Abstract
Mit der schnellen Diffusion des mobilen Telefons („Handy“) hat sich in Deutschland auch der Short Message Service (SMS) als spezifische Nutzungsform verbreitet. Dieser gestattet es, kurze, der E-Mail vergleichbare Textnachrichten zu senden und zu empfangen. Unter Jugendlichen erfreuen sich SMS-Botschaften besonderer Beliebtheit; noch vor der mobilen Telefonie stellen sie die dominante Nutzungsform des Handys dar. Anknüpfend an die theoretische Verortung des Short Message Service im Kontext einer „Dialektik“ mobiler Kommunikation wird die Aneignung des SMS durch Jugendliche in einer explorativen empirischen Studie untersucht. Vor dem Hintergrund eines modifizierten Uses and Gratifications-Konzepts werden distinkte, mit dem Gebrauch des Short Message Service verbundene Gratifikationen ausgelotet. Als dominante Nutzungsmotive ergeben sich der Austausch über persönliche Befindlichkeiten und das Aufrechterhalten von Kontakten unter dem Vorzeichen, immer erreichbar zu sein. Eine faktorenanalytische Verdichtung unterstreicht, dass die gegenseitige Rückversicherung als Nutzungsmotiv herausragt, das zwar ebenso mit dem Telefon verbunden ist, allerdings mit einer weniger aufdringlichen SMS-Nachricht zweckadäquater umgesetzt werden kann. Die Studie verweist ferner auf geschlechtsspezifische Unterschiede, die eine größere Affinität weiblicher Jugendlicher zu schriftlichen Mitteilungsformen nahe legen.
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Höflich, J. R., & Rössler, P. (2001). Mobile schriftliche Kommunikation – oder: E-Mail für das Handy. Die Bedeutung elektronischer Kurznachrichten (Short Message Service) am Beispiel jugendlicher Handynutzer. Medien & Kommunikationswissenschaft, 49(4), 437–461. https://doi.org/10.5771/1615-634x-2001-4-437
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