Abstract
Gegenstand der Untersuchung ist die variable Argumentstruktur von Verbpaaren wie schreiben, beschreiben im Deutschen oder load. smear etc. im Englischen. In einem lexikalischen Rahmen wird gezeigt, daß die Lokativalternation nicht durch den Austausch der zwei internen Argumente des Basisverbs herleitbar ist. Eine solche Diathese würde aufgrund der höheren Prominenz des Zielarguments gegenüber dem Thema einen Verstoß gegen die sonst gültige Thetahierarchie konstituieren. Vielmehr weisen Applikativverben gegenüber ihren Basen eine reduzierte syntaktische Wertigkeit auf, indem das Thema blockiert wird, aber als Argument-Adjunkt in der Satzstruktur mit Hilfe des präpositionalen Regens mit lizensiert werden kann. Anders als in der lexikalischen Analyse von Rappaport & Levin (1988), in der die Lokativaltemation als Folge der Zugehörigkeit des Simplex und des Applikativverbs zu verschiedenen semantischen Verbklassen erklärt wird, soll hier die These vertreten werden, daß eine formale Derivationsbeziehung zwischen Simplex und sekundärem Verb besteht. Die für die Lokativalternation typische holistische Bedeutungskomponente entstammt nicht der Verbalsemantik im engeren Sinne, sondern wird über andere Faktoren in die kompositionale Semantik des abgeleiteten Satzes eingeführt. © Vandenhoeck & Ruprecht, 1995
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Olsen, S. (1994). Lokativalternation im Deutschen und Englischen1. Zeitschrift Fur Sprachwissenschaft, 13(2), 201–235. https://doi.org/10.1515/zfsw.1994.13.2.201
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