Abstract
Im Corona-Jahr 2020 ist die Mediennutzung Heranwachsender deutlich gestiegen. Die JIM-Studie 2020 zeigt eine größere technische Ausstattung der Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr. So besitzen nun deutlich mehr einen Computer bzw. Laptop (7 Prozentpunkte) oder ein Tablet (13 Prozentpunkte). Dabei haben Mädchen mit 62 Prozent deutlich häufiger einen Laptop als Jungen (50 %), welche dafür öfter einen Computer ihr Eigen nennen (45 %; Mädchen: 21 %). Laptop oder Computer haben 77 Prozent der Gymnasiast*innen und 64 Prozent der Haupt- und Realschüler*innen. Auch Wearables und Fernsehgeräte mit Internetzugang sind nun stärker vertreten (11 bzw. 14 Prozentpunkte), letztere vor allem bei Haupt- und Realschüler*innen. Im Bereich der Freizeitgestaltung stellt das Treffen von Freund*innen mit 61 Prozent zwar noch die häufigste Aktivität dar, verliert im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 14 Prozentpunkte. Familienunternehmungen und Musik machen gewinnen dafür an Beliebtheit. Die beliebtesten Medienbeschäftigungen in der Freizeit waren Smartphone (93 %) und Internet (89 %) sowie Musikhören (80 %). Insgesamt erleben fast alle Medien einen Anstieg der Nutzungshäufigkeit. Streaming-Angebote können erstmals unmittelbar zum traditionellen Fernsehen anschließen, wobei letzteres erstmals wieder mehr als zwei Stunden pro Tag genutzt wurde. Internetvideos sehen 60 Prozent täglich. Das Fernsehen nutzen 45 Prozent, Streaming-Dienste 35 Prozent. Bücher lesen 15 Prozent jeden Tag, Hörspiele und -bücher hören sieben Prozent und Podcasts sechs Prozent. Bei den häufigsten Medienaktivitäten in der Freizeit lassen sich keine gravierenden geschlechtsspezifischen Differenzen feststellen. Deutliche Unterschiede zeigen sich dagegen bei digitalen Spielen (Mädchen: 56 %; Jungen: 79 %) und dem Lesen von Büchern (Mädchen: 42 %; Jungen: 28 %). Auch die tägliche Nutzungsdauer stieg deutlich an. Das Internet nutzten die Jugendlichen 2020 etwa 258 Minuten pro Tag (2019: 205 Minuten). Den Großteil der Online-Zeit verbringen sie mit Unterhaltung, elf Prozent mit der Suche nach Informationen. Digitale Spiele nutzen sie täglich 121 Minuten, also 40 Minuten mehr als im Vorjahr – Jungen deutlich länger (159 Minuten) als Mädchen (81 Minuten). Bei den Kommunikationsdiensten bleibt WhatsApp an der Spitze. Die App verwenden 94 Prozent mindestens mehrmals pro Woche, einen Klassenchat haben dort 87 Prozent der Schüler*innen. Bei den Sozialen Medien Instagram, Snapchat, Pinterest und Twitter lassen sich Steigerungen erkennen, besonders aber bei der Videoplattform TikTok (19 Prozentpunkte mehr als 2019). Befragt wurden 1.200 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren in Deutschland. www.mpfs.de/studien/jim-studie/2020/
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Neuleitner, D. (2021). JIM-Studie 2020. Merz | Medien + Erziehung, 65(1), 2. https://doi.org/10.21240/merz/2021.1.1
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