Abstract
Warum verbringen die Deutschen inzwischen im Durchschnitt jeden Tag zehn Stunden mit den Angeboten der Massenmedien? Warum werden einige Menschen zu Informati- onsjunkies und andere zu Medienvermeidern? Von welchen Faktoren hängt das Medien- menü ab, das ein einzelner Nutzer konsumiert? Die Studie, die sich auf 133 Tiefeninter- views stützt, geht in Anlehnung an Pierre Bourdieu davon aus, dass der Habitus und da- mit die Mediengewohnheiten vor allem von der sozialen Position eines Akteurs bestimmt werden, und fragt danach, wie die zehn Stunden, die der deutsche Durchschnittsbürger jeden Tag mit den Angeboten der Massenmedien verbringt, zum individuellen Kapi- talfundus beitragen. Die Untersuchung zeigt, dass Medienwissen und Medienmenüs zu Distinktionsmerkmalen geworden sind und kulturelles Kapital liefern. Mediennutzung ist für viele Menschen folglich (auch) Arbeit. Der Norm, informiert zu sein, können sich vor allem diejenigen nicht entziehen, die eine gehobene soziale Position bekleiden oder aufsteigen wollen. Mindestens genauso wichtig wie die soziale Position ist dabei die Be- wertung, die der jeweilige Akteur mit dieser Position verbindet. Dieses Urteil wiederum wird vor allem vom Geschlecht, von der Herkunft, der Lebensphase, dem persönlichen Umfeld
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Meyen, M. (2007). Medienwissen und Medienmenüs als kulturelles Kapital und als Distinktionsmerkmale. Medien & Kommunikationswissenschaft, 55(3), 333–354. https://doi.org/10.5771/1615-634x-2007-3-333
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