Abstract
Zusammenfassung: Die Idee, dass vor allem monetäre Anreize das Verhalten von Wirtschaftsakteuren in gewünschte Richtungen lenken und sogar dabei helfen können, durch Leistungssteigerung zusätzliche Wohlfahrtseffekte zu generieren, spielt in der politischen Ökonomie seit ihren Anfängen eine zentrale Rolle. 1 Es spricht sogar einiges da-für, dass dieser Gedanke das verbindende Glied der Ökonomik als Ge-sellschaftstheorie im Gegensatz zu anderen gesellschaftstheoretischen Entwürfen ausmacht. 2 Dennoch halte ich dieses Anreizargument aus normativer Perspektive für unterentwickelt, wie ich in Auseinander-setzung mit der Ökonomischen Ethik bzw. Ordnungsethik nach Karl Homann und der Integrativen Wirtschaftsethik zeigen möchte. 3 We-der gelingt es der Ordnungsethik nach Karl Homann, die Bedeutung 1 Vgl. Aßländer (2013). 2 Vgl. Homann (1999a [2002]). 3 In der Literatur hat sich die Bezeichnung " Ökonomische Ethik " für diesen Ansatz durchgesetzt. Karl Homann hingegen scheint die Be-zeichnung " Ordnungsethik " vorzuziehen. Das hat den Vorteil, dass nicht das Missverständnis entstehen kann, es ginge um einen blinden Ökonomismus. Allerdings ist Ordnungsethik auch sehr weit und es gibt viele andere ordnungsethische Ansätze, beispielsweise den Ansatz von John Rawls. Ich schreibe daher stets " Ordnungsethik nach Karl Homann " . Ich danke einem anonymen Gutachter für den Hinweis in dieser Sache. Vgl. für gute Einführungen in die Theorie in ihrem gan-zen Facettenreichtum: Suchanek (2001); Homann/Lütge (2005); Lüt-ge (2014). Im Folgenden beziehe ich mich vornehmlich auf systemati-sche Aufsätze von Homann, in denen die Anreizfrage im Vordergrund steht.
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Neuhäuser, C. (2016). Das Anreizargument in Wirtschaftsethik und Gerechtigkeitstheorie. Zeitschrift Für Praktische Philosophie, 3(2), 9–48. https://doi.org/10.22613/zfpp/3.2.1
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