Abstract
Ansätze zur Kritik der politischen Ökonomie der gesellschaftlichen Kommunikation gehören in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu den "vergessenen Theorien". Aber angesichts des unübersehbaren Strukturwandels einer durch Deregulierung, Privatisierung, Digitalisierung, Konzentration, Globalisierung etc. "entfesselten" Medienindustrie erscheint es wissenschaftlich notwendig, die Entwicklung der Medienindustrie im engen Zusammenhang mit der ebenso unübersehbaren generellen Entwicklung eines "entfesselten" Kapitalismus zu analysieren. In diesem Beitrag wird deshalb gezeigt, dass es die Analyse der Entwicklungsprozesse des Kapitalismus als dem zweifellos weltweit herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aus politökonomischer Perspektive ermöglicht, den Ökonomisierungs- bzw. Kommerzialisierungsprozess in der Medienindustrie hinsichtlich seiner Ursachen, Formen, Folgen und weiteren Entwicklung wissenschaftlich angemessen zu analysieren, erklären und teilweise zu prognostizieren. Theoretische Erklärungsansätze hierzu bieten die auf der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie basierenden Weiterentwicklungen einer aktuellen Kapitalismusanalyse und –kritik als historisch-materialistische Gesellschaftsanalyse. Dabei werden die dauerhaft grundlegenden Merkmale, Funktionsweisen und "Gesetzmäßigkeiten" kapitalistischer Produktionsweise und Gesellschaftsformation in Verbindung mit den Besonderheiten des aktuellen Kapitalisierungsprozesses in der Medienindustrie analysiert.
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Knoche, M. (2001). Kapitalisierung der Medienindustrie aus politökonomischer Perspektive. Medien & Kommunikationswissenschaft, 49(2), 177–194. https://doi.org/10.5771/1615-634x-2001-2-177
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