiert. Als gewisse Schwachpunkte der derzeitigen Autoritarismusforschung erweisen sich eine verbreitete Neigung zur Fixierung auf die Gegenwart, eine zu starke Konzentration auf nominell „demokratische“ Institutionen sowie eine damit einhergehende Vernachlässigung der Bedeutung der Herrschaftslegitimation und der Repressionsinstrumente.
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Kailitz, S. (2009). Stand und Perspektiven der Autokratieforschung. Zeitschrift Für Politikwissenschaft, 19(3), 437–488. https://doi.org/10.5771/1430-6387-2009-3-437
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