Abstract
Die Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse von Qualifikanden/-innen rücken zunehmend in das Interesse bildungspolitischer und öffentlicher Diskussionen. Selbst der Ausdruck ‹wissenschaftlicher Nachwuchs› steht in der Kritik. Der vorliegende Beitrag verortet die Situation der Medienpädagogik im deutschsprachigen Raum in dieser Debatte. Drei ausgewählte Schwerpunkte werden dafür in den Blick genommen: (1.) die Rolle von Wissenschaftlern/-innen in Qualifizierungsphasen im aktuellen Wissenschaftssystem, (2.) die Situation in der Disziplin der Erziehungswissenschaft sowie (3.) der Prozess der Prekarisierung in der Wissenschaft. Die Frage, inwiefern die markierten Veränderungen des Wissenschaftssystems und damit zusammenhängende Herausforderungen auch Medienpädagogen/-innen im deutschsprachigen Raum betreffen, wird auf Basis einer online durchgeführten Fragebogen-Untersuchung mit 76 Teilnehmern/-innen diskutiert. In exemplarischer Betrachtung der Fragenkomplexe (1) Zufriedenheit mit Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen, (2) Betreuungssituation sowie (3) Work-Life-Balance zeigt sich einerseits eine allgemeine Zufriedenheit hinsichtlich der Möglichkeiten des selbstbestimmten Arbeitens, des sozialen Arbeitsumfelds sowie mit der Betreuung der eigenen Qualifikationsarbeit. Anderseits werden auch in der Medienpädagogik Probleme deutlich, die den wissenschaftlichen Nachwuchs disziplinübergreifend betreffen: Die mangelnde berufliche Sicherheit und Planbarkeit der Karriere zählen zu den grössten problematischen Aspekten für Wissenschaftler/-innen in Qualifizierungsphasen.The precarization of emerging researchers’ job positions is increasingly discussed in public debates on education policy. Even the term ‹wissenschaftlicher Nachwuchs› is being criticised. This paper examines the situation within academic media education in German-speaking countries. The selected focal points are: (1.) the role of scholars currently in qualification processes, (2.) the situation within educational science and (3.) the process of precarization in academia. To answer the question for the situation for qualifying scholars in media education in German-speaking countries, results from an online questionnaire (n=76) are presented and discussed. The authors focus on the following topics (1) satisfaction with current employment situations, (2) supervision of the qualifying projects and (3) work-life balance. On the one hand, findings show general contentment with the opportunity to work in a self-determined way, with social aspects of the working environment, and with supervisors. On the other hand, general problems also arise in the field of media education: A lack of planning reliability for academic careers is among the most problematic aspects for scholars in qualification processes.
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Dander, V., Rau, F., Bettinger, P., Aßmann, S., & Abendschein, M. (2016). Prekär, aber glücklich? Wissenschaftlicher ‹Nachwuchs› in der Medienpädagogik. MedienPädagogik: Zeitschrift Für Theorie Und Praxis Der Medienbildung, 1–19. https://doi.org/10.21240/mpaed/26/2016.07.13.x
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