Abstract
Der Klimawandel gehört heute zu den Top-Themen der Medienagenda. Während die Berichterstattung der Medien von der Kommunikationswissenschaft gut begleitet wurde, besteht bezüglich der Publikumsperspektive in diesem Bereich eine Forschungslücke. So wurde bislang wenig erforscht, welchen Einfluss die Medienberichterstattung auf die Wahrnehmung des Klimawandels der Mediennutzer und damit der Bürger hat. Diese Fragestellung steht daher im Fokus des vorliegenden Beitrags. Dabei wird ein theoretisch fundiertes Wirkungsmodell der Medienerfahrung zu komplexen Wissensdomänen – hier: zum Klimawandel – vorgestellt, das die dynamisch-transaktionale Perspektive berück- sichtigt. Daran anknüpfend werden, als Momentaufnahme in dieses Modell eingebettet, empirische Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung vorgestellt. Diese Befun- de zeigen, dass die Nutzung von Medieninhalten vor allem mit dem Wissensstand zum Thema zusammenhängt sowie mit der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und zu Handlungen, die dem Klimawandel entgegenwirken sollen. Die affektive Be- wertung des Problembewusstseins hängt dagegen nicht mit der Mediennutzung zusam- men. Diesbezüglich sind vor allem individuelle Merkmale, wie z. B. das Umweltbe- wusstsein, relevant. Ferner wird aufgezeigt, dass das soziale Umfeld ebenfalls ein be- deutsamer Einflussfaktor für die individuelle Einstellung zum Klimawandel ist.
Cite
CITATION STYLE
Taddicken, M., & Neverla, I. (2011). Klimawandel aus Sicht der Mediennutzer. Multifaktorielles Wirkungsmodell der Medienerfahrung zur komplexen Wissensdomäne Klimawandel. Medien & Kommunikationswissenschaft, 59(4), 505–525. https://doi.org/10.5771/1615-634x-2011-4-505
Register to see more suggestions
Mendeley helps you to discover research relevant for your work.