Abstract
Die zentrale Rolle der Menschenwürde in Ethik und Recht steht in auffälligem Kontrast zu der Uneinigkeit über Bedeutung und normativen Gehalt des Begriffs. Jede der konkurrierenden Menschenwürdetheorien weist zudem gravierende Probleme auf. Vor dem Hintergrund dieser Situation wird hier mit der Sinntheorie der Menschenwürde der Vorschlag für ein neues Verständnis gemacht, das eine Reihe bisheriger Menschenwürdekonzeptionen integrieren und zugleich ihre Probleme beheben kann. Die Achtung der Menschenwürde besteht demnach in der Achtung vor dem Menschen als sinnstiftendem und sinnbedürftigem Wesen. Die integrative und problemlösende Kraft dieses neuen Ansatzes wird hier in der Auseinandersetzung mit zwei Theoriesträngen demonstriert: zum einen mit der kantischen Tradition eines autonomieorientierten Menschenwürdeverständnisses, zum anderen mit einer Theorie, die die individuelle Identität und den Schutz vor Demütigung in den Mittelpunkt stellt.
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Kipke, R. (2020). Die Sinntheorie der Menschenwürde. Auf dem Weg zu einem neuen und integrativen Ansatz. Zeitschrift Für Praktische Philosophie, 7(2), 91–118. https://doi.org/10.22613/zfpp/7.2.4
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