Abstract
Zusammenfassung: Hintergrund: Die Covid-19-Pandemie brachte Priorisierungs- und Rationierungsentscheidungen von Versorgungsressourcen auf die gesundheitspolitische Agenda. Unklar sind die Auswirkungen auf die Allokation pflegerischer Ressourcen in der klinischen Praxis. Ziel: Um Implikationen für zukünftige Pandemien abzuleiten, wurde untersucht, inwieweit es in der akutstationären Pflege zu Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen kam und wie mit Engpässen umgegangen wurde. Methoden: In fünf Akutkliniken in Deutschland wurden halbstrukturierte Interviews mit Pflegefachpersonen (n = 16) und Pflegeteamleitungen (n = 10) durchgeführt und induktiv mittels Thematic-Framework-Analyse ausgewertet. Ergebnisse: In der akutstationären Pflege unter Pandemiebedingungen wurden Priorisierungs- und Rationierungsentscheidungen wie die zeitliche Verschiebung oder Reduktion von Pflegemaßnahmen getroffen, um pandemiespezifische Herausforderungen zu bewältigen. Diese Entscheidungen betrafen bestimmte Patientengruppen und patientennahe und -ferne Leistungen, insbesondere fundamentale Pflegemaßnahmen wie die Unterstützung bei der Körperpflege und bei der Ernährung, sowie den Zugang zur akutstationären Versorgung. Die Entscheidungen wurden eher implizit und nicht nach evidenzbasierten Kriterien getroffen. Schlussfolgerungen: Während der Pandemie wurden pflegerische Priorisierungs- und Rationierungsentscheidungen getroffen. Diese ähneln vergleichbaren Entscheidungen außerhalb der Pandemie, insbesondere in der unzureichenden Evidenzbasierung, und unterstreichen den Bedarf für empirisch fundierte Entscheidungskriterien.
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Sill, J., Silies, K., Schley, A., Fleischer, S., Müller, M., & Balzer, K. (2025). Nursing prioritization and rationing decisions in acute care hospitals during the Covid-19 pandemic: a qualitative study. Pflege, 38(6), 335–346. https://doi.org/10.1024/1012-5302/a001028
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