Abstract
Lesefoerderung umfasst den Aufbau der Lesemotivation, Vermittlung von Vertrautheit mit Buechern und die Stabilisierung von Lesegewohnheiten. Sie ist angesichts der veraenderten Medienwelt fuer alle Kinder notwendig. Dabei steht Lesen nicht in Konkurrenz zu anderen Medien, sondern ist Voraussetzung fuer deren kompetenten Gebrauch. Wie keine andere Medientaetigkeit foerdert Lesen die Sprachentwicklung und das konzentrierte Denken und bietet gleichzeitig emotionale Teilnahme an fremder Erfahrung. Um Leser zu werden, brauchen Kinder eine anregende Leseumwelt, Lesesituationen mit individuellen Rueckzugsmoeglichkeiten und (erwachsene) Gespraechspartner, die Lesen selbst als Genuss erleben. Schule muss dabei ihre spezifischen Moeglichkeiten nutzen, in der Gruppe Gleichaltriger eigene Leseinteressen zu entwickeln. Das bedeutet klare Praeferenz fuer Kinder- und Jugendliteratur, fuer Buecher statt loser Texte und den Verzicht auf zu fruehe Interpretationen. Die Zusammenarbeit mit allen Institutionen des Literaturbetriebes ist eine sinnvolle Ergaenzung. An erprobten methodischen Konzepten mangelt es nicht. Unabhaengig von den Lesesituationen im Elternhaus haben Leseerfahrungen in der Schule ihren Eigenwert. Lesefoerderung muss gruppenspezifisch sein. Fuer diese Differenzierung wie auch fuer die bekannten geschlechtsspezifischen Leseunterschiede fehlen bislang didaktische Konzepte.
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Marci-Boehncke, G., & Vogel-Lefèbre, T. (2024). Leseförderung. In Handbuch Bibliothekspädagogik (pp. 249–260). De Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783111032030-023
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