Abstract
Auf welche Lernsituationen bezieht sich das theoretische Modell situierten Lernens? [Bearbeiten] In vielen Modellen des Lehrens und Lernens werden spezifische Lernsituationen n{ä}her unter die Lupe genommen (z.B. Lernen im Klassenzimmer). Beim situierten Lernen hat es einen Wandel in der fokussierten Lehr-/Lernsituation gegeben. - Zun{ä}chst haben die EntwicklerInnen allt{ä}gliche Lehr-/Lernsituationen fokussiert. Nicht das Lernen als solches stand dabei alleinig im Vordergrund, sondern die Handlungssituation, in die auch Lernen verwoben und eingebettet ist. Situationen, die f{ü}r die Entwicklung des Modells analysiert wurden, waren vor allem die informelle 'Ausbildungssituation' Apprenticeship. - Das Modell wurde als 'allgemeing{ü}ltig' entwickelt: Situiertes Lernen findet nicht nur in 'Apprenticeship' Situationen statt sondern auch im situierten Kontext in Schulen und Unternehmen. Die Grundannahme der Modellentwickler ist hier, dass Lernen niemals ohne einen solchen Kontext stattfinden kann (s. Wenger, der die drastischen Folgen der Blockierung f{ü}r einzelne und Unternehmen beleuchtet). Aufgrund des lukrativen Anwendungsgebiets fand eine Fokussierung des Modells auf Unternehmen statt. Jede Situation verf{ü}gt {ü}ber spezifische Kontextelemente, die die Lernsituation und die M{ö}glichkeiten f{ü}r das Individuuum und die Lerngemeinschaft pr{ä}gen. - ein Modell, das die Doppellagigkeit schulischer Lernsituationen beleuchtet, den 'Fingerabdruck' der Kontextsituation Schule analysiert steht noch aus (in Ans{ä}tzen Bernd Hackl, Klaus Holzkamp). Ein Modell, das die Verzahnung individueller Entwicklung im situierten Kontext analysiert ist in Entwicklung. Lernen als {\glq}Negotiation of Meaning' -- Bedeutungsaushandlung [Theorien situierten Lernens haben eine gemeinsame Ausgangsannahme. Sie richten sich gegen Annahmen, dass Wissen von dem Lehrenden an den Lernenden {ü}bermittelt wird, so dass der Lernende nachher das gelernte Wissen in genau derselben Form besitzt wie der Lehrende (vgl. N{ü}rnberger Trichter). Die Theorie des situierten Lernens hingegen geht davon aus, dass Wissen nicht von einer Person auf eine andere transferiert werden kann. Lernen bedarf der Aushandlung von Bedeutung in der Situation ('Situation Backtalk, Schoen, 1986) und der Aushandlung in sozialen Bedingungsgefuegen. Jean Lave und Etienne Wenger fassen diese Ausgangsannahme zusammen:
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Schmohl, T. (2021). Situiertes Lernen. In Handbuch Transdisziplinäre Didaktik (pp. 301–312). transcript Verlag. https://doi.org/10.1515/9783839455654-028
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