Abstract
Die unterschiedliche Lebenserwartung von Frauen und Männern gehört zu den am weitesten bekannten demo- graphischen Phänomenen. Generell wird die längere Lebenserwartung der Frauen durch das Zusammen- spiel vieler verschiedener Faktoren hervorgerufen, die sich grob in die zwei Kategorien der biologischen und der nicht-biologischen Faktoren unterteilen lassen. Welcher Anteil der Gesamtdifferenz diesen beiden Ur- sachenkategorien zuzuschreiben und welches Geschlecht stärker für die Unterschiede in der Lebenserwartung verantwortlich ist, sind jedoch bis heute noch weitest- gehend ungeklärte Fragen. Die in diesem Beitrag präsentierte Analyse der Lebens- erwartung von bayrischer Kloster- und westdeutscher Allgemeinbevölkerung verdeutlicht, dass (1.) der grösste Teil der «männlichen Übersterblichkeit» und die Ausweitung der geschlechtsspezifischen Sterblich- keitsunterschiede nicht auf biologische Ursachen zu- rückzuführen sind und dass (2.) primär die Männer für Ausmass und Entwicklung der Geschlechterdifferenzen in der Lebenserwartung verantwortlich sind.
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Luy, M. (2011). Ursachen der Geschlechterdifferenz in der Lebenserwartung. Swiss Medical Forum ‒ Schweizerisches Medizin-Forum, 11(35). https://doi.org/10.4414/smf.2011.07594
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