Abstract
Hintergrund Burnout ist kein akuter Zustand sondern eine anhaltende Stressreaktion, gekennzeichnet durch emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und fehlende persönliche Erfüllung. Ziel dieser Studie war es, Prävalenz und Ausprägung der Burnout-Symptomatik in einer Population von KlinikärztInnen zu untersuchen und einen möglichen Zusammenhang zwischen Burnout-Symptomatik und soziodemografischen und berufsbezogenen Variablen zu ermitteln. Methodik 69 an der Universitätsklinik bzw. am Landeskrankenhaus Innsbruck beschäftigte ÄrztInnen unterschiedlicher Fachrichtungen ≤55 Jahre wurden in diese Querschnittsuntersuchung eingeschlossen. Neben soziodemografischen und berufsbezogenen Daten wurde mit Hilfe des Maslach Burnout Inventory (MBI) die Burnout-Symptomatik erhoben. Ergebnisse Die Einteilung nach Burnout-Risiko aufgrund der Kombinationen der drei MBI-Subskalen ergab für 8,8% der KlinikärztInnen ein hohes Risiko. Diese ÄrztInnen waren durch starke emotionale Erschöpfung, starke oder mittelgradige Depersonalisation und geringe bzw. in einem Fall mäßige persönliche Erfüllung charakterisiert. Weitere 11,8% der teilnehmenden ÄrztInnen zeigten ein mäßiges Burnout-Risiko. Soziodemografische Variablen, Ausbildungsstand und Fachrichtung zeigten keinen signifikanten Einfluss auf die Burnout-Symptomatik. Dagegen korrelierte wissenschaftliche Tätigkeit mit einer signifikant höheren persönlichen Erfüllung und erwies sich somit als protektiver Faktor im Rahmen der Burnout- Entwicklung. Fazit für die Praxis Diese Untersuchung zeigt, dass Burnout-Symptomatik bei KlinikärztInnen unabhängig von der Fachrichtung eine erhebliche Problematik darstellt. Die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Maßnahmen im Sinne der Burnoutprävention und -therapie ist daher erforderlich.
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Kurzthaler, I., Kemmler, G., & Fleischhacker, W. W. (2017). Burnout-Symptomatik bei KlinikärztInnen. Neuropsychiatrie, 31(2), 56–62. https://doi.org/10.1007/s40211-017-0225-2
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