Abstract
1.Die hydrodynamischen Gleichungen für die Bewegungen eines turbulenten Gases weiden im Sinne der Prandtlschen Theorie nochmals abgeleitet. Für die Anwendung auf kosmische Gasmassen wird dabei auch der Turbulenzdruck und die durch ihn bedingte Stabilität bzw. Labilität der Schichtung untersucht. Für die Ableitung der Turbulenzgeschwindigkeitaus der mittleren Geschwindigkeit wird ein invarianter Ausdruck angegeben.2.Die Gleichungen werden in einem zweidimensionalen rotat ionssymmetriselicn Modell genabelt gelöst. Die turbulente Reibung löst eine rotierende Masse in einen Kern und eine ins Unendliche entweichende Hülle auf. In gewissen Fällen bilden sich in der Hülle „Saturnringe“.Der Kern bleibt in der hier gewählten Näherung, in welcher der Druck vernachlässigt ist. starr rotierend zurück. Berücksichtigung des Druckes würde ein langsames Erlöschen der Rotation ergeben. Eine spezielle Dichteverteilung wird quantitativ behandelt. Fürallgemeinere Dichteverteilungen werden Näherungsformeln entwickelt und graphisch diskutiert.3.Im dreidimensionalen Fall läßt sich die Rechnung nicht bis zu derselben Näherung treiben. Die Näherung einer flachen Scheibe wird diskutiert und der Sonderfall eines stationären Materiestroms bei großer Zentralmasse durchgerechnet. Qualitativ weichen die Ergebnisse vom zweidimensionalen Fall nicht ab.4.Das Rotationsgesetz des Andromeda-Nebels scheint durch die hier entwickelten Methoden verständlich zu werden. Die turbulente Reibung hat die Tendenz, die im Andromeda-Nebel bestehende komplizierte Dichteverteilung (dichter Kern, dann ein Dichteminiinuiu und weiter außen ein breiter Materiering) gegen den Druck aufrechtzuerhalten. Die äußersten Teile des Nebels sollten mit einer Geschwindigkeit von wenigen km/sec, welche ihrer Rotation überlagert ist. in den Weltraum abströmen. Damit ergibt sich eine Lebensdauer eines derartigen Gebildes von mehreren 10 9 Jahren. Es wird darauf hingewiesen, daß das empirische Rotationsgesetz des Nebels die Frage nahelegt, ob die Spiralstruktur von innen nach außen nicht einmal den Richtungssinn umkehrt. © 1948, Walter de Gruyter. Alle Rechte vorbehalten.
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Weizsäcker, C. F. (1948). Die Rotation kosmischer Gasmassen. Zeitschrift Fur Naturforschung - Section A Journal of Physical Sciences, 3(8–11), 524–539. https://doi.org/10.1515/zna-1948-8-1118
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