Abstract
1. Einleitung Menschen leben heutzutage länger und gesünder als je zuvor. Diese längere Le-benszeit stellt diverse neue Herausforderungen an die älteren und hochbetagten Menschen, ihr Umfeld und an die Gesellschaft. Im letzten Lebensabschnitt sind viele Menschen von schwereren chronischen Krankheiten und unterschiedlichen Behinderungen betroffen. Diese Probleme wachsen in dem Masse an, wie die Ba-byboomer älter werden. Dem Gesundheitswesen und für diesen Artikel beson-ders wichtig, der Gemeindekrankenpflege mangelt es an Kapazität und Wissen, die Bedürfnisse dieser chronisch kranken Menschen zu erfüllen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Pflege dieser Population teurer wird und die Verfiigbar-keit von Pflegenden immer mehr schwindet. Positiv flillt hingegen ins Gewicht, dass ältere Menschen sehr oft gut mit ihren chronischen Krankheiten leben kön-nen und dass das Gesundheitswesen in der Schweiz, aber auch in anderen Län-dern, bereits gewisse Vorkehrungen im Zusammenhang mit diesem demographi-schen Wandel unternommen hat. Insgesamt benötigt diese dringende Anpassung aber neue Wege in der Pflege, Betreuung und Begleitung hochbetagter Menschen. Der grösste Wunsch der meisten Menschen ist es, bis zu ihrem Tod zu Hause le-ben zu können. Dies widerspricht allerdings den heutigen Tatsachen, denn je älter Menschen werden, umso öfter wird ein Heimeintritt nötig, und zu Hause sterben können nur sehr wenige. In diesem Artikel werden pflegerische Aspekte aufgezeigt, die einen Einfluss auf das Leben von hochbetagten Menschen zuhause haben. Dabei wird wie beim Pflegeprozess vorgegangen, d.h. zuerst werden im Hintergrund die Informatio-nen dargestellt, die das Leben zu Hause beeinflussen, danach werden die gesund-heitlichen Probleme erläutert, die hochbetagte Menschen haben können, und zum Schluss werden Massnahmen vorgeschlagen, die das zu Hause leben unterstützen. Die Population der älteren Menschen steigt bis ins Jahr 2050 stetig an. Dabei fin-det der grösste Anstieg in den entwickelten Ländern statt. Dieser demographische Wandel betrifft auch die hochbetagten Menschen in der Schweiz. Deren Anzahl wird bis 2050 voraussichtlich um das 2,5-fache steigen, nämlich von heute 380)000 auf ca. 940)000 (Grob 2009). Laut der Weltgesundheitsorganisation, WHO (2007) ist ein langes Leben und somit das Älter werden der Bevölkerung ein Zeichen guter Gesundheit und ein Tri-umph der modemen Gesellschaft. Weiter schreibt sie, dass beides die Erhöhung der globalen Gesundheit widerspiegelt, aber auch spezielle, neue Herausforderun-gen für das 21. Jahrhundert aufwirft. Es ist unverzichtbar, die Gesundheitsanbieter und die Gesellschaft auf die Bedürfnisse dieser älteren Menschen vorzubereiten. Notwendig sind Schulungen für Gesundheitsanbieter in gerontologischer Pflege und Betreuung, das Vorbeugen und Bewältigen von altersbedingten chronischen Krankheiten, das Aufzeigen einer nachhaltigen Langzeitpflegepolitik und das Ent-wickeln von altersfreundlichen Organisationen und Institutionen (WHO 2007). Die demographische Entwicklung zeigt als Konsequenzen die Wichtigkeit der Gesundheitsförderung auf, denn eine gute Gesundheit ist für ältere Menschen wichtig, um unabhängig zu bleiben und eine Rolle in der Familie und im sozialen Umfeld zu spielen. Eine lebenslange Gesundheitsforderung und präventive Mass-nahmen helfen den Beginn von nichtübertragbaren und chronischen Krankheiten zu verzögern oder zu verhindern. Die gesundheitlichen Probleme, die bei hochbe-tagten Menschen auftreten sind chronische Krankheiten, Multimorbidität, Demenz und daraus resultierend oder isoliert das Syndrom der Frailty und damit verbunden eine erhöhte Vulnerabilität. Treten bei hochbetagten Menschen eines oder mehrere dieser gesundheitlichen Probleme auf, so benötigen sie ein flexibles, umfassendes und erreichbares "Versorgungszentrum", das eine ganzheitliche und regelmässige Betreuung anbietet. Denn diese gesundheitlichen Probleme erfordern eine kompe-tente und kontinuierliche Begleitung zur Vermeidung oder sicher zur Minimierung von Folgeerkrankungen und somit von weiteren Einschränkungen und negativen Effekten auf die Lebensqualität. Die demographische Entwicklung verweist so-mit auf mehrere Konsequenzen für eine erweiterte Gesundheitsförderung und auf andere unterstützende Massnahmen für hochbetagte Menschen. Die WHO hat mehrere Publikationen zum Thema ,ältere Menschen' heraus-gegeben, teilweise zu spezifischen Themen, wie Palliative Care oder auch allge-mein zu der Situation von älteren Menschen weltweit, wie die weiter unten im
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Wiesli, U. (2011). Hochbetagte Menschen zuhause – pflegen, begleiten und betreuen. In Hochaltrigkeit (pp. 187–209). VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92740-4_11
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