Abstract
In seinem letzten Umweltgutachten hat der Rat von Sachverständigen für Umweitfragen die aktuelle Gewässerschutzpolitik in Deutschland bewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass trotz beachtlicher Erfolge noch erheblicher Handlungsbedarf verbleibt. Speziell die diffusen Nähr- und Schadstoffeinleitungen stellen nach wie vor ein ungelöstes Problem dar. Die Belastung der Oberflächengewässer und auch des Grundwassers mit Arzneimitteln wurde als ein Belastungsfeld identifiziert, welches zunehmend in den Vordergrund rückt. Arzneimittel und deren Metabolite werden in der gesamten aquatischen Umwelt nachgewiesen. Die Einträge erfolgen über das Abwasser, über die Bodenbelastung aus der Landwirtschaft und die Abfallbalagerung. Für verschiedene Pharmaka wurden akute Toxizitätstests mit unterschiedlichen Biota durchgeführt, über die chronische Toxizität ist aber meistens so gut wie nichts bekannt, obwohl gerade dieses Wissen wesentlich ist, um das ökotoxikologische Potential der Arzneimittelrückstände abschätzen zu können. Verschiedene strategische Ansätze sind nach Auffassung des Umweltrates notwendig, um die Umweltbelastungen durch Arzneimittel zu verringern. Insbesondere bei den Tierarzneimitteln steht die Vermeidungsstrategie im Vordergrund. Dies beinhaltet unter anderem einen möglichst weitgehenden Verzicht auf den Einsatz von Pharmaka zur Prophylaxe, ebenso wie einen Verzicht auf hormonell oder antibiotisch wirksame Substanzen als Futterzusatzstoffe zur Leistungs- und Wachstumsförderung. Bei den Humanarzneimitteln stehen Maßnahmen wie bedarfsgerechte Verpackungsgrößen und die umweltgerechte Entsorgung von Arzneimittelresten im Vordergrund. Weiterhin in der Diskussion ist die Forderung nach einem Altstoffprogramm für Arzneimittel ebenso wie die vollständige Beendigung der landwirtschaftlichen Verwendung von Klärschlämmen. Technische Maßnahmen zur Elimination der Wirkstoffe aus dem Abwasser wie zum Beispiel eine Membranstufe in der Abwasserbehandlung bieten weiteres Potential, die Schadstoffbelastung in der Zukunft zu mindern.
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Salomon, M. (2005). Arzneimittel in der aquatischen Umwelt. Umweltwissenschaften Und Schadstoff-Forschung, 17(1), 50–53. https://doi.org/10.1007/bf03038695
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