Abstract
Zusammenfassung Hintergrund: Ziel der Studie war es, den Einfluss einer simultanen Amnionmembran-transplantation (AMT), des Hornhaut(HH)-Status (eigene HH vs. Transplantat [TPL]) und der Grunderkrankung auf die Erfolgs-und Rezidivraten des autologen Serums (AS) bei therapieresistenten Epitheldefekten zu evaluieren. Patienten und Methoden: Von 2007 bis 2019 wurden 990 Therapien mit AS an 703 Augen von 645 Patienten retrospektiv untersucht. Erfasst wurden das Vorliegen einer Erosio oder Ulkus, die Anwendung einer AMT, der HH-Status und die Grunderkrankung. Zielgrößen waren die Epithelschlussrate innerhalb 4 Wochen und die Rezidivrate nach Epithelschluss. Die mediane Beobachtungszeit betrug 50 Monate. Ergebnisse: Ein Epithelschluss zeigte sich bei 73,6 % und ein Rezidiv bei 27,4 %. Eine AMT wurde signifikant häufiger bei Ulzera (p < 0,001) und Rezidiven (p = 0,048) angewandt. Ohne AMT ergab sich eine signifikant höhere Epithelschlussrate (p < 0,001) und schnellere Heilungstendenz (p < 0,001). Es bestand kein Unterschied zwischen der eigenen HH und dem TPL in der Epithelschlussrate (p = 0,47). Auf dem TPL zeigte sich eine signifikant höhere Rezidivrate (p = 0,004) und ein schnelleres Rezidivauftreten (p = 0,03), v. a. ≤6 Monate nach Epithelschluss. Die Grunderkrankungen zeigten einen signifikanten Unterschied in der Epithelschluss-(p = 0,02) und Rezidivrate (p < 0,001) mit höchstem Erfolg bei HH-Dystrophien und geringstem bei kongenitaler Aniridie. Schlussfolgerungen: Das AS stellt eine effektive Therapieoption bei therapieresistenten Epitheldefekten dar. Es zeigt auf dem TPL eine hohe Erfolgsrate bei zugleich höherer Rezidivneigung. Bei simultaner AMT ist wegen der erhöhten Komplexität des zugrunde liegenden Problems mit geringeren Erfolgsraten zu rechnen. Das AS ist bei verschiedenen Grunderkrankungen erfolgreich einsetzbar, mit Limitationen bei der kongenitalen Aniridie. Schlüsselwörter Hornhauterosio · Hornhautulkus · Transplantat · Kongenitale Aniridie · Neurotrophe Keratopathie Autologe Serum(AS)-Augentropfen wer-den seit Jahrzehnten zur Therapie ei-ner Vielzahl von Erkrankungen der Au-genoberfläche angewandt. Eine häufi-ge Indikation stellt der therapieresis-tente Hornhaut(HH)-Epitheldefekt dar [13]. Darunter versteht man in der Re-gel einen über mehr als 14 Tage persis-tierenden Epitheldefekt, welcher trotz intensiver Standardtherapie keine aus-reichende Heilungstendenz aufweist. Folglich wird das Auge anfällig für Infek-tionen, Ulzerationen, Narbenbildung, Perforationen bis hin zum Verlust des Augenlichtes. Persistierende Epithelde-fekte erweisen sich trotz zahlreicher The-rapiemöglichkeiten bis heute als eine Herausforderung für den behandelnden Augenarzt [25, 33]. Die Ophthalmologie 1 · 2023 43
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Weischnur, L., Xanthopoulou, K., Munteanu, C., Leonhard, M., Daas, L., & Seitz, B. (2023). Autologe Serumaugentropfen bei therapieresistenten Epitheldefekten der Kornea. Die Ophthalmologie, 120(1), 43–51. https://doi.org/10.1007/s00347-022-01677-5
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