Abstract
Fürs Lesen zu schreiben, lernen und üben wir von der ersten Kinderpostkarte an. Gymnasium und Hochschulseminare oder die Geschäftskorrespondenz verfestigen bei jedem von uns die Vorstellung davon, wie man sich auszudrücken hat. Wenn wir unsere ersten Beiträge fürs Radio schreiben, also fürs Ohr statt fürs Auge, fürs Hören statt fürs Lesen, sollten wir zunächst einmal stutzen und innehalten. Denn fürs Hören schreiben, also einen Text verfassen, der leicht gesprochen und gehört werden kann, ist für uns ja etwas Ungewohntes. Zum Hörer sprechen. Dass Sprache von Sprechen kommt, dass wir mit jedem Radiotext zum Hörer sprechen, diese eigentlich banale Erkenntnis wird oft nicht genug beachtet. Wenn wir uns um ein Schreiben-Wie-Geredet bemühen wollen, hat das nicht mit einer selbstverliebten Perfektionierung des Sprechmediums Radio zu tun, sondern schlicht mit dem Wunsch, dass der Hörer besser verstehen kann, was wir ihm sagen. Also müssen wir uns die Situation des Hörers klarmachen, die so ganz anders ist als die des Lesers.
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von La Roche, W. (2017). Fürs Hören schreiben. In Radio-Journalismus (pp. 9–22). Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-10796-3_2
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