Über die Vorgänge in geleimten Hölzern bei der Einwirkung von besonders feuchter Luft und die dadurch bedingten Beanspruchungen der Leimfuge

  • Küch W
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In extrem feuchtem Klima sind verleimte Holzstücke mit normalem Feuchtigkeitsgehalt einer Einwirkung derart ausgesetzt, daßLeim und Holz durch die den organischen Stoffen eigene Sorptionsfähigkeit Feuchtigkeit aufnehmen, die bei konstanter Beanspruchung einem festliegenden Gleichgewichtszustand zustrebt. Für den zeitlichen Ablauf dieser Einwirkung ist die Form der geleimten Teile maßgebend. Liegen Leimfugen an den äußeren Flächen der Holzteile frei, so kann zunächst an diesen Stellen Feuchtigkeit unmittelbar in den Leim eindringen und damit die hier wirksamen und für die Festigkeit der Verbindung maßgeblichen inneren kohäsiven Kräfte des eigentlichen Bindemittels verringern. Im allgemeinen dürfte eine derartige Einwirkung nur mehr von untergeordneter Bedeutung sein, da der Anteil der außen frei liegenden Leimfugen im Vergleich zur gesamten Leimfläche und damit zum gesamten Leimvolumen meist gering ist. Außerdem mußdie Natur des verwandten Leimes berücksichtigt werden. Die unmittelbare Sorption von Feuchtigkeit im Leim dürfte spürbar sein bei den Leimsubstanzen auf natürlicher organischer Grundlage, weniger dagegen bei den erheblich feuchtigkeitsbeständigeren Kunstharzleimen in Erscheinung treten. Der zweite Vorgang ist die Sorption des Holzes mit Feuchtigkeit,die sich von den Außenflächen her durch Diffusions- und Kapillarkräfte im Holzteil gleichmäßig verteilt. Auf diese Weise kann auf dem Umwege über das Holz Feuchtigkeit ebenfalls unmittelbar in die Leimsubstanz eindringen und damit die eingangs geschilderte Festigkeitsminderung der Bindesubstanz herbeiführen. Außerdem hat die Feuchtigkeitsaufnahme im Holz Quellerscheinungen zur Folge.

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Küch, W. (1954). Über die Vorgänge in geleimten Hölzern bei der Einwirkung von besonders feuchter Luft und die dadurch bedingten Beanspruchungen der Leimfuge. In Untersuchungen über die Einwirkung von feuchtigkeitsgesättigter Luft auf die Festigkeit von Leimverbindungen (pp. 8–10). VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-663-04495-6_2

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